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Auzubildende spricht nicht wirklich mit mir

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    Auzubildende spricht nicht wirklich mit mir

    Hallo!

    Ich stehe mit meiner Auszubildenden (Bürokauffrau, Ende 1.LJ, 19 Jahre) im Moment vor einer Situation, die mir einiges Kopfzerbrechen, ja sogar schlaflose Stunden bereitet.

    Wie gesagt, befinden wir uns noch im 1. Lehrjahr. Meine Auszubildende ist ein sehr ruhiger, wortkarger Mensch aber eigentlich eine ganz Liebe und vor allem was die Arbeit angeht fleißig, zielstrebig, engagiert - kurzum, alles was man sich von einer Auszubildenden wünscht. Wenn man beruflich kritische Anmerkungen macht, befolgt sie diese sofort und auch nachhaltig und ist bemüht die Situation zu verbessern.

    Ganz anders sieht es aber mit dem Zwischenmenschlichen bei ihr aus, was mir im Rahmen meiner (auch menschlichen) Fürsorgepflicht zunehmend zu schaffen macht.
    Meine Auszubildende fügt sich menschlich praktisch überhaupt nicht in unsere Bürogemeinschaft ein. Wenn wir Mittags draußen vor der Tür zusammen sind, bleibt sie an ihrem Schreibtisch sitzen. Bei der gemeinsamen Frühstückspause setzt sie ein "Pokerface" auf und starrt 30 Minuten nur nach unten auf den Tisch. Das geht jetzt seit 11 Monaten so. Ich habe schon oft versucht, sie mehr mit einzubeziehen - keine Chance! Und zwingen, z.B. Mittags mit rauszukommen, kann ich sie ja nicht.

    Der Einzige, zu dem sie noch halbwegs Zutrauen hat und mit dem sie auch mal ein paar Brocken privates erzählt, bin wohl ich. Seit einiger Zeit sind wir auch Facebook-Freunde, seitdem ging es eigentlich bergauf, da sie mir dort viel mehr erzählt hat, wir eben auch mal Witze über dies und das gemacht haben oder auch mal über anderes als berufliches gesprochen haben - selbstverständlich ohne dabei zu privat zu werden. Ansonsten haben wir aber neben dem Büro nichts miteinander zu tun!

    Ich muss zugeben, dass ich ihr Benehmen bei Facebook natürlich ähnlich beobachte wie das auf der Arbeit, auch wenn das vielleicht nicht ganz okay ist. Aber bei beidem stelle ich in letzter Zeit zunehmend fest, dass unsere Auszubildende es an Sozialkompetenz und nötiger Kommunikation zunehmend mangeln lässt. Um es einfach auszudrücken und nicht zu sehr in die Details zu gehen: Sie behandelt sowohl mich (obwohl wir uns sonst sehr gut verstehen) als auch zumindest Facebook-Freunde (wie sie mir in einem Gespräch selbst bestätigt hat) an manchen Tagen schlichtweg wie den letzten Dreck. Bei mir äußert sich das so, dass sie mir einfach nicht antwortet wenn ich sie etwas frage oder ein Gespräch beginnen will sondern nur mit dem Kopf schüttelt, dass sie mir kaum in die Augen gucken kann, dass sie jedem Gespräch mit mir tagelang aus dem Weg geht. Bei Facebook antwortet die dann einfach nicht, wenn man sie anchattet, das hat sie mir selber bestätigt, dass sie das oft so macht wenn sie "keinen Bock" hat, mit jemadem zu reden.

    Ich habe sie darauf gestern angesprochen, habe auch für einen einzigen Tag ihr konkrete Beispiele dafür nennen können. Auf meine Frage, ob sie andere auch manchmal so "behandelt" nickte sie. Auf meine Frage, wie sie sich fühlen würde, wenn ich sie so behandeln würde hat sie geantwortet "Ich kann dich schon verstehen, ich fände das auch nicht gut!"
    Und jetzt frage ich mich: Warum macht sie das dann???
    Seit sie einen neuen Freund hat (seit etwa 3 Wochen) ist es noch schlimmer geworden. Anscheined sind ihr alle anderen Menschen jetzt völlig egal. Ich habe ihr gestern ins Gewissen geredet, dass sie nicht ihre alten Freunde und Freundinnen vergessen darf (und eben auch mich nicht), nur weil sie in einer neuen Beziehung ist und das sie Menschen weh tut mit ihrem Verhalten...

    Nunja, jetzt frage ich mich, ob ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne. Schließlich geht all das auch in ihren Privatbereich hinein, den ich eigentlich immer außen vor halte. Nur verhält sie sich im Büro und mir gegenüber leider oft genauso ungerecht. Und obwohl ich das schon öfter angesprochen habe, ändert sie nichts daran. Auf mich macht es den Eindruck, dass sie immer nur gerade den Menschen Aufmerksamkeit schenkt und mit ihnen kommuniziert, die sie gerade braucht. Und wenn sie sie nicht mehr braucht, können sie wieder gehen! Ich habe halt wohl das "Glück", dass sie mich als ihren Ausbilder noch 2 Jahre braucht, sonst würde ich sie wohl gar nicht mehr erreichen.

    Sollte ich denn versuchen, ihr weiter klar zu machen, dass dieser Weg den sie da im Umgang mit andern Menschen einschlägt, nicht der richtige ist? Rein arbeitsmäßig ist bei ihr ja alles okay. Und mich kostet es ehrlich gesagt viel emotionale Kraft, mich immer wieder damit auseinanderzusetzten. Ich mache mir einfach viel zu viele Gedanken um sie aber ich kann sie doch auch nicht einfach weiter so "in ihr Verderben" laufen lassen? Dafür fühle ich mich einfach zu verantwortlich!
    Zuletzt geändert von SenRossi; 30.06.2011, 08:31.

    #2
    Hallo SenRossi,

    Ihre Fallbeschreibung erweckt den Eindruck, dass Sie (außer mit der Azubine) zu sprechen, nicht viele Möglichkeiten haben, eine Verhaltensänderung herbei zu führen.
    Spontan kommt mir eine Idee, wie Sie etwas zur Selbstreflexion der Auszubildenden beitragen könnten.
    Z.B. ein wöchentlicher Sozialkompetenz-Check.
    Erstellen Sie ein Selbstbeurteilungsblatt mit den Sozialkompetenzen, die Ihnen wichtig sind, z.B. Höflichkeit zu Kunden, Kollegialität, Telefonkompetenz, usw.
    Die Selbstbeurteilung könnte von 1 bis 5 gehen.
    Anfangs wöchentlich, dann vielleicht 14tägig könnten Sie die Selbsteinschätzung mit Ihren Beobachtungen vergleichen und darüber sprechen. Wenn Sie die Auszubildende dafür gewinnen, ist schon vieles erreicht.
    Liegen die Wurzeln der Probleme im privaten Bereich der Azubine, dann sind die Möglichkeiten eher begrenzt.

    Alles Gute!
    Konrad Heil
    Seelsorger
    Dipl.-Handelslehrer
    Dipl.-Betriebswirt (FH)

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      #3
      AW: Auzubildende spricht nicht wirklich mit mir

      Ich denke da fehlt es einfach an mehreren Sachen...gehe doch mal auf den zu, bzw wie ist es denn ausgegangen ?
      Es ist fast wie im richtigen Leben... darum heißt das hier auch Erde und nicht Paradies.

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