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Azubi hält sich nicht an Anweisungen / lügt / hat extreme Fehlzeiten

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    Azubi hält sich nicht an Anweisungen / lügt / hat extreme Fehlzeiten

    Hallo zusammen,

    wir sind ein kleines mittelständisches Unternehmen und haben im September 2016 zwei Auszubildende eingestellt für die ich als Ausbilderin zuständig bin. Nun ist es so, dass einer von beiden mir ziemliches Kopfzerbrechen und auch manch schlaflose Nacht aufgrund seines Verhaltens bereitet, und ich ggf. hier ein paar Tipps erhalte wie damit umzugehen ist.
    Bei meinem Azubi kommen leider auch mehrere Dinge das Verhalten betreffend zusammen, die man einzeln betrachtet sicherlich regeln könnte, wenn ich allerdings das Gesamtbild betrachte, komme ich zum Ergebnis, dass ein Fortführen des Ausbildungsverhältnisses eigentlich nicht mehr zumutbar ist. Anderseits bin ich ein emphatischer Mensch und hatte gehofft das er sich am Riemen reißt und wenigstens diese Ausbildung jetzt durchzieht, denn vermutlich wird er eine 4. Ausbildungsstelle nicht mehr finden, und verbaut sich somit seine Zukunft.

    Ja, es ist mittlerweile seine 3. Ausbildung die er angefangen hat, er wird in ein paar Wochen 25 Jahre alt und hat bereits 2 Ausbildungen (eine im gleichen Ausbildungsberuf wie bei uns, eine weitere in einem anderen Bereich) abgebrochen. Im Vorstellungsgespräch hat er den Abbruch der 1. Ausbildung damit begründet, dass er während der ersten 6 Monate ausschließlich Tätigkeiten erledigen musste die nichts mit seinem Ausbildungsberuf zu tun gehabt hätten und auch auf Nachfrage beim Ausbilder hätte sich daran nichts geändert und er brach die Ausbildung ab. Danach hätte er sich bei mehreren Betrieben um eine Ausbildungsstelle in dem Beruf beworben aber als er nur Absagen erhielt, hat er sich dann um einen Ausbildungsplatz in einem anderen Beruf beworben um überhaupt eine abgeschlossene Ausbildung zu haben. Diese hätte er dann aber wiederum abgebrochen weil er feststellte das der Beruf ihm nicht liegt und er doch lieber wieder versuchen wollte einen Ausbildungsplatz in seinem "Traumberuf" zu finden. Bei uns erhielt der diese Chance und begann dann im September letzten Jahres die Ausbildung. Leider wird dies etwas länger werden, da es sich ja um mehrere Dinge handelt und ich jeweils dazu immer ein wenig ausholen muss.

    1.) Soziale Kompetenz:
    Grundsätzlich ist er ein sehr in sich gekehrter Mensch, der in den ersten Monaten nicht mal die Kollegen, die sich nicht unmittelbar im selben Raum seines Arbeitsplatzes befanden, grüßte oder sich verabschiedete. Er kam zur Arbeit, ging schnurstracks zu seinem Arbeitsplatz, grüßte die Kollegen im gleichen Raum, sprach während des Tages nur wenn er direkt angesprochen oder gefragt wurde, erledigte seine Aufgaben und verließ den Arbeitsplatz am Ende des Tages ohne sich zu verabschieden. Da bei uns im Unternehmen ein sehr freundschaftliches Miteinander herrscht kam dies bei allen Kollegen sehr schnell sehr schlecht an, vor allem weil es ihm alle jeden Tag vormachten und nachdem ich darauf von mehreren Kollegen darauf hingewiesen wurde sprach ich dies an und immerhin änderte er dies vorübergehend.
    Aufgrund der mangelnden Kommunikation durch ihn beeinträchtigt dies mittlerweile den Arbeitsalltag sehr stark.
    Beispiele: Wenn ihm Aufgaben zugeteilt werden und er diese erledigt hat, kommt nie eine Aussage von ihm gegenüber der Person die ihm die Aufgabe erklärt und aufgetragen hat das er fertig ist oder was er als nächstes tun kann/soll; die Kollegen sind genervt weil sie ständig daran denken müssen ihn zu fragen wie weit er mit der Aufgabe ist. Auch kennt er mittlerweile die Abläufe und Tätigkeiten die in der Abteilung täglich anfallen und für die die Abteilung zuständig ist. Aber bislang hat er nicht ein einziges Mal von sich aus z. B. gefragt ob er diese oder jene Arbeit erledigen soll oder offensichtliche Aufgaben einfach von sich aus erledigt. Es muss also bei den kleinsten Dingen, die selbstverständlich sind und zum Aufgabenfeld der Abteilung gehören (die er auch kennt), immer eine direkte Aufgabenzuteilung "Dann kannst du dies noch machen, oder bitte tu das, oder hast du schon...?" erfolgen, selbst wenn Arbeit auf seinem Schreibtisch liegt; wenn man ihn nicht direkt auffordert und darum bittet diese zu erledigen, dann liegt sie da tagelang unerledigt auf seinem Tisch.

