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Heterogenität in der Berufsausbildung

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  • Ulrike Sammet
    antwortet
    Teilzeitausbildung als Chance

    Das Netzwerk Teilzeitausbildung Baden-Württemberg wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik im Rahmen des Modellversuchs im Programm "Innovative Wege in Duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung" des BIBB initiiert. Das Netzwerk will landesweit über die Möglichkeit zur Teilzeitausbildung informieren und über ein breites Bündnis von PartnerInnen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit die Umsetzung der Teilzeitausbildung fördern und verbreitern. Es setzt sich für eine selbstbestmimte Berufswahlplanung und eine gesicherte Zukunft junger Mütter und Väter sowie von Personen mit Pflegeaufgaben ein. Berufliche Ausbildung bildet eine zentrale Voraussetzung für die Existenzsicherung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das Netzwerk arbeitet darauf hin, vielfältige Zielgruppen zu erreichen und damit weitere Potentiale für die Umsetzung der Teilzeitausbildung zu erschließen. Hierbei sollen sowohl zukünftige Fachkräfte und ihre potenziellen Ausbildungsbetriebe angesprochen als auch weitere Berufsfelder für die Ausbildung in Teilzeit geöffnet werden.
    Mehr Informationen: www.netzwerk-teilzeitausbildung-bw.de

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  • Osinski
    antwortet
    Heterogenität im Jugendwohnen

    Der Modellversuch „Ausbildung in Vielfalt“ arbeitet deutschlandweit an der Vernetzung der Jugendwohnheime innerhalb ihrer Regionen, um das Angebot Jugendwohnen stärker in das Bewusstsein der Unternehmen zu bringen. Ausgehend von den bereits bestehenden Netzwerken vieler Jugendwohnheime haben wir an einzelnen Standorten gezielter Unterstützung zum Ausbau des regionalen Netzwerks geleistet und für alle Jugendwohnheime Deutschlands einen Leitfaden zur Netzwerkarbeit erstellt.

    Von der Arbeit der anderen Modellversuchen angeregt, haben wir aktuell damit begonnen, an einzelnen Standorten Unternehmerstammtische zu initiieren. Wir versprechen uns davon kleine und mittlere Betriebe bzw. deren Ausbildungspersonal, Maßnahmenträger, Kammern, Berufsschulen und Jugendwohnheime an einen Tisch zu bekommen und dann ausbildungsrelevante Themen miteinander zu diskutieren und gemeinsame Ideen zum Ausbildungsmarketing bestimmter Branchen, Betriebe oder der Region zu entwickeln.
    Als Nebeneffekt wollen wir den Unterstützungsbedarf der Betriebe und Berufsschulen mit den Möglichkeiten und Angeboten im Jugendwohnen abgleichen, um möglichst effektive Angebote für Betriebe, Schulen und vor allem junge Menschen zu entwickeln.

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  • MehrWert Fachkraft
    Benutzer

  • MehrWert Fachkraft
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Wir arbeiten in vielen Arbeitsfeldern stark vernetzt. Wir können diese Strukturen für unsere Arbeit gewinnbringend nutzen. Vom Modellversträger in Zusammenarbeit mit zwei Bildungsträgern im SGB II/III-Bereich wurde das „Netzwerk Jugend und Ausbildung im Arbeitsagenturbezirk Ansbach“ initiiert. Hintergrund waren die häufig schwierige und unkoordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure beruflicher Bildung im Bereich Benachteiligtenförderung und der Wunsch den regionalen Ausbildungsmarkt ressourcenschonend und nachhaltig mit zu gestalten. Aktuell sind am Netzwerk Jugend und Ausbildung 18 Institutionen beteiligt. Aufgrund der guten Zusammenarbeit der verschiedenen Netzwerkpartner und weiterer Mitveranstalter konnte im März 2012 ein groß angelegtes Ausbilderforum unter dem Motto „Lehrlinge finden – Fachkräfte binden“ stattfinden. Folgende Ziele wurden mit der Veranstaltung verfolgt: • Bekanntheit vorhandener Unterstützungsinstrumente zum Umgang mit Heterogenität bei ausbildenden KMU steigern • Raum für Vernetzung und Austausch der Ausbilder/-innen • Förderung des regionalen Ausbildungsmarktes unter dem Fokus „Lehrlinge finden – Fachkräfte binden“ Die Struktur der Veranstaltung setzte sich aus einer Workshop- und einer Marktplatz-Phase zusammen. Workshops wurden u.a. zu folgenden Themen angeboten: • Motivation bei Azubis wecken/ nutzen – Lob und Anerkennung: Was motiviert mich selbst? Welche Schlussfolgerungen können für Ausbildung gezogen werden? • Soziale Kompetenzen stärker nutzen: Wie arbeiten KMU bereits mit softskills? Wie kann das ausgebaut werden? Welche Instrumente gibt es? • Neue Zielgruppen für Ausbildung erschließen (Lernbehinderung, Teilzeitausbildung, …): Neue Zielgruppen und Formen von Ausbildung vorstellen und diskutieren Auf dem „Marktplatz“ stellten die Veranstalter dar, welche Ressourcen KMU für die Gestaltung der betrieblichen Ausbildung nutzen können, vor allem bot diese offene Situation aber die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen über aktuelle Themen der Ausbilder/-innen und Bedarfe in der Region.
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 10.10.2012, 12:45. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • petra.gohlke
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Vernetzung und Zusammenarbeit ist insbesondere dann wichtig, wenn es sich um kleine und mittlere Unternehmen handelt - um Jugendliche überhaupt auf sich aufmerksam zu machen und die Jugendlichen mit sehr unterschiedlichen Kompetenzprofilen für die Ausbildung zu gewinnen. Je kleiner das Unternehmen, desto wichtiger werden Partner.

