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Azubi hat psychische/private Probleme

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    Azubi hat psychische/private Probleme

    Hallo zusammen,

    ich bin 27 Jahre alt und seit 2 1/2 Jahren Ausbilderin in unserer mittelständischen Firma. Als Ausbilderin habe ich bereits einige Azubis erfolgreich ausgebildet; einem Kandidaten mussten wir allerdings aus unterschiedlichen Gründen einen Aufhebungsvertrag vorlegen (psychische Gründe mitunter - ich stehe noch mit ihm in Kontakt und es geht ihm mittlerweile deutlich besser).

    Nun hat letztes Jahr ein neuer Azubi bei uns angefangen. Bis dieses Jahr Februar lief alles einwandfrei. Er ist engagiert, fleißig, stellt Fragen. Alles so wie man sich seine Azubis wünscht. Zwar etwas schüchtern, zurückhaltend und oft spricht er zu leise, aber das sind ja alles Dinge an denen man arbeiten kann.

    Im Februar hat seine Freundin ihn verlassen. Im April hat er mir davon erzählt. Seither sind seine Leistungen kontinuierlich schlechter geworden. Sei es im Betrieb oder in der Berufsschule. Er klagt oft über Magenschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Er hat sich auch einem Arbeitskollegen anvertraut. Durch diesen habe ich erfahren, das er wohl auch einmal gekifft hat. Ich habe bereits mehrfache Gespräche mit ihm geführt und dabei vieles angesprochen (Unpünktlichkeit, Arbeitszeiten, rechtzeitige Krankmeldungen, etc.) Er selbst spricht auch recht offen mit mir. Nun hat er sich für 1 1/2 Woche krank schreiben lassen, wegen seinen Magenproblemen, etc. Damit unterschiedliche Tests gemacht werden können von seinem Arzt.

    Ich glaube ihm das schon alles. Aber ich habe mehr die Vermutung das seine private Situation (Trennung, kaum Kontakt mit den Eltern, vor kurzem bei seiner Ex-Freundin ausgezogen) ihm sehr zusetzt und dass seine Magenschmerzen eher psychische statt körperliche Gründe haben. Wie gesagt ich habe mehrfach mit ihm gesprochen, er versprach mir auch zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen und das er Prioritäten setzen würde.

    Ich mache mir große Sorgen und muss ehrlich gestehen, das ich als Ausbilder nicht mehr weiter weiß. Gibt es von der IHK oder anderen Behörden irgendwie in solchen Fällen Unterstützung?
    Ich bin selbst schon kurz davor mit ihm zu so einer Selbsthilfegruppe zu gehen (Er hatte mal einen Termin gemacht, ist aber dann nicht hingegangen, weil er sich nicht getraut hat).

    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

    Danke und liebe Grüße
    Desiree

    #2
    AW: Azubi hat psychische/private Probleme

    Hallo Desiree,
    ich kann mir die geschilderte Situation gut vorstellen...
    Für Sie ist das nicht einfach und es wird plötzlich schwierig, nicht in einen Rollenkonflikt zu geraten.
    Denn auf der einen Seite sind und bleiben Sie als Ausbilderin eine Vorgesetzte, die auf die Einhaltung der im Ausbildungsvertrag geregelten Bedingungen pochen muss.
    Auf der anderen Seite kann es schnell zu einem "Helfersyndrom" kommen, wenn Sie sich zu sehr um seine privaten Probleme Sorgen machen.
    Ich würde mal vermuten, dass Ihr Azubi einen guten Kerl als Vertrauensperson braucht, der ihm seine Nöte zu relativieren versteht. Vielleicht kann das auch eine Selbsthilfegruppe aber sicher bin ich mir da nicht, weil ich meine der Azubi braucht keine therapeutische Hilfe.
    Sie können ihm dennoch Mut machen, das die verflossene "Flamme" nicht die einzige begehrenswerte Frau auf der Welt ist und er noch viele Erfahrungen in Sachen Beziehung machen muss um ein "gestandener" Mann zu werden.
    Positive Bestätigungen aller Art helfen ihm sicher aus seinem Sinntief heraus zu kommen.

    Viel Erfolg!
    Konrad Heil



    Zitat von Desiree Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    ich bin 27 Jahre alt und seit 2 1/2 Jahren Ausbilderin in unserer mittelständischen Firma. Als Ausbilderin habe ich bereits einige Azubis erfolgreich ausgebildet; einem Kandidaten mussten wir allerdings aus unterschiedlichen Gründen einen Aufhebungsvertrag vorlegen (psychische Gründe mitunter - ich stehe noch mit ihm in Kontakt und es geht ihm mittlerweile deutlich besser).

    Nun hat letztes Jahr ein neuer Azubi bei uns angefangen. Bis dieses Jahr Februar lief alles einwandfrei. Er ist engagiert, fleißig, stellt Fragen. Alles so wie man sich seine Azubis wünscht. Zwar etwas schüchtern, zurückhaltend und oft spricht er zu leise, aber das sind ja alles Dinge an denen man arbeiten kann.

    Im Februar hat seine Freundin ihn verlassen. Im April hat er mir davon erzählt. Seither sind seine Leistungen kontinuierlich schlechter geworden. Sei es im Betrieb oder in der Berufsschule. Er klagt oft über Magenschmerzen, Schwindel und Übelkeit. Er hat sich auch einem Arbeitskollegen anvertraut. Durch diesen habe ich erfahren, das er wohl auch einmal gekifft hat. Ich habe bereits mehrfache Gespräche mit ihm geführt und dabei vieles angesprochen (Unpünktlichkeit, Arbeitszeiten, rechtzeitige Krankmeldungen, etc.) Er selbst spricht auch recht offen mit mir. Nun hat er sich für 1 1/2 Woche krank schreiben lassen, wegen seinen Magenproblemen, etc. Damit unterschiedliche Tests gemacht werden können von seinem Arzt.

    Ich glaube ihm das schon alles. Aber ich habe mehr die Vermutung das seine private Situation (Trennung, kaum Kontakt mit den Eltern, vor kurzem bei seiner Ex-Freundin ausgezogen) ihm sehr zusetzt und dass seine Magenschmerzen eher psychische statt körperliche Gründe haben. Wie gesagt ich habe mehrfach mit ihm gesprochen, er versprach mir auch zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen und das er Prioritäten setzen würde.

    Ich mache mir große Sorgen und muss ehrlich gestehen, das ich als Ausbilder nicht mehr weiter weiß. Gibt es von der IHK oder anderen Behörden irgendwie in solchen Fällen Unterstützung?
    Ich bin selbst schon kurz davor mit ihm zu so einer Selbsthilfegruppe zu gehen (Er hatte mal einen Termin gemacht, ist aber dann nicht hingegangen, weil er sich nicht getraut hat).

    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen.

    Danke und liebe Grüße
    Desiree
    Seelsorger
    Dipl.-Handelslehrer
    Dipl.-Betriebswirt (FH)

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      #3
      AW: Azubi hat psychische/private Probleme

      Was du da schilderst ist schon eine vertrackte Situation. Ich kann dich verstehen, dass dir ein wneig was an dem Jungen liegt, gerade weil er vorher ja recht zuverlässig. Nichts destotrotz darf er sich nicht so gehen lassen. Klar eine Trennnung tut weh, kennen wir denk ich alle und da kann man auch mal ein paar Tage schlecht drauf sein. Seine Pflichten als Azubi muss er aber noch kommen. Bei der IHK gibt es glaub ich einen Krisendienst, der solche Fälle bearbeitet

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