    2.) Berichtsheft:
    Unsere Azubis haben das Berichtsheft wöchentlich am ersten Arbeitstag der Woche unaufgefordert vorzulegen oder per E-Mail an mich zu senden. Das Berichtsheft wird digital geführt und alle haben eine einheitliche Vorlage auf den Laptops die sie während der gesamten Ausbildung zur Verfügung gestellt bekommen. Mehrmaliges Erinnern, schriftliche Aufforderungen haben alle nicht gefruchtet und erst als ich ihn im Beurteilungs-/Bewertungsgespräch Ende März das Gesprächsprotokoll habe unterzeichnen lassen, und nochmals erwähnte das das Berichtsheft zum Einen Voraussetzung für die Zulassung zur Abschlussprüfung sei und 2. seine Pflicht ist dieses zu führen und bei uns wöchentlich vorzulegen ist, bekam ich einige Tage später das Berichtsheft für die letzten 5 Monate. Ich erwähnte außerdem, dass er sich ab sofort daran zu halten hätte, denn es könnte auch eine Abmahnung dafür geben. Das klappte genau zwei Wochen, in der 3. Woche war die Anweisung wieder "vergessen". Er erhielt daraufhin eine Abmahnung bzgl. der Pflichtverletzung zum Führen des Berichtsheftes.

    3.) Nichteinhaltung der wöchentlichen Arbeitszeit / private Termine während der Arbeitszeit
    In unserem Unternehmen herrscht Gleitzeit, was dazu führte das der Auszubildende anfangs immer zwischen 9:30 und 10:00 Uhr am Arbeitsplatz erschien. Was grundsätzlich kein Problem ist, wenn er dann seine 8 Std. bzw. seine wöchentliche Arbeitszeit von 40 Std. leistet. Wie sich dann Ende Januar herausstellte hatte er zu diesem Zeitpunkt bereits über 36 Minusstunden die u. a. dadurch entstanden weil er erst so spät am Arbeitsplatz eintraf und dafür aber auch schon zwischen 16 und 16:30 aufhörte und nach Hause ging oder den Kollegen, die teilweise nur in Teilzeit angestellt sind und somit nicht wussten dass er bereits fast täglich nie länger als 17 Uhr in der Arbeit war, mitteilte er hätte irgendwelche privaten Termine und müsse daher "heute" schon früher (13, 14, oder 15 Uhr) gehen. Als ich dann von den Kollegen des öfteren angesprochen wurde die bei uns von 10:00 - 18:30 Uhr "Spätschicht" haben was das denn für ein "Teilzeit-Azubi" sei, besorgte ich einen Abzug seines Stundenkontos ab Beginn der Ausbildung und stellte dabei die 36 Minusstd. fest. Daraufhin gab es weiteres Gespräch in dem ich ihn auf seine Minusstunden ansprach, ihm die Stundenauszüge vorlegte und ihm die Anweisung gab, dass Gleitzeit für ihn ab sofort gestrichen und er um 8:00 Uhr anwesend zu sein hat. Private Termine gäbe es außerdem schon mal gar nicht währen der Arbeitszeit. Sollte er dennoch einen Termin nicht anders legen können sei dafür zum Einen vorher die Zustimmung von mir oder des jeweiligen Ausbildungsbeauftragten einzuholen und bei Zustimmung hat er - solange sein Stundenkonto kein Plus aufweist - dafür ggf. einen halben Tag Urlaub beantragen. Bei mir kam dies in den darauffolgenden 3 Monaten zweimal vor, dass für einen private Termine und einen halben Tag Urlaub beantragte, zwei weitere Male jedoch an zwei aufeinanderfolgenden Tagen kam es wieder vor das er die Anweisung einfach überging (an diesen Tagen war ich nicht im Büro) und meiner Kollegin nur mitteilte er müsse früher gehen. Nachdem sie mir das bei meiner Rückkehr erzählte, gab es ein weiteres Gespräch in dem ich ihm deutlich zu verstehen gab, dass es bei einem weiteren

