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Nachwehen der Ausbildung vor 11 Jahren

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    Nachwehen der Ausbildung vor 11 Jahren

    Hallo User,
    ich weiß gar nicht wo ich eigentlich anfangen soll aber der Reihe nach: 07/2003 beendete ich die Hauptschule ohne wirklich zu wissen was ich eigentlich beruflichen machen wollte. Ich entschied mich fürs Handwerk im Schwerpunkt Metallverarbeitung und besuchte das Berufsgrundbildungsjahr (BGJ) Metalltechnik, dieses wird angerechnet als 1 Lehrjahr. Im ersten halben Jahr des BGJ machten wir arbeiten wie feilen, bohren, bedienen von Fräß- und Drehmaschinen, ich muss dazu sagen das es mir überhaupt nicht gefallen und mir auch gar nicht zugesagt hat. Mein Notendurchschnitt war eine Katastrophe und nach einem Gespräch mit den Klassenlehrern wechselte ich das andere Lehrjahr in den Bereich Versorgungstechnik also Heizung Klima Sanitär. Auch dort wurden nach dem halben Jahr meine Noten nicht wirklich besser. Da ich keinen Ausbildungsplatz fand machte ich schnell ein Praktikum bei einem Unternehmen im Bereich Heizung Klima Sanitär, jedoch teilte mir der Chef mit das er bereits einen Azubi hatte und vermittelte mich an eine andere Firma, die ich gar nicht kannte. Naja gut ich war froh das ich einen Ausbildungsplatz hatte und ich eine Perspektive habe. Hätte ich aber vorher gewusst was mich erwartet, ich hätte sofort wieder gekündigt. Mein damaliger Ausbilder war ein reiner Schreihals, Morgenmuffel und auch sonst in keinster Weise von hoher Sozialkompetenz. Ich hatte durchgehend Magenschmerzen und man gab mir während der Ausbildung das Gefühl, hier nicht richtig erwünscht zu sein. Es ja auch kaum möglich sich in einer vernünftigen Weise mit ihm zu artikulieren. Es gab ja auch nur ihn als Chef, einen Gesellen und mich. Richtig was gelernt außer Sachen aus der Wand flexen, stemmen und Leitungen verlegen war es das einfach. Das schlimmste was ich eigentlich erlebt hatte war, das ich einem 26. Januar meinen Gesellenbrief erhalten habe und eigentlich noch hätte arbeiten müssen bis Ende des Monats und ich dann am 27.1 zur Arbeit erschien bin und mein Chef schreiend morgens um 7 Uhr aus dem Büro gerannt kam und mir deutlich zu verstehen gegeben hat, das ich hier nach Beendigung der Umschulung nicht erwünscht bin. Ich meine das ist jetzt 11 Jahre her aber das Thema beschäftigt mich heute immer noch, den ich habe mir nie, nie etwas zu Schulden kommen lassen, war pünktlich, freundlich und auch ehrlich.
    Damals konnte ich nicht einfach zu meinen Eltern gehen und sagen, das ich meine Lehre frühzeitig beenden möchte, den wir hatten damals mit meiner älteren Schwester schwere Probleme und ziemlich viel mit ihr durch gemacht und zu dem Zeitpunkt meine Lehre zu beenden, hätte dem ganzen die Krone aufgesetzt. Nur leider hat mich das ganze damals sehr geprägt. Nach meiner Ausbildung hatte ich Vielzahl verschiedener Beschäftigung wie z. B. Maschinen- und Anlagenführer-Rohrleitungsbauer-Monteur in der Windkraft-Weiterbildung über AfA gemacht aber nicht abgeschlossen- und im Jahr 2014 wurde ich leider so krank, das ich meinen erlernten Beruf nicht mehr ausüben konnte. Ich muss dazu sagen, das ich bei einigen Beschäftigungsverhältnissen gekündigt worden bin, ohne dass man mit mir ein Gespräch geführt hat. Nie habe ich einen richtigen Grund dafür erfahren. Es kam auch vor, das ich bei einem Unternehmen gearbeitet habe wo ich morgens mit Magenschmerzen hingegangen bin und ich eigentlich froh war, dort weg zu sein. Danach erfolgte eine betriebliche Umschulung im Jahr 2016 zum Industriekaufmann aber ich habe diese aus persönlichen wie auch gesundheitlichen Gründen beendet. Mir ist zu diesem Zeitpunkt einfach die Umschulung über den Kopf gewachsen zumal mich auch die Berufsschule einfach überfordert hat. Ich bin damals von einer Akademie Begleitet worden während der Umschulung auch mit Nachhilfe aber auch das hat mir nicht geholfen da diese Akademie mir geraten hat, zweimal wöchentlich die Berufsschule zu besuchen und zwar einmal die Woche an einem Tag im ersten Lehrjahr und am anderen im 2 Lehrjahr mit dem Ziel den Stoff nicht zu verpassen. Es ging aber komplett nach hinten los. Ich war schlussendlich einfach überfordert. Seit April 2017 habe ich keine Beschäftigung mehr ausgeführt und mein Hausarzt sagte es wäre nun an der Zeit eine Reha zu machen da er festgestellt hat, das ich an einer Anpassungsstörungen und Somatisierungsstörungen leide. Ich bin nun 30 und in einem Alter wo man fest im Beruf steht und vielleicht schon verheiratet ist, bin ich nirgendwo richtig angekommen.
    Ich komme aus Ostfriesland und hier gibt es in meinen Augen zwar viele Unternehmen, einige sind aber teilweise so eingefahren und verkrustet in Ihrer Art und Weise, das man noch nicht mal eine Antwort auf eine Bewerbung erhält. Von der Bezahlung mal ganz abgesehen. So richtige moderne Unternehmen die zum Beispiel nach Tarif bezahlen oder einen Betriebsrat haben, flexible Arbeitszeiten etc, das gibt es hier nicht.

