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Wie soll ich nur darauf reagieren? - Probleme d. Azubine i.d. Berufsschule

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    Wie soll ich nur darauf reagieren? - Probleme d. Azubine i.d. Berufsschule

    Hallo zusammen,
    ich bin froh, dass ich hier ein Forum gefunden habe, in dem mir als Ausbilderin wirklich gute Tipps gegeben werden können.
    Zunächst einmal: im August vergangenen Jahres haben wir in unserer Firma mit der Ausbildung einer Medienkauffrau begonnen. Ich persönlich bilde zum ersten Mal aus und lerne entsprechend immer wieder auch selbst dazu.
    Die Azubine passt perfekt in unseren Betrieb - vom Wesen, von ihrer Art und auch ihr Verhalten gegenüber Kunden ist tiptop und sie ist bei ihnen beliebt. Es könnte also wunderbar laufen - bis auf ein Problem:
    Im November letzten Jahres rief die Berufsschule an und teilte mit, dass das Fräulein seit geschlagenen 6 Wochen nicht mehr in der Schule war . Nach langen Gesprächen mit ihr und einigem Hin und Her gestand sie mir, dass sie mit den Leuten dort überhaupt nicht zurecht käme und todunglücklich sei. Somit habe ich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihr beim Schulwechsel zu helfen, was Gott sei Dank direkt Anfang des Jahres geklappt hat.
    In der Ausbildersprechstunde äußerte sich der Lehrer absolut positiv über sie. Das war Mitte Februar. Heute erhielt ich einen Anruf, dass sie schon seit 2 Wochen nicht mehr in der Schule gewesen ist.... Für die erste Woche hat sie einen gelben Schein, da war sie auch bei uns krankgeschrieben - die zweit Woche allerdings macht mich stutzig, denn in der war sie quietschfidel bei uns arbeiten!
    Ich weiß nicht mehr, wie ich ihr klarmachen soll, dass es keine Entschuldigung dafür gibt, dass sie ihre "Kranktage" jedes mal auf die Schultage legt. Sie ist 20 Jahre alt, ich hatte eigentlich gedacht, in dem Alter ist man sich der Wichtigkeit des Schulbesuches bewusst.
    Ich zögere noch, eine Abmahnung zu schicken - ich würde es eigentlich noch einmal bei der Drohung, eine Abmahnung zu schicken, belassen.
    Da stellt sich dann aber auch gleich die rechtliche Frage: von ihrem Arzt bekommt sie auf jeden Fall ihre Krankschreibung für die betreffenden Tage - habe ich da denn dann überhaupt eine Handhabe?

    Fragen über Fragen - für einen Tipp von jemandem, der schon länger mit Azubis zu tun hat und der vielleicht eine ganz andere Handlungsempfehlung hat, wäre ich wirklich dankbar. Ich möchte die Azubine ungern verlieren, aber das verursacht mir noch Magengeschwüre

    #2
    Hallo Sylvi,

    ich nehme an, deine Auszubildende hat keinen Blockunterricht sondern geht ein oder 2 Mal pro Woche in die Schule? Bei uns müssen Auszubildende bereits ab dem ersten Tag eine Krankmeldung vom Arzt vorlegen. Wir hatten hier auch mehrere Auszubildende, die meinten es fiele nicht auf, wenn sie nicht in die Schule gehen. Leider gibt es jedoch am Jahresende Zeugnisse und dort sind Fehltage aufgeführt. Ich halte seitdem regelmäßigen Kontakt mit der Berufsschule und lasse mir alle 2-3 Monate die neuen Fehlzeiten durchgeben. Seitdem ist es wesentliche besser geworden. Am besten man telefoniert mit der Schule wenn der Auszubildende anwesend ist und auch mitkriegt, dass nachgefragt wird.

    Eine Abmahnung würde ich in diesem Fall zumindest schriftlich (!) androhen. So ist alles dokumentiert, falls keine Besserung eintritt. Hat der Auszubildende vom Arzt eine Attest, kann man leider nicht viel machen. Viel wirksamer ist da schon die Androhung, dass der Auszubildende bei zu vielen Fehltagen Prüfungszulasseung verlieren kann.

    Traurig, aber ich denke ein Großteil der Jugendlichen ist heutzutage relativ disziplinlos und schwer für etwas zu begeistern. Jemand, der ständig "krank" ist bzw. wegen jedem Zipperlein zu Hause bleibt, möchte man eher ungern übernehmen, da man langfristig damit rechnen kann, dass er es irgendwann genauso macht, wenn er keine Lust hat in die Arbeit zu gehen. So etwas beschränkt sich, denke ich, eher selten nur auf die Schule.