    4) Fehlzeiten / Befolgung von Anweisungen
    Inzwischen glänzt er seit Oktober einschließlich dieser Woche mit 45 Krankheitstagen Abwesenheit, die meisten jedoch sind erst nach der Probezeit aufgetreten. Abzüglich Urlaub und Berufsschule ist er seit September ganze 40% im Betrieb anwesend. Die Berufsschule ist davon nicht ausgenommen, auch hier hat er etliche Fehlzeiten und es wurde ihm vor ca. 2 Monaten von der Berufsschule eine Attestpflicht auferlegt. Nachdem seine Noten in der Berufsschule (2x wöchentlicher Unterricht) aufgrund der häufigen Fehlzeiten sehr zu wünschen übrig lassen wurde mir ein Schreiben von seiner Klassenleitung zugestellt in dem sie um einen Termin in ihrer Sprechstunde bat. Zufällig schlug mir die Klassenleitung einen Termin an dem Tag vor, an dem Ende März sowieso das Beurteilungs-/Bewertungsgespräch zwischen Azubi, Ausbildungsbeauftragter und mir angesetzt war. Daher habe ich ihm am Ende des Beurteilungs-/Bewertungsgespräches von dem Schreiben der Berufsschule sowie von dem Gespräch mit seiner Klassenleitung erzählt und ihm mitgeteilt, dass er aufgrund der schlechten Noten zukünftig an dem kurzen Berufsschultag in die Arbeit zu kommen hat. Diese 2,5 Std. für die er in den Betrieb kommen soll, kann/soll er nutzen um verpassten Lernstoff aufzuholen und ggf. Unterstützung von uns zu erhalten was den Lernstoff angeht.

    Dieses Gespräch fand an einem Dienstag statt und am Freitag hätte er bereits nach der Berufsschule in der Arbeit erscheinen sollen. Am Donnerstag und Freitag hatte ich Termine ausser Haus und war nicht im Betrieb. Meine Kollegin verabschiedete den Azubi am Donnerstag um 16:15 Uhr noch mit den Worten: "Also, bis morgen dann nach der Berufsschule" und er erwiderte nichts Gegenteiliges. Am Freitag Abend erhielt ich einen Anruf meiner Kollegin, dass der Azubi nicht wie vereinbart erschienen sei und sie ihn angerufen und gefragt hätte warum er der Arbeit ferngeblieben sei. Als Antwort erhielt sie dann von ihm: Er hätte bereits vor längerer Zeit zwei wichtige Termine für den Tag vereinbart die er nicht mehr verschieben konnte und mir hätte er am Donnerstag Abend eine WhatsApp-Nachricht geschickt und mir das mitgeteilt.
    Das Problem dabei: Ich hatte meine Kollegin und ihn am Anfang der Woche darüber informiert das ich vorübergehend keine Nachrichten über WhatsApp empfangen oder versenden kann, da das Programm beim Versuch dieses zu öffnen, ständig abstürzt. Als ich am Sonntag nach dem besagten Fehltag des Azubis dann dazu kam ein Update auf meinem Handy durchzuführen und sich WhatsApp dann auch wieder benutzen ließ, las ich mir als erstes die Nachricht durch die er mir am Donnerstag um 16:22 Uhr geschickt hatte: Hallo Julia, können wir mit dem Reinkommen nach der Berufsschule erst nächste Woche anfangen? Ich hatte vor längerer Zeit für morgen nach der BS schon 2 wichtige Termine vereinbart, die ich nicht verschieben kann.

