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Azubi oft krank

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    Azubi oft krank

    Hi,
    unser Azubi im kaufm. Bereich, 2. Lehrjahr ist seit Beginn seiner Lehre häufig krank. Ich habe schon mehrmals mit ihm gesprochen, 1 x erhielt er eine Abmahnung, weil er sich nicht ordentlich krank gemeldet hat. An der Motivation liegt es bei ihm nicht - sagt er.
    Ich glaube ihm, dass er "krank" ist. Er lässt sich aber wegen jedem Pups krank schreiben. Zwei Tage Schnupfen und peng ist krankgeschrieben.
    Gespräche nützen nichts - wie gesagt -. Wer hat Erfahrungen mit sowas?

    Danke für Tipps.

    #2
    RE: Azubi oft krank

    Hallo shark,

    schwer zu sagen, was hier getan werden kann. Mit Azubi sprechen ist immer gut, denn möglicherweise braucht er noch mehr Anerkennung. Eine Hilfe könnte sein, mit dem Ausbildungsberater der Kammer (IHK oder Handwerkskammer) Kontakt aufzunehmen. Ein Gespräch zu dritt könnte unterstreichen, dass man ihm helfen möchte...

    MfG
    K. Heil
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 13.01.2011, 07:15. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen
    Seelsorger
    Dipl.-Handelslehrer
    Dipl.-Betriebswirt (FH)

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      #3
      RE: Azubi oft krank

      Hallo Herr Heil,
      wir hatten schon mehrere Gespräche, bei der IHK habe ich auch schon angerufen. Wenn der Azubi einen gelben Schein bringt......
      Einmal habe ich ihm eine Abmahnung verpasst, weil er sich nicht korrekt krank gemeldet hat. Hatte auch schon 2 Gespräche mit seiner Mutter (in seinem Beisein). Sie meint dann, "was soll er denn machen, wenn er krank ist". Kein Mensch ist jeden Monat sooo krank. Jetzt ist er 18, das hat sich dann eh mit den Erziehungsberechtigten erledigt. Ich finde, dass ich mich ziemlich engagiere für ihn (was mir auch von anderen bestätigt wird), mehr kann ich nicht machen. Andere würden sich um so einen Ausbildungsplatz reissen, es ärgert mich maßlos.

      Was mich auch ärgert sind die Ärzte, mit dem gelben Schein sind viele gleich dabei. Ich glaube meinem Azubi, dass er krank ist, ABER nicht wegen jedem Pups muss er gleich zu Hause bleiben. Schließlich ist es ein Bürojob. Unsere Mitarbeiter sind schon sehr negativ ihm gegenüber eingestellt, weil im Endeffekt bleibt es dann an anderen hängen.

      Ich hoffe nur, dass er nicht durch die Abschlussprüfung fällt und wir ihn noch länger beschäftigen müssen.

      Viele Grüße
      Zuletzt geändert von martin.pfaff; 17.01.2011, 14:16. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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        #4
        Probleme mit EQJ

        Guten Morgen, ich bin zufällig auf dieses Forum gestoßen und muss schon sagen, dass ich hier viele Sachen lese, die mich ebenfalls betreffen. Kurz zu mir: wir betreiben eine kleine Einzelunternehmung (Familienbetrieb) und haben insgesamt bereits 3 Lehrlinge ausgebildet (Kff. f. Bürokomm. & Bürokommunikation). Den Ausbilderschein hat mein Vater gemacht, jedoch bin ich im Tagesgeschäft für die Auszubildenden zuständig. Die vorherigen Lehrlinge haben ihre Ausbildung bei uns schon vor einigen Jahren erfolgreich absolviert, die Ausbildung wurde hier aber von der ehemaligen Geschäftsführerin meines Vaters übernommen.
        Nun haben wir wieder eine Auszubildende bzw. sie macht erst ein "Einstiegsqualifizierungsjahr" - kurz EQJ - , da die bisherigen Leistungen des Mädchens für uns nichts ausgereicht haben, um ihr ein Ausbildungsvertrag anzunehmen. Nun stehen wir aber vor folgendem Problem, dass sie erstens unmotiviert ist, kein Interesse zeigt und zudem sehr häufig krank ist- die Krankheit aber viel zu spät mitteilt (z.B. ruft sie Mo nachmittags an, sagt das sie krank ist, aber morgen wieder kommt, das aber nicht der Fall ist - und ich am Di. telefonisch nachfragen muss und dann kriege ich eine freche Antwort, dass es ihr schlecht geht, sie aber noch zum Arzt --> es lag schon 2 Mal kein Attest vor, hier habe ich aber nochmal beide Augen zugedrückt!
        Unser Ansprechpartner ist in diesem Fall die Bundesagentur für Arbeit und ich scheue mich noch davor, in dieser Sache Kontakt aufzunehmen. Ich habe hier gelesen, dass schon in solchem Fall Abmahnungen geschrieben wurden, hier wäre ich mir unsicher, ob dies eine Lösung wäre, zumal der rechtliche Bestand nicht 100% gegeben ist (Meiner Meinung nach).