    Ich hoffe, ich konnte ein wenige weiterhelfen.

    Viele Grüße
    Die Ausbilderin

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      #3
      RE: Wie soll ich nur darauf reagieren? - Probleme d. Azubine i.d. Berufsschule

      Hallo Sylvi,
      das ist natürlich ein nicht so einfaches Problem.
      Vielleicht hilft in diesem Fall eine völlig kostenkose ehrenamtliche Ausbildungsbegleitung durch "VerA".
      Genauere Informationen unter www.vera.ses-bonn.de. Hier kann eine Ausbildungsbegleitung beantragt werden.
      Viel erfolg, auch im Sinne der Azubine
      hosum
      Zuletzt geändert von martin.pfaff; 30.03.2011, 07:59. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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        #4
        RE: Wie soll ich nur darauf reagieren? - Probleme d. Azubine i.d. Berufsschule

        Hallo zusammen und vielen Dank für die Antworten.
        Ja, meine erste Ausbildung und als das mit dem Schuleschwänzen anfing hab ich noch gedacht, "dass kriegt man schon irgendwie hin" - erst mit der nötigen Sensibilität und fragen nach irgendwelchen privaten Problemen - dann mit Strenge, so wie Ihr es mir hier auch vorgeschlagen habt.
        Nunja, ich gebe ungern eigene Fehler zu - aber ich habe mich wohl mit dem Ganzen übernommen, denn die Schule war nur die Spitze des Eisberges! Gut, sie ist jetzt im ganzen Monat März nicht in der Schule gewesen - sie hat bei unserem Ausbildungspartner auch zwei Tage gefehlt.... damit kann ich irgendwie umgehen und hätte mit ihr eine Lösung finden können, allerdings erhärtet sich ein wesentlich schwerwiegender Verdacht gegen sie (ich sag nur "Kasse") , so dass ich gerade vor Entscheidungen stehe, die nicht nur mich sondern auch die Chefin ziemlich überfordern. Ich hätte ihr soetwas im Leben nicht zugetraut, habe auch ziemlich lange vor den offensichtlichen Fakten die Augen verschlossen, was nun aber nicht mehr geht.
        Sie bestreitet natürlich jeglichen Vorwurf des Diebstahls - auch bei der Kripo, die mir mitteilte, dass "das Mädchen gut reden könne und eigentlich einen ehrlichen Eindruck mache...". Mit meinen etwas über 30 Jahren war ich drauf und dran, mich auf Alzheimer untersuchen zu lassen --- dachte sicher ist sicher und jegliche andere Möglichkeit ausschließen.
        Nein, wir haben kein Geständnis, ich selbst wurde immer unsicherer - und dann sagte mir der Beamte, dass sie angegeben habe, an den 2 BS-Tagen der fraglichen Woche in der Schule gewesen zu sein und an den Tagen vor der Vernehmung bei der anderen Firma. Ich habe nun jedoch auch die Info von dem Lehrer, dass sie schonmal gar nicht da war, sämtliche Klausuren verpasst hat und so auch wahrscheinlich den Stoff nicht mehr aufholen kann.
        Viel geschrieben - ich denke, das Gros der Ausbilder hier, die Verantwortung für einen jungen Menschen haben aber gleichzeitig auch ein großes Vertrauen in diese steckt versteht, warum ich das hier gerade schreibe: zur Zeit kann und darf ich da öffentlich noch nicht drüber sprechen aber ohne das drüber Sprechen geht es in meinem Kopf drunter und drüber und ich bekomme immer mehr Zweifel an dem anvisierten Vorgehen:
        eine firmeninterne Anhörung zusammen mit unserem Anwalt, dann entweder eine fristlose Kündigung unter der Begründung des Verdachts auf Diebstahl (schwer, ich weiß - aber es bleibt da keine andere Möglichkeit... Falle stellen? Sie dürfte jetzt vorgewarnt sein) - und des Schuleschwänzens trotz mehrfacher mündlicher Verwarnung und (mündlicher) Abmahnung (die übrigens tatsächlich Gültigkeit besitzt, allerdings natürlich schwer nachweisbar ist).
        Zuletzt geändert von martin.pfaff; 08.04.2011, 07:13. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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