    Als ich diese Nachricht las stellten sich mir einige Fragen:
    1. Die Nachricht beinhaltet eine Frage: "Können wir......anfangen?" >>>> Er hat darauf von mir keine Antwort erhalten, also hätte er versuchen müssen die Antwort auf einem anderen Weg einzufordern, per Telefon, SMS, Mail. Da er (unabhängig davon das er sich nicht weiter darum bemüht hat) aber keine Antwort erhalten hat er wohl für sich entschieden, keine Antwort wird schon klar gehen......
    Fällt m. E. irgendwie auch in den Punkt 1.) was die soziale Kompetenz angeht?
    2. Er schreibt er hatte die beiden wichtigen Termine bereits vor längerem vereinbart
    >>>> Wenn die so wichtig sind und er die schon vor längerer Zeit vereinbart hat, warum erwähnt er das nicht bereits drei Tage vorher als unser Gespräch stattfand?
    >>>> Spätestens am Vortag als sich meine Kollegin von ihm verabschiedete hätte er bereits ihr gegenüber was erwähnen können. Nein, er schickt stattdessen 7 Min nachdem sie sich verabschiedet und ihn noch auf den nächsten Tag ansprach, besagte WhatsApp Nachricht
    Auch das irgendwie mangelnde soziale Kompetenz
    3. Private Termine >>> war klar und deutlich von mir kommuniziert worden.

    Für das Nichterscheinen an diesem Tag erhielt er in der folgenden Woche die 1. Abmahnung wegen der Pflichtverletzung in Bezug auf die Weisungsgebundenheit.

    Nun ist er mal wieder krank, in der 4. Woche mittlerweile, dieses Mal hat er Probleme mit dem Blinddarm.
    Anweisung im Krankheitsfall bei uns für Azubis im Betrieb: Anruf an mich oder Chef wenn man krank ist, dann die AU per Mail im Vorab an uns beide.

    In der 1. Woche und in der 2. Woche hielt er sich zumindest teilweise an die Anweisung. Er rief bei mir an, sagte er wäre krank, er hätte Blindarm-Schmerzen. Danach schickte er die AU per E-Mail aber nur an mich. In der zweiten Woche hatte er immer noch "Probleme" mit dem Blindarm, die E-Mail mit der AU kam wieder nur an mich. Ich schrieb ihm daraufhin eine Mail zurück in der ich ihm nochmals die Anweisung im Krankheitsfall mitschickte (inkl. Lesebestätigung).

    In der 3. Woche rief er gar nicht an, sondern schickte nur die AU, auch nur an mich. Und diese Woche schrieb er Sonntag Abend eine WhatsApp-Nachricht, er müsse am Montag nochmal zum Arzt, würde hoffen das er danach ins Büro kommen kann, aber würde sich dann nochmal melden. Ich schrieb ihm zurück das ich diese Woche im Urlaub wäre und er solle daher bitte Montag früh beim Chef anrufen und ihn informieren. Was macht er? Er ignoriert das mal wieder einfach, ruft ihn nicht an, schickt auch ihm eine Whatapp-Nachricht am Montag morgen mit dem gleichen Text wie mir am Tag zuvor. Er meldet sich natürlich nicht mehr (das sagt oder schreibt er jedesmal, tut es dann aber nicht) sondern schickt seine AU per E-Mail weder wie angewiesen an mich noch an den Chef, sondern an eine Kollegin aus seiner jetzigen Abteilung. Mit der Begründung das ich ja im Urlaub sei.