        Da es sich nicht um ein Ausbildungsverhältnis handelt, gelten für uns die regulären Vorschriften des Arbeitsrechts -

        Langsam wird mir die ganze Sache aber wirklich zu anstrengend, ich habe mich schon mal allgemein informiert und Kündigung wg. verspäteter Krankmeldung wird vermutlich nicht durchsetzbar sein. Außerdem denke ich, dass es mit der BA Probleme geben wird, da dieses EQJ bezuschusst wird und die Vermittlung bzw. Vertragsabschluss schon recht viel Aufwand gekostet hat. Die reguläre Kündigung (personenbedingt) wird ebenfalls kompliziert umsetzbar sein - regulär läuft ihr Vertrag im August aus.

        Ich habe schon mehrere Gespräche mit dem Mädchen führen wollen, wenn ich jedoch zickig angeschnautzt werde und meine Bemühungen gegen null gehen, dann langt mir das auch und ich habe keine Lust mich mit ihr Außeinanderzusetzen. Trotzdem würde ich mich aber unwohl fühlen, wenn ich sie jetzt, wie auch immer freisetze ... Natürlich ist dieses Verhalten kein Phänomen bei EQJ - Azubis, aber ich denke es war die falsche Entscheidung, sich dafür zu entscheiden. Ich werde auf jeden Fall keinen Ausbildungsvertrag nach Beendigung des EQJ anbieten, auch einfach weil ich davon ausgehe, dass sie eine richtige Lehre gar nicht beginnen möchte.

        Ich wäre sehr dankbar, wenn mir einer hier vielleicht einen Rat oder eine Handlungsempfehlung geben würde, ich brauche derzeit ein paar neue Denkanstöße, weil ich mit meinem Latein am Ende bin!!

        Mit freundlichen Grüßen
        Zuletzt geändert von thomas.neuhaus; 29.09.2017, 15:42.

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          #5
          Die Mitarbeiterin muss sich zum normalen Arbeitsbeginn krank melden (z.B. telefonisch). Wenn sie z.b. um 8.00 Uhr Arbeitsbeginn hat, dann reicht es nicht sich erst am Nachmittag krank zu melden. I.d.R. muss die Mitarbeiterin dann ja erst mal zum Arzt und sich dann wiederum melden bzw. die Krankmeldung bringen, wie lange sie denn krank geschrieben ist.
          "Wann und wie sich ein Arbeitnehmer beim Arbeitgeber krank melden muss, ist im Arbeitsrecht in § 5 Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt.
          Wenn ein Arbeitnehmer wegen einer körperlichen oder psychischen Krankheit nicht in der Lage ist zu arbeiten, muss er dies dem Betrieb noch am gleichen Tag vor Arbeitsbeginn mitteilen. Er musst ihm auch mitteilen, wie lange er voraussichtlich arbeitsunfähig sein wird. Den Grund der Erkrankung, also die Diagnose des Arztes, muss er nicht angeben. Danach muss der Arbeitgeber den Auszubildenden in Ruhe lassen. Er darf ihn nicht anrufen und unter Druck setzen, oder sogar verlangen, dass er trotz Krankmeldung in die Arbeit kommt. Leider hat es sich in den letzten Jahren wieder mehr eingebürgert, dass Arbeitnehmer und Azubis trotz Krankmeldung in die Arbeit gehen – aus Angst vor negativen Konsequenzen. Mit dem Arbeitsrecht ist dies nicht vereinbar.
          Wenn ein Azubi länger als drei Kalendertage krank ist, musst er am folgenden Arbeitstag ein ärztliches Attest vorlegen. Er musst also zum Arzt gehen und sich ein Attest ausstellen lassen. Die Abgabe der Krankmeldung beim Arbeitgeber muss spätestens am vierten Arbeitstag der Erkrankung erfolgen.
          Der Arbeitgeber kann aber laut Arbeitsrecht schon eine Vorlage der Krankmeldung ab dem ersten Tag verlangen. Das kann er mit dem Azubi mündlich oder schriftlich vereinbaren. Der Azubi muss dann immer am ersten Tag der Krankheit zum Arzt gehen und die Krankmeldung sofort an den Betrieb schicken."
          Wir verlangen ab dem ersten Tag eine Krankmeldung vom Arzt. Ich habe meinem Azubi wegen zu später Krankmeldung und weil ich ihm dann hinterher telefonieren mußte eine Abmahnung verpaßt und es hat gewirkt. Jetzt meldet er sich wenigstens korrekt. Es ist ja wohl nicht zuviel verlangt, dass man vom AN gesagt bekommt wie lange dieser krank ist. Wie soll man sonst den Geschäftsablauf organisieren? Eine Abmahnung halte ich in Ihrem Fall und natürlich das passende GEspräch dazu für angebracht. Das zickige Getue würde ich mir auch nicht gefallen lassen. Wenn die Dame noch nicht volljährig ist, würde ich die Eltern dazu holen.