    #2
    Hallo,

    leider kann ich Dir nicht wirklich helfen aber Du klingst ziemlich unglücklich.
    Vielleicht solltest Du wirklich erst Deine Reha machen, Dich dann sortieren und überlegen was Du aus Deinem machen möchtest.
    Du kannst die Vergangenheit nicht verändern aber positiv in die Zukunft gehen.
    kurze Anmerkung zu Deiner Lehre... Mit bestehen der Prüfung endet das Ausbildungsverhältnis. Du einen Tag später auf Deiner Arbeit erschienen... Hast Du Deine Arbeit begonnen, so wärst Du (wenn ich mich recht entsinne) gesetzlich, autom. in ein unbefristetes Angestelltenverhältnis gekommen. Daher hat Dein (scheinbar sehr cholerischer) Chef vermutlich so reagiert, da Du nun hättest rechtlich auf den Arbeitsplatz Anspruch erheben oder eben Schadenersatz einfordern können usw... Es ging da sicher nicht persönlich um Dich! So wie Du Deine Ausbildung beschreibst und bei der Unternehmensgröße klingt es so als würde diese Person den Azubi als "billige" Arbeitskraft nutzen und kein wahres Interesse daran haben sich einen gut ausgebildeten, zukünftigen Mitarbeiter zu schaffen. Sei doch stolz auf Dich, dass Du es trotz aller Umstände privat und auch im Betrieb durchgezogen hast!

    Du bist 30! Das ist doch noch kein Alter! ;-) Da gibt es noch genug die auf der Suche nach sich selbst sind! Die Welt ist groß und Ostfriesland nur ein kleiner Teil. Vielleicht startest Du nochmal neu durch und weitest Deinen Radius aus?! Es muss ja nicht das andere Ende der Welt sein aber Oldenburg, Bremen oder Hamburg wären doch keine Weltreise und die Bundesagentur für Arbeit unterstütz doch auch beim Wohnortwechsel wenn dieser Dich wieder in einen Beruf bringt.
    Eventuell hilft Dir auch ein Psychologe der Deine bisherige Arbeitswelt mit Dir aufarbeitet. Es gibt sicher Gründe warum eine Vielzahl der Beschäftigungsverhältnisse beendet wurden - sie sind Dir möglicherweise einfach nicht bewusst weil nicht vernünftig mit Dir gesprochen wurde. Aber Du kannst mir glauben, es gibt auch ordentliche Arbeitgeber wo das Arbeiten Spaß macht. Auch wenn es keinen BR oder Tarif Bezahlung gibt.