    Daraufhin habe ich ihm gestern die 2. Abmahnung für die Pflichtverletzung Weisungsgebundenheit geschickt, ehrlich gesagt, hätte ich ihm lieber die fristlose Kündigung geschrieben.

    Das sind so die für mich die schwerwiegenderen Dinge mit denen ich bei ihm mittlerweile täglich - sofern er da ist - zu kämpfen habe. Mit den unnötigen Lügen, die so schlecht gelogen sind das sie quasi bereits während der Lüge oder kurz danach schon wieder auffliegen, beschäftige ich mich schon gar nicht mehr.

    Das einzig positive ist tatsächlich: Wenn er sich doch mal bequemt in der Arbeit zu erscheinen und man ihm gezielte Aufgaben zuteilt, dann erledigt er diese auch zuverlässig und meist korrekt.

    Aus diesen ganzen Dingen resultiert mangelndes, bzw. mittlerweile gar kein Vertrauen mehr zu meinem Azubi, der Frustfaktor ist im gesamten Team ist extrem gestiegen und alle sind extrem genervt . Es stellt sich die Frage ob es überhaupt noch Sinn macht hier weiter Kraft reinzustecken weil man das Gefühl hat mit einer Gummiwand zu sprechen und weil er - wenn er im 2. und. 3. Lehrjahr weiterhin so viele Fehlzeiten hat wie bereits in den letzten 9 Monaten - die Ausbildung auch nicht in den 3 Jahren schaffen wird, da er vermutlich nicht zur Abschlussprüfung zugelassen wird.

    Da man auch das Gefühl hat "der hat eh keinen Bock" - habe ich ihn auch schon des öfteren gefragt ob ihm die Ausbildung überhaupt Spaß machen und er sicher sei ob diese Ausbildung für ihn überhaupt die richtige sei, das verneint er dann und antwortet das es ihm Spaß macht und er sich auch wohlfühlen würde und alles toll sei....Das zeigt er aber irgendwie so gar nicht und wenn er das sagt verzieht er auch keine Miene.

    Also ich bin mit meinem Latein am Ende und habe in den letzten 5 Monaten alles versucht was mir eingefallen ist um ihn auf Spur zu bringen und ihn dazu zu bringen selber draufzukommen, dass dies wohl vermutlich seine letzte Chance ist eine Berufsausbildung abzuschließen. Aber bei ihm fruchtet einfach gar nichts: das ging von unzähligen Nebenbei-Bemerkungen / Erinnerungen wie z.B. "Bitte denk dran mir nächste Woche dein Berichtsheft vorzulegen" über kurze Gespräche in denen ich versucht habe ihm gut zuzureden, ihn zu motivieren und etwas ins Gewissen zu reden, bis hin zu Anweisungen ((in mündlicher und schriftlicher Form) und letztendlich den 3 Abmahnungen.

    Bin daher um jeden Tipp, Ratschlag und Erfahrungsaustausch sehr dankbar.

    Gruß, Julia

    #2
    Hallo Julia,

    das klingt jetzt bestimmt hart, aber: Das wird nichts. Du machst und tust und bemühst Dich. Er will nicht, so zumindest mein Eindruck. Früher habe ich das so gehandhabt wie Du, habe mich abgestrampelt, was - im Nachhinein betrachtet - zumeist nichts gebracht hat. Aber Du musst auch Dich und Deinen Betrieb schützen. Das geht so nicht, dass er Euch so viel Energie raubt und so viel Arbeit macht.

