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Berichtsheft und Abschlussprüfung

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    Berichtsheft und Abschlussprüfung

    Hallo und guten Tag,

    nach einem ziemlich verkorksten Ausbildungsablauf ist unsere Auszubildende nun kurz vor dem Ende der Ausbildung. Sie ist schwanger und nach endlosen Krankzeiten vor und seit Beginn der Schwangerschaft haben wir ihr im Januar ein Beschäftigungsverbot erteilt. Das hatte zur Folge, dass ich sie faktisch seit Monaten nicht mehr gesehen habe. Sie hat mir kurz nach dem Aussprechen des BV ihren Ausbildungsnachweis zum Unterschreiben vorbeigebracht, diesen aber bis heute nicht abgeholt. Inzwischen hat die schriftliche Abschlussprüfung stattgefunden, nach meiner Erkundigung bei der IHK hat sie daran teilgenommen, und das offenbar erfolgreich. Mir ist aber gestern die Frage aufgetaucht, wie sie eigentlich ohne ein von mir unterschriebenes Berichtsheft daran teilnehmen konnte...meines Wissens ist doch der Ausbildungsnachweis zur schriftlichen Abschlussprüfung vorzulegen? Ich reime mir jetzt zusammen, dass sie meine Unterschriften in einem neu geschriebenen Berichtsheft gefälscht haben muss, wenn sie nicht ohne das Heft an der Prüfung teilnehmen konnte.
    Wir sprechen von einem Verkäufer-Azubi und wir sind in Dresden ansässig.
    Kann mir jemand weiterhelfen?

    Vielen Dank und freundliche Grüße!


    #2
    Hallo,

    theoretisch ist das so. Das ordnungsgemäß geführte und unterschriebene Berichtsheft ist zur schriftlichen Abschlussprüfung vorzulegen.

    In der Praxis wird es aber manchmal anders gehandhabt, weshalb Deine Vermutung zutreffen kann, aber nicht muss. Manchmal muss das Berichtsheft erst zur mündlichen Prüfung vorgelegt werden, oder es muss mitgebracht werden, aber keiner schaut rein. Oder es wird nur geschaut, ob das Berichtsheft ordentlich geführt ist, die Unterschriften sind nicht in den Zulassungsvoraussetzungen der IHK explitzit vorgeschrieben und dann lässt man das so durchgehen. Sollte natürlich alles nicht sein. Schau doch mal in die Zulassungsvorraussetzungen der zuständigen IHK, was da steht.

    Die frage wäre ja, warum sie sich das Berichtsheft nicht abgeholt hat. Hättest Du ihr die Unterschriften verweigert? Ohne zu wissen was vorgefallen ist, finde ich es ja eigentlich lobenswert, dass sie versucht die Ausbildung noch abzuschließen. Ist sie denn auch im Ausbildungsverlauf durch Unehrlichkeit aufgefallen?

    Unterschriften zu fälschen, ist ja kein Kavaliersdelikt ...

    Viele Grüße und berichte mal, wie die Angelegenheit weiter geht!

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      #3
      Hallo,

      und danke für für Deine Antwort.
      Die Probleme fingen damit an, dass die Auszubildende starke Leistungsprobleme in der Berufsschule bekam, und ich infolge dessen begonnen habe, regelmäßig ihre Leistungen abzufragen. Das musste ich über die Schule einholen, denn von ihr bekam ich nach mehrmaligem Nachfragen keinen Notenspiegel ausgehändigt, jedes Mal mit anderen Erklärungen, warum das nicht ginge.
      Ich habe ihr ins Gewissen geredet, sich bei den Fachlehreren um Ausgleichsarbeiten zu bemühen, damit die Noten aufgebessert werden, und wir haben dann auch ausbildungsbegleitende Hilfen beantragt. Dafür habe ich Ihr Arbeitszeit zur Verfügung gestellt.

      Leider besserten sich die schulischen Leistungen nicht, und es folgten dann immer häufiger Krankzeiten. Diese wurden dann zusehends mit unglaubwürdigen Begründungen unterfüttert...
      Irgendwann habe ich ihr erklärt, dass sie aufgrund der vielen Fehlzeiten auch in der Praxis die Nachhilfestunden künftig auf die Schulnachmittage legen muss, damit wir die verbleibende Zeit für die Praxis nutzen können. Nach dieser Festlegeung meinerseits beendete sie die Inanspruchnahme der ausbildungsbegleitenden Hilfen, weil sie dafür keine Zeit hätte.

      Sie hat gute praktische Leistungen abgeliefert und wir sind auch nicht müde geworden, ihr das zurückzumelden und zu versuchen, sie bei der Stange zu halten. Ich habe immer in einem korrekten Tonfall mit ihr gesprochen und versucht, ihr auf einer menschlichen Ebene zu begegnen.
      Hat leider alles nichts genützt, sie sieht mindestens in mir die personifizierte Bosheit , weil ich eben immer wieder ihre Geschichten hinterfragt habe und erkennen ließ, dass ich ihr bestimmte Dinge nicht glauben konnte. Der Gipfel war dann ein unentschuldigtes Fehlen in der Schule, wofür sie keinen Krankenschein und auch keine plausible Erklärung liefern konnte. Sie behauptete erst, sie sei dagewesen, später, die Lehrerin habe den Krankenschein nicht sehen wollen, woraufhin die Auszubildende den Krankenschein weggeworfen habe...natürlich hatte ich sie zu Lehrbeginn und auch danach belehrt, wie im Krankheitsfall zu verfahren ist. Sie hat sich damit eine Abmahnung eingefangen und danach war gar nichts mehr von ihr zu wollen.

      Mit dem Führen des Berichtsheftes gab es auch Schwierigkeiten. Irgendwann hatte sie offenbar selber nicht mehr durchgesehen, wann sie krank und wann sie arbeiten war, und hatte im Berichtsheft bei Krankzeit Arbeiten eingetragen und andersherum. Da habe ich das erste und letzte mal gesagt, dass ich das so nicht unterschreiben kann, und dass sie das korrigieren solle. Sie hatte daraufhin alles nochmal geschrieben, und dann habe ich das auch unterzeichnet.

      Insgesamt war das alles eine sehr schwere Geburt, und natürlich ist es lobenswert, dass sie einen Abschluss anstrebt...ich wünsche ihr ja nichts schlechtes...

      Ich habe bis jetzt aber tatsächlich keinen Passus gefunden, der besagt, dass das Berichtsheft zur Prüfung unterschrieben sein muss...

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        #4
        Hallo,

        o.k., da sind ja dann schon viele blöde Aktionen von ihr gelaufen. Ich finde es aber immer gut, konsequent zu sein. Auch wenn man dann manchmal zum Buhmann wird, das kenne ich auch. Klare, offene Worte und ein konsequentes Vorgehen verträgt heutzutage leider nicht mehr jeder. Jetzt verstehe ich auch, warum ihr zuzutrauen ist, die Unterschriften gefälscht zu haben.

        Der andere Punkt ist, dass ich das Vorgehen mancher IHKs bei der Kontrolle der Berichtshefte auch nicht verstehe. Im Berufsbildungsgesetz steht in eindeutig drin, dass die Ausbildungsnachweise unterschrieben sein müssen. Siehe hier:

        § 43 Zulassung zur Abschlussprüfung

        (1) Zur Abschlussprüfung ist zuzulassen, 2. wer an vorgeschriebenen Zwischenprüfungen teilgenommen sowie einen vom Ausbilder und Auszubildenden abgezeichneten Ausbildungsnachweis nach § 13 Satz 2 Nummer 7 vorgelegt hat ..



        Viele Grüße!

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