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Große Probleme mit Azubine

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  • Große Probleme mit Azubine

    Hallo zusammen,

    seit ein paar Wochen lese ich in diesem Forum mit, da in der Vergangenheit mit unserer neuen Azubine des öfteren Probleme auftreten. Leider häuft sich das in letzter Zeit, so dass ich mich jetzt doch mal an die Community wenden muss, da mein Latein langsam zu Ende geht.
    Kurz zu meiner Person: Ich bin Mitte 20 und seit diesem Jahr Zweiradmechanikermeister. Seit Frühling arbeite ich Vollzeit als Werkstattleiter in einer größeren Motorradwerkstatt, bin dort aber schon seit Mitte letzten Jahres auf 450€-Basis tätig. Ich habe in der Vergangenheit schon diverse Azubis erfolgreich betreut, nun ist dies der erste "Offizielle". Ende letzten Jahres ist eine junge Frau (20 Jahre alt) vorstellig geworden, die sich momentan im Dritten Lehrjahr zur Zweiradmechanikerin befindet. Da sie in der bisherigen Firma nur niederste Hilfsarbeiten ausgeführt hat und dementsprechend auch wenig gelernt hat, hat sie sich bei uns beworben, da sie die Lehrstelle wechseln wollte. Wir haben sie dann übernommen, unter der Bedingung, dass sie sich bemüht und das Dritte Lehrjahr wiederholt, um ihre Wissenslücken zu schließen. Das Potential dazu hätte sie auf jeden Fall, nur nutzt sie das nicht.

    Leider steht es um ihr Fachwissen deutlich schlechter, als zu Anfang angenommen. Sie führt die ihr aufgetragenen Arbeiten zwar aus, jedoch braucht sie dafür doppelt bis dreimal so viel Zeit, wie man das von einer Azubine mit ihrem Kenntnisstand erwarten würde. Dies liegt auch nur zum Teil daran, dass ihr das Wissen fehlt. Sie ist auch mit dem Kopf nicht bei der Sache. Wir sind aber in einer Branche, in der bestimmte Schusseligkeiten und Fehler schnell schwerwiegende Folgen haben können. Man stelle sich vor, es kommt zu einem Unfall durch unsaubere Arbeit. Es gab auch schon Gespräche mit ihr und dem Geschäftsführer, wo ihr klar verdeutlicht wurde, dass gewissenhaftes Arbeiten unerlässlich sei. Leider hat das nur kurzfristig Besserung gebracht. Vor ein paar Wochen ist ihr leider wieder ein Fehler passiert, der im schlimmsten Fall jemandem das Leben hätte kosten können. Ich habe es zwar rechtzeitig bemerkt, jedoch ist dies auf Dauer nicht tragbar, da das Vertrauen in ihre Arbeit gänzlich verloren gegangen ist. Sie hat daraufhin das Gespräch mit dem Geschäftsführer und mir gesucht und gesagt, die Arbeit und das Wissen um ihr fehlendes Fachwissen würden sie zu sehr unter Druck setzen. Wir haben dann ihren Aufgabenbereich minimiert und die Zeitvorgabe für ihre wirklich nicht anspruchsvollen Aufgaben erhöht. Außerdem haben wir mit Innung und Berufsschule Kontakt aufgenommen, um außerhalb der Arbeit eine Art Nachhilfe zu organisieren, die zum Teil innerbetrieblich durch mich in der Firma, sowie durch die Innung in deren Lehrwerkstatt Samstags hätte stattfinden können. Dazu hätte sie jedoch den Anstoß geben müssen, der Weg war schon geebnet. Es kam aber von ihrer Seite nichts mehr, sie arbeitet weiter wie bisher. Gelegentlich sogar so, dass man ihr wirklich vorhandenes Potential erkennt, meistens jedoch schlampig. Ein weiteres Problem von ihr ist auch, dass sie sich gerne in Dinge einmischt, mit denen sie nichts zu tun hat. Das lenkt sie dann zusätzlich ab. Auch war die Handybenutzung während der Arbeit ein großes Problem. Diese beiden Dinge konnte ich allerdings früh unterbinden. Dazu kommt auch noch ihr falsches Ego. Anstatt bei Dingen, die sie nicht schafft, nach Hilfe zu Fragen, vergeudet sie Unmengen an Zeit für etwas, was sie am Ende doch nicht schafft. Geht es z.B. um das Schieben schwerer Maschinen, die doch schon bis zu 500kg wiegen können, lässt sich sich ebenfalls nicht helfen. Sie ist aber körperlich dazu nicht in der Lage, was eigentlich kein Problem darstellt, da ihr dabei gerne geholfen wird. Eine Maschine ist ihr schon mal umgefallen. Auch nicht so toll, aber selbst daraus hat sie nicht gelernt.