    Schon allein, dass er nicht Bescheid sagt, wenn er seine Arbeit erledigt hat, ist ein No-Go. Oder diese Fehlzeiten, das ist nicht tragbar in dieser Dimension.

    Vielleicht noch eine Idee: Was ist denn mit dem zweiten Azubi, läuft das gut? Könnte er von dem vielleicht lernen, welches Verhalten als Azubi von ihm erwartet wird? Ansonsten solltet Ihr Eure Bemühungen einstellen. Für mich klingt es so, dass der junge Mann ein gravierendes Problem hat. Wir hatten mal einen Azubi, der war computerspielsüchtig, Deine Beschreibung hat mich an ihn erinnert. Könnt Ihr erkennen, ob es da irgendwas gibt? Also Probleme in der Familie, Suchterkrankungen etc.? Da kann man dann nur noch Hinweise auf Therapiemöglichkeiten etc. geben, machen muss er selbst.

    Tut mir leid, wenn ich Dir nichts positiveres Schreiben kann, aber vielleicht gibt es ja noch andere Ideen ...

    Viele Grüße
    Holzwurm

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      #3
      So leid mir es tut, viel machen kann man nicht. Ich war mehrere Jahre im Schlichtungsausschuss der Kammer. Eine Kündigung ist häufig hilfreich, wird jedoch in der Regel bei der Schlichtung wieder aufgehoben. Trotzdem kann es etwas bringen. Einige Auszubildende besinnen sich wenn sie vorm Schlichtungsausschuss sitzen.

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        #4
        Liebe Julia,

        ich habe schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass die abstrakte Schilderung der Symptome einer nicht gelingenden Ausbildung eine Beratung fast unmöglich macht. Was fehlt sind z. B. Angaben zum Ausbildungsberuf, zum Geschlecht und Bildungsstand beider Azubis. Du bist Ausbilderin, daneben gibt es eine/n Ausbildungsbeauftragte/n und wer macht "Personal"? Wie verläuft die Ausbildung in einer solchen Hierarchie? Welche Eigenschaften bringen die betrieblichen Widerparte mit?
        Und welches Ausbildungskonzept liegt vor? Fragen über Fragen.
        Ich würde einen Ausbilderarbeitskreis (vielleicht beim DGB )aufsuchen oder den Ausbildungsberater der Kammer danach fragen.

        So wie jetzt bleibt Dir nur der Frust.

        Beste Grüße

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          #5
          Guten Tag, bei der nächsten Verfehlung unverzüglich handeln und eine fristlose Kündigung aussprechen. Übergabe direkt mit Zeugen oder Einschreiben mit Rückschein. Der Grund für die fristlose Kündigung darf nicht länger als 2 Wochen bekannt sein und muss in der Kündigung deutlich beschrieben werden. Im Kündigungsschreiben auch die beiden erfolgten Abmahnungen mit Datum und Inhalt erwähnen und der Spuk hat hoffentlich ein Ende! Good luck!

          Kommentar


            #6
            Zitat von helmut.passe-tietjen Beitrag anzeigen
            Liebe Julia,

            ich habe schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass die abstrakte Schilderung der Symptome einer nicht gelingenden Ausbildung eine Beratung fast unmöglich macht. Was fehlt sind z. B. Angaben zum Ausbildungsberuf, zum Geschlecht und Bildungsstand beider Azubis. Du bist Ausbilderin, daneben gibt es eine/n Ausbildungsbeauftragte/n und wer macht "Personal"? Wie verläuft die Ausbildung in einer solchen Hierarchie? Welche Eigenschaften bringen die betrieblichen Widerparte mit?
            Und welches Ausbildungskonzept liegt vor? Fragen über Fragen.
            Ich würde einen Ausbilderarbeitskreis (vielleicht beim DGB )aufsuchen oder den Ausbildungsberater der Kammer danach fragen.

            So wie jetzt bleibt Dir nur der Frust.