    An dieser Stelle setzen wir im Elektro Technologie Zentrum in unserem Modellversuch S'Cool Wiki an. Es geht uns um die Schaffung eines integrierten Systems einer durchgängigen Übergangsbegleitung Schule-Beruf unter Einbeziehung von Betrieben, Schulen (Haupt-, Real- und Werkrealschule) und überbetrieblichen Ausbildungsstätten. S'Cool Wiki bietet einen Baukasten von einzelnen berufsorientierenden Maßnahmen und Angeboten an, die - je nach schulischer bzw. betrieblicher Situation - miteinander kombiniert werden können. Eine Kollaborationsplattform unter Einsatz von Werkzeugen des Web 2.0 unterstützt die Kooperation und Kollaboration der Beteiligten: Betriebe direkt in Kontakt mit Schulen zu bringen, Schüler/innen den Zugriff auf "suchende" Betriebe zu gewähren... Sie ist damit ein zentrales Instrument für das Netzwerk Schule - Betrieb - Überbetriebliche Ausbildungsstätte, das die Verbindung zwischen Schüler/innen, Lehrer/innen und Ausbilder/innen über den gesamten Prozess der Übergangsbegleitung aufrechterhält.
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 05.10.2012, 14:48. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • Wiebke Schmidt
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    immer stärker wird Fachkräftesicherung zu einem vordringlichen Thema in der Berufsbildung. Dieser Aufgabe stellt sich auch der Modellversuchsschwerpunkt „Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung“
    Ich möchte jetzt auf einen Aspekt aufmerksam machen, der dabei von besonderer Bedeutung ist.
    Es geht um die Netzwerkarbeit. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kommt es darauf an, vielfältige Beziehungen zu knüpfen, in Ausbildungsverbünden zusammen zu arbeiten, Partner für ein externes Ausbildungsmanagement zu finden, sich in regionale Netze einzubringen. Alle Modellversuche unseres Förderschwerpunktes setzen dazu entsprechende Vorhaben um
    Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch hier auf der Pinnwand Eure Erfahrungen dazu einbringen würdet.
    Welche Bedeutung messt Ihr der Netzwerkarbeit zu?
    Welche konkreten Erfahrungen im Bereich Netzwerkarbeit habt Ihr bislang gesammelt?
    Wie gelingt es, regionale Netze erfolgreich aufzubauen und zu verankern?
    Wie können Netze lebendig gehalten und gestaltet werden?

