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    Schwieriger Fall

    Hallo zusammen,

    wir haben einen Azubi im 2. Jahr, der uns sehr auf der Nase rumtanzt.

    Er hat mittlerweile 50 Minusstunden (wir haben Gleitzeit; die Fachabteilung wüssten angeblich auch nicht woher) und jegliches Mittel schlägt bei ihm fehl.
    Er kommt meist um 8.00 Uhr und bleibt bis 17.00 Uhr.. Eigentlich sollte man meinen, dass die Stunden genügen, aber da er 2 mal mindestens in die Raucherpause geht und dann nocheinmal normal Pause macht, fehlen ihm die Stunden.
    Wir hatten uns dann folgendes überlegt:
    Da unsere Azubis die Zentrale Freitags von 14.00 - 16.00 Uhr besetzen, haben wir mit ihm ausgemacht, dass er die Freitagsschicht 3 Monate macht. D.h. er sollte bis Freitag 14.00 Uhr seine 40 Stunden voll haben und dann jede Woche 2 Stunden abbauen. Nach 2 Monaten haben wir schon bemerkt, dass er eine halbe Stunde aufgebaut hat- mehr nicht.

    Wir haben schon einige Male mit ihm geredet, der Personalleiter hat schon mit ihm gesprochen- er macht einfach nichts dagegen. Urlaub gegen die Minusstunden einsetzen kann man auch nicht und weniger Geld ausbezahlen ist auch schlecht.

    Hatte jemand schoneinmal solch einen schwierigen Fall? Wir sind so langsam mit unserem Latein am Ende.

    Viele Grüße

    Juules

    #2
    AW: Schwieriger Fall

    Hallo Juules,

    habe ich das richtig verstanden,
    euer Azubi komm um 8 und bleibt bis 17 Uhr und schafft es trotzdem nicht 8 Stunden zu arbeiten?
    Das ist schon interessant.

    Mir würde noch einfallen ihm die Raucherpausen zu kürzen, also nur auf 1 beschränken oder so?

    Was nennt er denn als Grund für die Minusstunden wenn man ihn drauf anspricht?

    Ich selber hatte solchen Fall zum Glück noch nicht, und mit vernünftigen Gesprächen war sowas immer in den Griff zu bekommen.

    Gruß,
    Tine.

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      #3
      AW: Schwieriger Fall

      Hallo Tine,

      ja, das haben Sie richtig verstanden.
      Wir haben allgemein das Problem, dass die Azubis keine 2 Stunden mal eine Arbeit verrichten können, ohne dass sie mal aufs Klo gehen, im Haus herum laufen oder sonstiges- die Konzentrationsfähigkeit lässt sehr zu wünschen übrig..
      Das ist auch der Grund bei diesem Azubi- er muss mind. alle 2 Stunden sich die Beine vertreten bzw. eine Rauchen.

      Geht das denn, dass wir sagen 1 Raucherpause 5 Min. und eine Mittagspause 25 oder 30 Min.?! Also rein gesetzlich?

      Da ist dann halt auch das Problem, dass es eine wahnsinns Arbeit ist bei jedem Azubi die Pausenzeiten zu prüfen.

      Gruß

      Juules

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        #4
        AW: Schwieriger Fall

        Hallo Juules,

        das alle Azubis sich nicht lange konzentrieren können macht mich etwas stutzig,
        welche Arbeiten haben sie denn für die Azubis,
        sind es vllt. wirklich Arbeiten bei denen man alle 2 Stunden eine Pause braucht?
        Wenn ja, kann man diese Arbeiten vllt. verändern, oder „sinnvolle“ Pausen einbauen wie z.B. Druckerpapier auffüllen, Post austragen oder ähnliches?