            Beste Grüße
            Sorry, das alles hat mit dem Fall einer berechtigten und schon lange überfälligen Kündigung nichts, aber überhaupt nichts zu tun! Seit wann ist der Bildungsstand der Azubis bei einer Verfehlung und daraus folgenden, gerechtfertigten Kündigung in irgendeiner weise massgebend?

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              #7
              Hallo zusammen,

              ich danke euch für eure Antworten. Anfang der Woche habe ich die IHK eingeschaltet und dem Ausbildungsberater den Fall geschildert. Am Montag wird ein Vertreter der IHK zu einem Gespräch mit unserem Azubi (und danach mit uns) in unseren Betrieb kommen. Ich hätte bereits jetzt wieder einen Grund ihn zum 3. Mal wegen Missachtung einer Anweisung oder ihm jetzt eben die fristlose Kündigung zu übergeben (Grund ist der gleiche wie bereits die 2. Abmahnung, er hat sich wieder nicht daran gehalten wie er sich krankzumelden hat). Da nun aber der Termin am Montag mit dem IHK Vertreter steht werde ich Gespräche abwarten und dem IHK Vertreter die erneute Missachtung mitteilen und dann entscheiden.
              Ich habe auch regen Kontakt mit der Berufsschule, bzw. seiner Klassenleitung, die mittlerweile auch bezweifelt, dass er das Ausbildungsziel bei den hohen Fehlzeiten erreicht. Auch in der Schule können die Lehrer in einigen Fächern noch nicht mal eine Zeugnisnote zusammenstellen, da er durch die vielen Krankheitstage keine Schulaufgaben oder Stegreifaufgaben mitgeschrieben hat.

              Mal sehen wie das Gespräch am Montag mit dem IHK Vertreter läuft....

              Bis dahin,
              viele Grüße

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                #8
                Zitat von Niwi Beitrag anzeigen

                Liebe Julia,

                ich habe schon an anderer Stelle darauf hingewiesen, dass die abstrakte Schilderung der Symptome einer nicht gelingenden Ausbildung eine Beratung fast unmöglich macht. Was fehlt sind z. B. Angaben zum Ausbildungsberuf, zum Geschlecht und Bildungsstand beider Azubis. Du bist Ausbilderin, daneben gibt es eine/n Ausbildungsbeauftragte/n und wer macht "Personal"? Wie verläuft die Ausbildung in einer solchen Hierarchie? Welche Eigenschaften bringen die betrieblichen Widerparte mit?
                Und welches Ausbildungskonzept liegt vor? Fragen über Fragen.
                Ich würde einen Ausbilderarbeitskreis (vielleicht beim DGB )aufsuchen oder den Ausbildungsberater der Kammer danach fragen.

                So wie jetzt bleibt Dir nur der Frust.

                Beste Grüße

                Lieber Helmut,

                es geht um die Ausbildung Kaufmann für Büromanagement, beide männlich, der eine ist 17 und der andere um den es geht wird nächsten Monat 25, der jüngere hat einen Wirtschaftsschulabschluss und er betreffende Azubi einen Realschulabschluss, wenn du das mit Bildungsstand meinst. Es gibt 2 Ausbildungsbeauftragte und ich bin neben Ausbilderin für das gesamte Personal unserer Vertriebs- und Büromitarbeiter zuständig, habe hier sowohl die fachliche als auch disziplinarische Kompetenz. Neben mir gibt es noch einen Kollegen, der Ausbilder für unsere IT-Fachinformatiker und für alle Techniker fachlich und disziplinarisch zuständig ist. Über uns beiden gibt es dann nur noch den Geschäftsführer-/inhaber.
                Schade bei dem ganzen ist, dass der Azubi - wenn er dann mal da ist - seine Aufgaben zuverlässig erledigt.