    Danke schon jetzt für Eure Rückmeldungen!
    Viele Grüße
    Wiebke Schmidt, Wissenschaftliche Begleitung im Modellversuchsprogramm "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräfteentwicklung"
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 25.09.2012, 14:23. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • Gabriele Marchl
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Heterogenität in der Ausbildung nutzen, das geht auch über die gesetzlich geregelte Form der Teilzeitausbildung (TZA). Sie ist ein wichtiges Angebot, um die Heterogenität der Jugendlichen, aber auch die der Ausbildungsbetriebe - vor allem der kleinen - positiv zu berücksichtigen. Gerade die Stärken der jungen Menschen, die aus persönlichen Gründen nur einen Teil ihrer täglich zur Verfügung stehenden Zeit für Ausbildung aufwenden können: z.B. weil sie Pflegeverpflichtungen haben. Vor allem junge Mütter sind derzeit Pionierinnen der TZA. Sie nutzen sie als Chance, um in ihrer Situation mit der hohen Verantwortung für ein kleines Kind sich zugleich eine beruflich Zukunft für sich und die eigene Familie zu schaffen. Damit das gelingt, finden sie auch externe Unterstützung z.B. von der Jugendberufshilfe, bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz und im Verlauf der gesamten TZA.
    Die Rückmeldung der Unternehmen, die sich z. B. im Rahmen des Modellversuchs "Qualifizierungsprojekt zur Entwicklung regionaler Akquise- und Betriebsbegleitungsstrategien für spezielle Ausbildungsbedürfnisse am Beispiel der Teilzeitausbildung für junge Mütter und Väter" auf das „Experiment" TZA eingelassen haben, ist sehr positiv. Sie sehen wie gut das in der Praxis läuft und können damit etwas zur Sicherung ihres künftigen Fachkräftebedarfs tun. Der zu Beginn etwas höhere logistische Aufwand wird durch die Beratung sowie die Begleitung der besonders motivierten TZAzubis mehr als kompensiert.

    Was meinen Sie? Wäre das nicht auch eine Ausbildungsform für Ihren Betrieb? Vielleicht lassen sich von der LAG Mädchenpolitik und ihrem Netzwerk (Ulrike Sammet, Sybille Hahn) einmal „beraten“. Weitere Informationen finden unter www.qualifizierungsprojekt@lag-maedchenpolitik-bw.de

    Gabriele Marchl, wissenschaftliche Begleitung im Modellversuchsprogramm "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräfteentwicklung"
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 02.08.2012, 14:32. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • gisela.westhoff
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Unser Pinnwandthema „Heterogenität in der Berufsbildung“ hat großes Interesse gefunden.
    Lassen Sie mich daher über folgendes informieren:
    1. Der Modellversuchsschwerpunkt "Neue Wege / Heterogenität" wird im Rahmen der 13. Christiani-Ausbilderinnen- und Ausbildertagetage am 20. und 21.September in Konstanz eine Fachtagung „Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung“ gestalten. Wir würden uns sehr freuen, Sie dort begrüßen zu können.
    2. Eng verbunden mit der Thematik der Heterogenität ist die Kompetenzentwicklung in Aus- und Weiterbildungsprozessen, zu der hierzu eben ein neues Buch erschienen ist: Westhoff, Gisela; Jenewein, Klaus; Ernst, Helmut (Hrsg.): Kompetenzentwicklung in der flexiblen und gestaltungsoffenen Aus- und Weiterbildung, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, 2012. Eine Besonderheit besteht darin, dass sich die 38 Autorinnen und Autoren auf empirische Ergebnisse aus insgesamt 28 Modellversuchen zur Flexibilität und Gestaltungsoffenheit beziehen. Diese Modellversuche waren in einem Programm zusammengefasst, das dem aktuellen Förderschwerpunkt "Neue Wege / Heterogenität" vorausgegangen ist.
    3. Auf eine weitere Publikation aus Österreich (Universität Linz) zum Thema Kompetenz möchte ich ebenfalls hinweisen: Gerhard Niedermair (Hrsg.): „Kompetenzen entwickeln, messen und bewerten“ Trauner Verlag Linz 2012. Hier wird eine andere Perspektive für die Berufsbildung eingenommen und "eine Art Kompass durch das Labyrinth der vielschichtigen Kompetenzthematik" angeboten. Als Förderschwerpunkt "Neue Wege / Heterogenität" haben wir uns dort auch eingebracht.

    Ich freue mich auf die weitere Diskussion mit Ihnen.

    Gisela Westhoff
    BIBB
    Leiterin des Modellversuchsprogramms "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräfteentwicklung"
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 20.07.2012, 10:39. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • O.-v.-G.-Uni MD IBBP
    Benutzer

  • O.-v.-G.-Uni MD IBBP
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Die Idee einen "Runden Tisch" zu etablieren finde ich, ist ein sehr produktiver Ansatz, da hier die Möglichkeit besteht, Informationen schnell und effizient weiterzutragen. Zudem wird dadurch der gesamte Matchingprozess "entbürokratisiert" und gewinnt eine eigene Dynamik, die nur förderlich sein kann. Vielerorts gibt es zwar langjährige Netzwerke, die aber oft genug nur formal existieren und deren Informationsfluss deshalb träge und langatmig ist. Die regionalen Möglichkeiten und Ressourcen bleiben dabei oft ungenutzt und viele lohnende Bemühungen scheitern an starren Strukturen. Alle beteiligten Akteure zusammenzubringen und damit die "kurzen Wege" zu nutzen, bringt langfristig mehr Synergien, eine bessere Transparenz und eine Stärkung der Verantwortlichkeiten auf allen Seiten. Einen weiteren positiven Effekt sehe ich darin, hier wirklich eine individuelle und passgenaue Förderung und Begleitung zu installieren, aber auch konkrete Forderungen an Bewerber/innen und Unternehmen zu formulieren.