          Viele Grüße

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            #6
            RE: Azubi oft krank

            Hallo Shark,

            laut Vertrag ist von uns schriftlich standardmäßig vorgeschrieben, dass die Kankmeldung spät. am 3 Tag der Krankschreibnung abzugeben ist. Zu den Mahnungen muss ich noch erwähnen, dass wir in der Praxis bisher keine guten Erfahrungen damit gemacht haben, soll heißen, dass wir schon wenige Male andere MA abgemahnt haben und diese nahezu kein "Effekt" hatten. Nach Rücksprache mit in diesem Fall IHK hieß es, dass es schwierig sei - rechtliche Handhabe durch Abmahnungen zu haben. Allderdings muss ich auch sagen, dass die bisher ausgeprochenen Mahnungen eh heiklere Fälle (Alkoholproblem) waren, bei denen selbst arbeitsrechlich eine Mahnung vermutlich eh nicht viel gebracht hätte.

            Das Mädchen ist schon volljährig und wie ich bereits erwähnt, besteht meinens Wissens nach kein guter Kontakt zum Elternhaus bzw. scheint hier kein Interesse vorhanden zu sein. Das sind aber nur meine Vermutungen, selber drüber gesprochen, hat sich darüber noch nicht mit uns.
            Zuletzt geändert von martin.pfaff; 27.01.2011, 09:03. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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              #7
              RE: Azubi oft krank

              Hallo Nickel,
              man kann - auch wenn es standardmäßig anders im Vertrag steht - mit der Auszubildenden vereinbaren, dass Sie sofort eine AU vom Arzt vorlegen muß. Denn der Verdacht auf "blau machen" ist in diesem Fall ja nicht ganz abwägig. Unabhängig davon sollten Sie auf jeden Fall Ihre Auszubildende schriftlich aufgrund ihres Verhaltens abmahnen und die zuständige Sachbearbeiterin bei der BA hinzuziehen. Ihre Auszubildende nimmt die Sache anscheinend nicht ernst und wenn ein Gespräch unter 6 Augen mit der Sachbearbeiterin der BA stattfindet kann sie sich Ihnen gegenüber nicht zickig verhalten. Zudem hätten Sie dann die notwendige Unterstützung und Begleitung durch die BA wenn tatsächlich zu einer Auflösung des Vertrages kommt.
              Gruß
              A. Rösner
              Zuletzt geändert von martin.pfaff; 27.01.2011, 11:17. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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                #8
                .. so mein geschriebener Beitrag ist irgendwie verschwunden, also nochmal:
                Hallo A. Roesner,
                vielen Dank für den Tipp mit der vorzeitig abzugebenen Krankmeldung, dass werde ich so umsetzten. Mit dem Gespräch der BA und dem Mädchen wird wohl dann auch demnächst statt finden. Leider habe ich nicht viele Erfahrungen / Kenntnisse über das EQJ, ich weiß nur , das unser Azubi die einzige in der Berufsschulklasse ist. Meine Sorge wäre einfach, dass uns die BA unterstellt, dass wir nur eine billige Arbeitskraft wollten und dann auch noch vom Staat bezahlt bekommen..

                Ich berichte aber, wie sich die ganze Sache entwickelt.

                MFG

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                  #9
                  Azubi oft krank

                  Hallo,
                  es ist für Ausbilder u.U. von großem Nutzen, ausreichend über EQJ informiert zu sein.
                  Hier eine Internetquelle, die sehr weiterhelfen kann:

                  (arbeitsagentur.de/nn_2779...fizierung.html) (Link entfernt, da nicht mehr erreichbar)

                  Mit freundlichen Grüßen
                  Adalbert Ruschel
                  Zuletzt geändert von Administrator; 11.02.2019, 09:56.
                  Adalbert Ruschel
                  Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
                  Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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