        Gesetzlich bin ich nicht 100% fit, aber mir ist nichts bekannt das man als Unternehmen verpflichtet ist Raucherpausen einzuräumen. (Die Frage ist ob es sinnvoll ist diese ganz zu verbieten)

        Was ich aber weiß ist das man eine Pause von 30 Minuten (bei über 18jährigen) genehmigen muss, soweit ich weiß zählen die 5 Minuten Raucherpause nicht als Pause.
        Bei uns ist es so das eine „Arbeitsunterbrechung“ erst ab 15 Minuten als „Pause“ zählt, somit muss der Azubi entweder 2x mindestens 15 Minuten oder einmal 30 Minuten ab Stück Pause machen.

        Zur Überprüfung der Pausenzeiten,
        ja, das ist schon ein gewisser Aufwand, aber ich denke wenn sie wirklich so große Probleme haben lohnt es sich diesen Aufwand zu betreiben und die „Quertreiber“ darauf anzusprechen,
        ich denke nach einiger Zeit spielt sich das Ganze ein und es reicht Stichprobenartig zu kontrollieren.

        Gruß,
        Tine.

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          #5
          AW: Schwieriger Fall

          Hallo Juules,

          für mich stellt sich als erstes die Frage der Zeitmessung.
          Habt Ihr eine elektronische Zeiterfassung, aus der sich jeder beim Verlassen des Gebäudes ausloggen muss? Also auch für Raucher- und Mittagspausen?
          Wenn diese Frage mit JA beantwortet wird, dann muss als nächstes die Personalführung unter die Lupe genommen werden. Also wie eng (oder weit) werden AZUBIs geführt und begleitet. Wie häufig und regelmäßig finden Personalgespräche/Feedbacks statt... usw.

          Dritte Frage: Gibt es eine "Betriebsvereinbarung Gleitzeit" in der genau geregelt wird, wie flexibel die Arbeitszeit gestaltet werden kann? Bei 50 Minusstunden müsste normalerweise längst eine Intervention der Geschäftsleitung erfolgt sein. Wenn das Thema lasch gehandhabt wird, bekommt das ein AZUBI sehr schnell mit und "organisiert" sich selbst...

          Also viele offene Fragen, die allesamt unverzüglich auch mit dem AZUBI angesprochen werden sollten.
          Zeigt er sich nicht bereit, sein Zeitverhalten zu ändern, dann ist eine Abmahnung zu erwägen.
          Als Ausbilder ist man heutzutage immer auch ein Stück weit "Erzieher"...

          Viel Erfolg!
          Konrad Heil
          Seelsorger
          Dipl.-Handelslehrer
          Dipl.-Betriebswirt (FH)

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            #6
            AW: Schwieriger Fall

            @Tine88:
            Das sind ganz normale Arbeiten, die auch von anderen Azubis verrichtet werden. Uns ist aufgefallen, dass es eigentlich nur die männlichen Azubis sind, die mehr "Bewegung" brauchen.

            @konrad.heil:
            Ja, wir haben eine elektronische Zeiterfassung. Dank dieser sehen wir ja auch wie oft er rauchen geht und wie lange das meist dauert.
            Das Problem ist, dass sein jetztiger Vorgesetzter (Ausbilder) in der Abteilung zufrieden mit ihm ist, weil er seine Arbeit dort zuverlässig macht, aber bekommt aber nicht mit wann er rauchen geht..
            Eine Betriebsvereinbarung Gleitzeit haben wir leider nicht.

            Im Grunde können die Mitarbeiter auch ihre Pausen mit Rauchen oder sonst etwas verbringen- hierfür stechen sie ja auch aus. Aber die Zeit, um auf die Stunden zu kommen, müssen sie natürlich reinarbeiten. Und das bekommt der Azubi nicht auf die Reihe- warum auch immer!