    Heidi Felsche, wissenschaftliche Begleitung der Modellversuche
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 10.07.2012, 14:07. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • ASM e.V.
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Das Thema „Heterogenität“ in der Berufsausbildung hat nicht nur in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine wichtige Bedeutung, sondern auch in der Bildung gewinnt es immer mehr an Gewichtung und Bedeutung. Mittlerweile haben viele Unternehmen durch den drohenden Fachkräftemangel erkannt und akzeptiert, dass für die Gewinnung und Einbeziehung ihres Nachwuchses unterschiedliche Strategien eröffnet werden müssen, um Jugendliche mit Vermittlungshemmnissen in die duale Berufsausbildung aufzunehmen. Das externe Ausbildungsmanagement ist eine wichtige Strategie, auf die viele KMU zurückgreifen. Um in Zukunft ein funktionierendes Ausbildungsmarketing zu etablieren, muss in abgestimmter Zusammenarbeit zwischen KMU und externen Akteuren ein funktionierendes Ausbildungsmarketing etabliert werden. Im Projekt „Heterogenität in Berufsorientierung und Ausbildung“ von der Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. wurde hierzu der Runde Tisch geschaffen. Die Idee, die hinter dem Runden Tisch steckt ist, Lehrer, Träger und Institutionen über die Unübersichtlichkeit des Hamburger Ausbildungsmarktes und Ausbildungssituation zu informieren und einen aktuellen Fachaustausch unter Trägern und Institutionen anzuregen.
    Die Perspektive ist, langjährig einen Austausch zwischen den Trägern und Institutionen herzustellen und die Kooperation untereinander - besonders in Bezug zu Berufsorientierungsthemen - zu verstärken.

    ASM e.V.
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 09.07.2012, 12:02. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • Musy
    antwortet
    Heterogenität in der Berufgsausbildung

    In den KMU in der Region Niederbayern/Hinterer Bayerischer Wald finden ebenfalls breite Ausbildungsaktivitäten statt, die unmittelbar auf den Fachkräftebedarf bezogen sind. Die demographische Problematik wird an den sinkenden Bewerberzahlen sichtbar, wobei hier noch der Abwanderungsdruck in die größeren Städte sowie zu renommierten Konzernen – vor allem BMW, der in der Region über 20 000 Leute beschäftigt – hinzu kommt. Unter den KMU der Region finden sich zahlreiche sehr leistungsfähige Unternehmen aus technischen Bereichen (Verfahrenstechnik, Maschinenbau)

    Die klassischen betrieblichen Verfahren zur Bestimmung der Ausbildungseignung eines jugendlichen Bewerbers um einen Ausbildungsplatz stellen gemäß unseren Ergebnissen eine Mixtur aus einer an die Schulnoten oder vergleichbare Tests geknüpften generalisierten Leistungsvermutung und von auf allgemeine Verhaltens- und Selbstpräsentationsmerkmale gestützte Einschätzungen der erwartbaren ausbildungsbezogenen Verhaltensweisen dar, die als erforderlich erachtet werden, um im Betrieb eine bestimmte Berufsausbildung erfolgreich durchhalten und auch bestehen zu können.

    Dabei geht der Betrieb davon aus, dass er
    1. die am besten geeigneten Bewerber ermitteln und für sich gewinnen möchte und
    2. dies durch die bezeichnete Vorgehensweise auch gelingt.

    Hier setzt unser Modellversuch an: Angesichts von immer weniger jungen Leuten, die sich um einen Ausbildungsplatz bewerben, geht es für die Betriebe in Zukunft zuallererst darum, überhaupt geeignete Auszubildende ausfindig zu machen und für ihr Ausbildungsangebot zu gewinnen. Dies impliziert, dass auch heterogene Gruppen von Jugendlichen Berücksichtigung finden müssen, was in der bezeichneten Region vor allem lernschwächere und mit schlechteren Schulabschlüssen ausgestattete junge Leute betrifft. Bei diesen greift das auf subrationalen Erfahrungswerten beruhende, auf bestimmte persönliche Verhaltensmerkmale fokussierte Bauchgefühl der Ausbildungsverantwortlichen nur eingeschränkt, da in diesen Erfahrungswerten wegen der bisherigen Auswahlstrategien die heterogenen Gruppen eben nicht berücksichtigt sind.