                Beste Grüße,
                Julia

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                  #9
                  Zitat von Niwi Beitrag anzeigen

                  Sorry, das alles hat mit dem Fall einer berechtigten und schon lange überfälligen Kündigung nichts, aber überhaupt nichts zu tun! Seit wann ist der Bildungsstand der Azubis bei einer Verfehlung und daraus folgenden, gerechtfertigten Kündigung in irgendeiner weise massgebend?
                  Die indirekte Information über die Person, Bildungsstand und Persönlichkeit, sowie die Hierarchische Struktur geben Aufschluss darüber, inwiefern dieses Fehlverhalten zu beurteilen ist und ob dies in seiner Einstellung oder durch Umweltfaktoren begründet ist. Schließlich hat ein Ausbilder auch einen Erziehungsauftrag und dieser gilt es auch dann zu erfüllen, wenn der Auszubildende nicht zu 100% funktioniert. Weiterhin sollte ein BR vorhanden sein, ist eine Kündigung generell nicht so einfach.

                  Jedoch in dem oben beschriebenen Fall, scheinen wir hier an einem Wendepunkt zu stehen, wo eine Kündigung rechtens ist, solange formal alle Punkte eingehalten wurden, und das Fehlverhalten nicht zu lange geduldet wurde, da sonst es zu rechtlichen Komplikationen kommen kann. Da diese aber ebenfalls erfüllt sind, wie ich lese. Sollte eine Kündigung in Frage kommen, also Julia mach deine Nerven nicht kaputt und verwende die Energie lieber auf den nächsten Auszubildenden ^^

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                    #10
                    So, hier ein abschließendes Update:
                    Nachdem am Montag nun der Ausbildungsberater der IHK bei uns im Hause war und u. A. ein 4-Augen-Gesrpäch mit unserem Azubi geführt hat, in dem er noch mitteilte, dass ihm die Ausbildung Spaß machen und er sich wohlfühlen würde und die Ausbildung auf jeden Fall bei uns abschließen will, haben wir ihm noch eine letzte Chance gegeben sich zu bewähren. Dies hat dann bis Dienstag angehalten, gestern schon hat er die Berufsschule wegen eines privaten Problems nicht besuchen können und dann auch mitgeteilt, dass er heute wegen diesem Problem auch der Arbeit fernbleiben müsse und den Tag Urlaub genommen. Dann erhielt ich eine E-Mail seiner Klassenleitung, dass morgen (07.07.) Notenschluss in der Schule sei und er müsse die 3 Schulaufgaben nachschreiben sonst könnte keine Zeugnisnote in den 3 Fächern gebildet werden. Das er diese 3 Schulaufgaben nach seiner Krankheit nachschreiben muss hatte ich ihm bereits vor 3 Wochen angekündigt. Daraufhin rief ich ihn heute mittag an und teilte ihm mit, was mir seine Klassenleitung bzgl. des morgigen Nachschreibens gemailt hatte. Etwa 1 Std. später meldete er sich zurück und bat um ein Gespräch am Nachmittag. In diesem Gespräch teilte er mir dann mit, dass er sich alles nochmal überlegt und sich jetzt doch für einen Abbruch der Ausbildung entschieden hätte weil es "wohl doch nicht das richtige für ihn sei". Somit wird jetzt ein Aufhebungsvertrag geschlossen und ich muss ehrlich zugeben, dass ich nach dem ganzen Theater froh darüber bin, dass er sich dazu entschlossen hat. Nichts desto trotz tut es mir leid, dass ihm mit seinen fast 25 Jahren scheinbar nicht bewusst ist, das es in der heutigen Zeit ohne Ausbildung schwierig werden kann.
                    Liebe Grüße,
                    Julia

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                      #11
                      Hallo Julia,

                      da kann ich ja nur gratulieren. Der junge Mann hat eine Entscheidung getroffen und steht zu ihr. Besser kann diese Trennung nicht enden.

                      Ich hoffe, das ganze Schlamassel führt nicht dazu, dass der Betrieb (resp. die Akteure) die Ausbildung einstellt.

                      Schönen Resturlaub.

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