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              #7
              AW: Schwieriger Fall

              Hallo Juules,

              seid Ihr sicher das Euer Zeiterfassungssystem tatsächlich richtig funktioniert, bzw. dass Euer Azubi es richtig anwendet?? Unter Umständen liegen hier falsche Buchungen zugrunde. 50 Stunden im Minus klingt nämlich ziemlich unrealistisch. Das junge Männer einen stärkeren Bewegungsdrang haben können ist vielleicht noch zu verstehen - wie Tine88 geschrieben hat könnte er doch Aufgaben erhalten die Bewegung einschließen. Wie wäre es mit ihn zu einem Seminar Zeitmanagement zu schicken oder ihn dieses Thema selbst erarbeiten zu lassen? Dabei kann er seine Ergebnisse Euch in einer kleinen Präsentation vorstellen....
              Ich finde den Ansatz von Herrn Heil gut in regelmäßigem Abständen Feedback Gespräche zu führen. Gib uns doch bescheid wie die Situation sich entwickelt...

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                #8
                AW: Schwieriger Fall

                Hallo Jens,

                unser Zeiterfassungssystem funktioniert richtig, jedoch gab es eine Zeit, in der er nicht richtig gestochen hatte und seine Fehler in den Buchungsberichten auch nicht kontrolliert hatte. Ich sehe es so, dass er selbst dafür verantwortlich ist, seine Stunden richtig zu führen und sollte er dies nicht tun, muss er eben seine Stunden wieder hereinarbeiten. Wir haben ihn mehrmals darauf aufmerksam gemacht, seine Fehler auszubesser, leider vergebens. Das war auch auch vor einem halben Jahr, da hatte er aber nur -25 Stunden.

                Der Vorschlag mit dem Zeitmanagementseminar ist sehr interessant. Leider sehe ich es eher kritisch für einen Azubi, der sehr gerne "nicht arbeitet", ein Seminar zu buchen, bei dem er sowieso nur schläft. Feedback Gespräche haben wir bereits 4 Stück geführt, eines sogar mit unserem Personalchef. Leider scheint es ihn nicht zu interessieren..

                Aber vielen Dank für die Vorschläge!!

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                  #9
                  AW: Schwieriger Fall

                  Hallo Juules,

                  darf ich fragen was der junge Herr für einen Beruf bei Ihnen lernt?

                  Haben Sie schon mal mit dem jetzigen Vorgesetzten (Ausbilder) des Azubis gesprochen?
                  Da er mit der Arbeit des Azubis zufrieden ist, vielleicht kann er mit dem Azubi reden,
                  vielleicht hat er auch einen besseren Bezug zu dem Azubi? Oder vielleicht hat er eine Idee?

                  Gruß,
                  Christine.

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                    #10
                    AW: Schwieriger Fall

                    Hallo Christine,

                    er lernt Industriekaufmann.

                    Ich habe bereits mit ihm gesprochen, sein Abteilungsvorgsetzter und dann mein Chef (Personalchef). Leider fruchtet das nicht.. Er zeigt bei jedem Gespräch Reue, aber sobald er aus dem Zimmer ist, hat er es sowieso vergessen.

                    Gruß

                    Juules

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                      #11
                      AW: Schwieriger Fall

                      Zitat von Juules Beitrag anzeigen
                      Hallo Christine,

                      er lernt Industriekaufmann.

                      Ich habe bereits mit ihm gesprochen, sein Abteilungsvorgsetzter und dann mein Chef (Personalchef). Leider fruchtet das nicht.. Er zeigt bei jedem Gespräch Reue, aber sobald er aus dem Zimmer ist, hat er es sowieso vergessen.

                      Gruß

                      Juules
                      Also bei uns wird bei solchen Fällen immer eine Zielvereinbarung mit den Azubis getroffen, in dieser ist genau definiert bis zu welchem Zeitraum, welches Ziel( hier Abbau Minusstunden) zu erreichen ist. Damit wird dem Azubi und dem Ausbilder ein gewisser Zwang auferlegt ( Stundenabbau/ kontrolle) und man kann in den weiteren Gesprächen besser hinterfragen warum das Ziel ggf. nicht erreicht wurde und was die jeweils Beteiligten tun können, um bessere Erfolge zu haben. Der Azubi hat sein Ziel schriftlich und kannsich dieses ggf. auf dem Schreibtisch deponieren, so das er es immer wieder vor Augen hat.
                      Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten.

