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Demografie und Fachkräftesicherung - Aktuelle Problemlagen

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    Demografie und Fachkräftesicherung - Aktuelle Problemlagen

    Die Diskussionen rund um die thematischen Schwerpunkte des Modellversuchsprogramms "Neue Wege/Heterogenität" wirken fort: In den neuen Ländern hat sich mit Wissenschaftlern der Universitäten Dresden, Magdeburg und Rostock eine Forschungsgruppe "Demografie und Fachkräftesicherung in den neuen Bundesländern" konstituiert und gemeinsam mit dem BIBB in mehreren Workshops die Entwicklungen speziell unter der Perspektive der Berufsausbildung in den ostdeutschen Bundesländern thematisiert. Zentrale Befunde sind in dem in diesem Monat erschienenen Sammelband
    "Demografie, Bildung und Fachkräftesicherung in den ostdeutschen Bundesländern - Befunde und Problemlagen aus berufs- und wirtschaftspädagogischer Perspektive" (hrsg. von Robert W. Jahn, Andreas Diettrich, Manuela Niethammer und Astrid Seltrecht im W. Bertelsmann-Verlag, 2018)
    zusammen gefasst.
    Eine zentrale Annahme kann am Beispiel der neuen Bundesländer überzeugend belegt werden:
    * Die bereits hinter uns liegende Abnahme der Schulabsolventenzahlen um mehr als der Hälfte führt zu Nachfragemangel und Problemen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen;
    * Unternehmen sind nicht mehr "von sich aus" in der Lage, unter diesen Entwicklungen alle Jugendlichen erfolgreich auszubilden;
    * Folge sind dramatische Verschlechterungen des Ausbildungserfolgs insbesondere durch die explosionsartige Erhöhung der Vertragslösungsquoten in vielen Ausbildungsberufen des Handwerks;
    * die bereits gut belegbare Entwicklung stagniert seit einigen Jahren mit Vertragslösungszahlen auf einem dramatisch hohen Niveau.
    Belegt werden diese Aussagen durch detaillierte Analysen in ausgewählten Ausbildungsberufen. Beispielsweise kann aufgezeigt werden, dass in Sachsen-Anhalt die Neuvertragszahlen im Tischlerberuf um mehr als 80 % zurückgegangen sind und sich gleichzeitig die Vertragsläsungsquote mehr als verdoppelt. Ähnliche Tendenzen bestehen in Ausbildungsberufen wie Anlagenmechaniker/-in, Elektroniker/-in, Metallbauer/-in oder Maler/-in und Lackierer/-in auch in anderen ostdeutschen Bundesländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen oder Thüringen. Ausgehend von Problemlagen in unterschiedlichen Regionen und Berufsfeldern wird eine Übersicht über bestehende Handlungsfelder gegeben, die entlang der Bildungskette dargestellt werden, und es wird diskutiert, inwieweit aktuelle Handlungsansätze sowohl für spezifische Zielgruppen (wie Flüchtlinge, Studienabbrecher) und Strategien bspw. der betrieblichen Personalentwicklung aufgegriffen werden können.
    Auch in den alten Bundesländern wird diese Entwicklung, die in Ostdeutschland schon 10 Jahre früher eingesetzt hat, nach und nach wirksam und wird hier erst in einigen Jahren abgeschlossen sein.
    Bereits jetzt ist auch für Gesamtdeutschland erkennbar, dass sich in vielen Berufen die demografischen Veränderungen nicht nur durch den Rückgang der Neuvertragszahlen, sondern auch durch die teilweise dramatische Erhöhung der Vertragslösungen auswirken und die Fachkräftesicherung über unser duales Berufsausbildungssystem mehr und mehr in Schieflage gerät. Daher besitzen die hier vorgelegten Analysen eine grundsätzliche Bedeutung nicht nur für die aktuelle berufs- und arbeitspädagogischen Diskussion, sondern zeigen auch Implikationen auf, denen sich die Bildungspolitik in den kommenden Jahren stellen muss.

    #2
    prima Werbung - was nützt es der Ausbilder*in?

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