    Ich wünsch Dir jedenfalls für Deine Zukunft alles Gute und viel Erfolg sowohl privat als auch beruflich



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      #3
      Hallo,

      ich muss mich Au5bild3r anschließen, wirklich helfen ist schwierig.

      Ich möchte dir Mut machen,
      in Zeiten des Fachkräftemangels ist es einfacher den je auch mit 30 Jahren noch einen Ausbildungsplatz zu bekommen.

      Wichtig ist denk ich das du heraus findest was dir liegt und Spaß macht. (Lieblingsfächer in der Schule, Hobbys, Tätigkeiten die dir gut lagen/Spaß machten in deinen Arbeitsverhältnissen, dazu zählen nicht nur fachliche interessen, sondern auch sowas wie macht dir der Umgang mit Menschen Spaß, oder bist du eher der Alleingänger der lieber für sich arbeitet und so weiter)
      Vllt. Kannst du da auch Bekannte/Verwandte/Familie/Freunde fragen, vllt. Auch dein Hausarzt wenn er dich gut kennt?
      Eine Reha klingt mir da auch recht vernünftig um die Zeit zu nutzen und „in sich zu gehen was einem liegt“, dort lernt man vllt. Auch neue Leute kennen die einen aus einer anderen Perspektive sehen als die eigene Familie die einen schon immer kennt.
      Auch den Tipp mit einem Psychologenbesuch finde ich nicht so verkehrt, da kann man mit Sicherheit auch was aufarbeiten und vllt. Einen Tipp bekommen in welche Richtung es gehen soll.

      Ein Neustart etwas weiter von deiner Heimat entfernt klingt auch für mich nach einer guten Möglichkeit, wobei dazu natürlich schon Mut gehört. Eine Freundin von mir hat dies 300 km von ihrem Heimatort entfernt versucht, jetzt 2 Jahre später ist sie dort mehr zu Hause als in ihrer ursprünglichen Heimat, sie hat dort mehr und bessere Jobmöglichkeiten gefunden und ihren Traumjob dort gefunden. Bei ihr hat es sich definitiv gelohnt, vllt. Kann dir das Mut machen.
      Aber auch in deiner Heimat lohnt es sich vllt. Es nochmal zu versuchen, versuch es nicht persönlich zu nehmen wenn du auf eine Bewerbung keine Antwort bekommst (ich weiß das ist leichter gesagt als getan), manchmal ist die Bewerbung vllt. Auch einfach unter gegangen, scheu dich nicht mal anzurufen und nachzufragen was der Stand ist. Und versuch auch Absagen nicht perönlich zu nehmen, wenn auf 1 Stelle 10 Bewerbungen kommen muss man 9 Bewerbern absagen, das ist leider einfach so (das kann ich dir aus Ausbilder-Perspektive sagen, ich würde manchmal gerne mehr Leute einstellen weil mehr geeignete Bewerber da sind, aber wenn nicht mehr Stellen zu besetzen sind geht das leider nicht)

      Noch etwas,
      du schreibst du hattest schon immer Probleme in der Schule, vor allem auch in der Berufsschule,
      ich kann das auch bei einigen meiner Azubis beobachten, Schule liegt ihnen nicht, aber im praktischen Arbeiten sind sie gut,
      bei mir ist es dann so das sie natürlich die Berufsschule bestehen müssen, aber sie müssen dort nicht unbedingt gute Noten haben,
      wenn sie praktisch gut arbeiten ist das für mich und unsere Firma wertvoller.
      Ich wünsche dir das du das vllt. Für dich selbst merkst und eine Firma findest die deine Stärken sieht und schätzt.

      Auch meine Erfahrung:
      Betriebsrat und tarifliche Bezahlung ist nicht alles, die Kollegen/Chefs und das miteinander macht es aus.
      Das ist auf den ersten Blick meist leider nicht erkennbar ob das passt.
      Man kann rumfragen, es gibt auch verschiedene Bewertungsportale im Internet, wobei ich da auch zu Vorsicht raten würde da ich die Erfahrung gemacht habe das diese Meinungen häufig von einzelnen Personen, oft aus einem akuten Anlass heraus geschrieben werden, somit sehr subjektiv und wenig objektiv sind.

      Viel Erfolg und viel Mut wünsche ich dir.

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