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                        #12
                        AW: Schwieriger Fall

                        Hallo Herr Klenk,

                        das mit der Zielvereinbarung ist generell eine gute Idee, nur sollte dann auch ein Goodie dahinter stecken. Und ich finde es ist selbstverständlich, dass man pünktlich kommt und seine 40 Stunden arbeitet.

                        Was passiert denn, wenn die Zielvereinbarung nicht eingehalten wird?

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                          #13
                          AW: Schwieriger Fall

                          Hallo Juules,

                          es ist klar, dass alles unternommen werden muss, damit die betriebsübliche Arbeitszeit auch geleistet wird.
                          Aber es besteht meiner Meinung nach auch dringender Handlungsbedarf seitens der Geschäftsleitung. So lange nirgends geregelt ist, mit wie viel Stunden ein Mitarbeiter oder Azubi ins Minus geraten darf, kann auch kein echter Druck auf den Azubi ausgeübt werden, weil er ja "gleitet". Er kann richtigerweise argumentieren, dass er "irgendwann" die Zeit wieder gut macht.
                          Dass auf einer solchen Basis keine zufriedenstellende Zusammenarbeit möglich ist, ist offensichtlich.

                          Also es muss sowohl der Druck auf den Azubi als auch auf die Geschäftsleitung ausgeübt werden, klare und transparente Regelungen zu schaffen.
                          Habt ihr einen Betriebsrat? Wenn ja, dann umgehend vorstellig werden, damit der Betriebsfrieden gewahrt bleibt.

                          Viel Erfolg!
                          Konrad Heil
                          Seelsorger
                          Dipl.-Handelslehrer
                          Dipl.-Betriebswirt (FH)

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                            #14
                            AW: Schwieriger Fall

                            Zitat von Juules Beitrag anzeigen
                            Hallo Herr Klenk,

                            das mit der Zielvereinbarung ist generell eine gute Idee, nur sollte dann auch ein Goodie dahinter stecken. Und ich finde es ist selbstverständlich, dass man pünktlich kommt und seine 40 Stunden arbeitet.

                            Was passiert denn, wenn die Zielvereinbarung nicht eingehalten wird?
                            Hallo jules, dann sollte es Konsequenzen haben, die der Azubi auch merkt, diese können auch schon in der Vereinbarung stehen. Es wären meiner Meinung nach möglich, wenn er die Vereinbarung nicht einhält, ein Teil der Zeit zu streichen(2-3 Stunden im Monat) und diese dann nicht zu bezahlen, oder er muss dann eben doch einen Tag Urlaub jeden 2ten Monat opfern um die Minusstunden nach und nach auszugleichen. Das die rechtliche Legimitation dazu zumindest fraglich ist, ist mir bewusst, pädagogisch ist die Massnahme aber sicher zu begründen. Ganz klar aber sollten dringend klare Spielregel für alle Beteiligte aufgestellt werden und vor allen regelmäßig kontrolliert werden. So lassen sich nötige Korrekturen zeitnah durchführen.
                            Gruß Thomas
                            Wer Rechtschreibfehler findet, darf diese behalten.

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                              #15
                              AW: Schwieriger Fall

                              Hallo! Also wenn ein Azubi so handelt, dann sind unbedingt Sanktionsmaßnahmen durchzuführen. Da die geregelte Arbeitszeit sicher im Vertrag festgelegt ist, kann offensichtlich nachgewiesen werden, wenn der Azubi nicht genug arbeitet. Bei keinerlei Einsicht kann ich mir daher nur eine Kündigung des Vertrages vorstellen. Einen Azubi auszubilden, welcher kein Engagement zeigt, führt meines Erachtens nach zu keinem Ziel.
                              Grüße
                              Wie kann man aus dem Rahmen fallen, wenn man noch nicht mal im Bilde war?

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