    Leider ist es letzte Woche wieder zu einem Vorfall gekommen, der unbedingt zu vermeiden gewesen wäre. Freitag nach Feierabend blieb sie und eine Kollegin aus dem Büro ohne meinem Wissen und ohne professioneller Aufsicht in der Werkstatt, um an deren Motorrad zu schrauben. Die Kollegin machte sich dann auf dem Heimweg und verlor auf der Autobahn die Bremswirkung am der hinteren Bremse. Zu einem Unfall kam es Gott sei Dank nicht. Nicht auszudenken, wenn etwas passiert wäre, womöglich noch an einem Kundenfahrzeug. Das war wieder mal das Resultat vom "Mit dem Kopf nicht bei der Sache sein".
    Auf Nachfrage, wie es dazu kommen konnte, kam außer "Hmm..." und "Weiß auch nicht..." nichts.

    Ich weiß nicht, was ich mit ihr noch machen soll. Dieses Risiko ist für den Betrieb nicht tragbar. Geschweige dessen, dass ich bei Schäden, vor allem bei Personenschäden durch sie voll haftbar gewacht werde. Dies kann bis zu einer Haftstrafe reichen. Diesen Schuh möchte ich mir nicht anziehen. Sicher könnte ich wie bisher jeden ihrer Arbeitsschritte penibles kontrollieren, doch ist das auf Dauer wirtschaftlich nicht tragbar.
    Wie gesagt, ich bin mit meinem Latein am Ende. Alle Zeichen stehen bei mir Richtung ihrer Entlassung, was jedoch bekanntermaßen nicht so einfach ist.
    Vielleicht hat noch jemand eine Idee, was ich mit ihr anstellen kann.

    Vielen Dank schonmal für eure Hilfe.

    Viele Grüße
    AlfreJKwak ;-)

  • #2
    Hallo,

    zunächst erst einmal: ich teile die Einschätzung absolut, dass hier etwas passieren muss. So geht es nicht, das ist wirklich zu gefährlich. Ganz abgesehen von den Nerven und Ressourcen, die Euch die Azubine kostet.

    Offensichtlich ist die Probezeit bereits vorbei, das ist natürlich schade. Kennt Ihr den vorherigen Betrieb? Da stimmt ja manchmal auch nicht alles, was da von den neuen Azubis übermittelt wird.

    Ich könnte jetzt empfehlen noch weiter das (nette) Gespräch mit ihr zu suchen. Das wird aber nichts bringen. Beziehungsweise vielleicht kann man ihr deutlich machen, dass sie den falschen Beruf gewählt hat.

    Meines Erachtens könnt ihr als Betrieb nur mit ganz engen strengen Vorgaben und Aufgaben arbeiten und immer alles penibel und zeitnah kontrollieren, was sie tut. Entweder Sie merkt, dass es Euch ernst ist und bekommt die Kurve, strengt sich also mehr an, oder Ihr findet irgendwann Fehler, die dann zur Abmahnung und im nächsten Schritt auch zur Kündigung führen können. Das ist aber - da hast Du vollkommen Recht - immer heikel, da schnell angreifbar. Das muss schon auch juristisch absolut wasserdicht sein.

    Wie läuft es denn in der Berufsschule?

    Viele Grüße
    Ausbilder75

    Kommentar


    • #3
      Hallo,

      vielen Dank schonmal für die Antwort.

      Die Probezeit ist leider schon vorbei. Der vorherige Betrieb ist in der Branche für den schlechten Umgang mit Azubis schon bekannt, das haben auch die Innung und die Handwerkskammer bestätigt. Wir haben aufgrund der Vorgeschichte unserer Azubine keinen Zweifel daran gehabt, dass in der ersten Lehrstelle versucht wurde, sie loszuwerden. Allerdings dämmert es uns allmählich, dass zu einer Geschichte immer zwei Seiten gehören.

      Die penible Kontrolle der Arbeiten erfolgt nach wie vor, jedoch ist das auf Dauer kein Zustand, zumal ja auch von ihrer Seite keinerlei Interesse für die diversen Nachhilfeangebote etc. kommt.

      Das mehr oder weniger nette Gespräch fand am Montag statt, zu dem Vorfall geäußert hat sie sich nicht wirklich. Es wurde ihr unmissverständlich in Form einer mündlichen Abmahnung klar gemacht, dass eine solche Arbeitsweise nicht länger geduldet wird. Die schriftliche Form folgt. Auch haben wir ihr gesagt, dass sie beim nächsten Schnitzer in der Richtung mit ihrer Kündigung rechnen kann.
      Eigentlich waren wir bisher nicht an einer Kündigung interessiert, da in ihr wirklich Potential steckt, dass man, wenn es richtig genutzt würde, gerne im Betrieb halten möchte. Allerdings ist mir dieses Risiko auf Dauer zu groß, da ja auch ich bei der Endkontrolle etwas übersehen könnte.

      In der Berufsschule läuft es auch durchwachsen. Zwar ist die Unterrichtsbeteiligung laut Berufsschullehrer gut, aber die Noten sprechen eine andere Sprachen. Auch bezüglich des Stoffs in der Schule kommt von ihr keinerlei Initiative, um die Lücken aufzuarbeiten.

      Viele Grüße
      AlfredJKwak

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