    Daraus folgt für unseren Modellversuch ein auf die Ergebnisse der Berufspädagogik bezogener, kompetenzorientierter Ansatz, der von den wirklichen Anforderungen, die der Betrieb im Rahmen des Ausbildungsverlaufs an die Auszubildenden heranträgt und deren Systematisierung ausgeht.

    Damit rücken die Lern- und praktische berufsbezogene Handlungsfähigkeit der Jugendlichen in den Fokus, was impliziert, dass Auszubildende als lernende und entwicklungsfähige junger Menschen gedacht werden, bei denen sich die Vorstellung, sie müssten schon alle „idealen“ Eigenschaften des künftigen Facharbeiters mit sich bringen, schon qua berufspädagogischer Einsicht verbietet. Ebenso versuchen wir zu verdeutlichen, dass die abstrakten Schulnoten zusammen mit heuristischen personen- oder verhaltensbezogenen „Markern“ weder die Lernbereitschaft und –fähigkeit, noch die handlungspraktischen Erfahrungen und Kompetenzen der Jugendlichen hinreichend berücksichtigen.

    Rainer Schreiber
    Projektleiter des Modellversuchs
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 03.07.2012, 14:15. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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  • adalbert.ruschel
    Moderator

  • adalbert.ruschel
    antwortet
    Ausbildungsorientierte Alphabetisierung

    Hallo Frau Rothe,
    das Thema macht mir auch schon seit einiger Zeit Sorgen, genau genommen beschäftigt es mich schon seit über vierzig Jahren - unter unterschiedlichen Gesichtspunkten. So kam Einiges zusammen. Es gab auch hin und wieder einen kleinen Zeitschriftenbeitrag dazu.
    Jetzt habe ich mich entschlossen, aus dem gesammelten Material ein Buch zu machen. Das Typoskript dazu liegt seit einigen Tagen beim Kiehl Verlag und wird, wenn dem Verlag kein besserer Titel einfällt, demnächst wie folgt veröffentlicht:

    Förderung der Lesekompetenz in der Berufsausbildung : Handreichung für Ausbilderinnen und Ausbilder und Lehrerinnen und Lehrer

    Den letzten Anstoß zur Buch-Veröffentlichung gab eine Fachtagung "Deutsch und Basisqualifizierung im Betrieb" im März d.J. in Hamburg. Wenn die Unternehmen als Auszubildende nehmen müssen, was sich ihnen bietet - und das werden sie -, dann wird eine Riesenherausforderung auf sie zukommen: Nachqualifizierung von Abgängern aus allgemeinbildenden Schulen in den so genannten funktionalen Techniken. Ob die Ausbilderinnen und Ausbilder sich der Aufgabe überhaupt stellen können, wird von ihrer Bereitschaft abhängen, sich dafür zu qualifizieren. Für Amateure ist das nichts! Die gelegentlich zu hörende Hoffnung auf die allgemein-bildenden Schulen kann ich nicht teilen.
    Wir werden sehen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Adalbert Ruschel

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  • Kathleen Rothe
    antwortet
    Ausbildungsorientierte Alphabetisierung

    7,5 Millionen Menschen zwischen 18 und 64 Jahren verfügen laut der leo. - Level-One Studie (2011) der Universität Hamburg in Deutschland über unzureichende Schriftsprachkenntnisse. Die Problemlage wird verschärft, wenn man bedenkt, wie viele Jugendliche jährlich die Schule mit Schriftsprachkenntnissen auf dem untersten Kompetenzniveau verlassen und in der Studie noch nicht erfasst sind. Ein Großteil dieser Jugendlichen mündet nach Beendigung der allgemeinbildenden Schulzeit in die Erwerbslosigkeit und oftmals in Bildungsangebote am Übergang Schule-Beruf. Ein anderer, kleinerer Teil der Jugendlichen schafft den Übergang in eine betriebliche Ausbildung. Oftmals brechen diese Jugendlichen die Ausbildung vorzeitig und ohne Abschluss ab. Aufgrund der zunehmenden Fachkräfteknappheit in einigen Branchen und Regionen werden leistungsschwächere Jugendliche zukünftig als Arbeitskräftepotenzial an Bedeutung gewinnen.
    Als einer der BIBB-Modellversuche im Förderschwerpunkt Heterogenität unterstützt das f-bb betriebliches und außerbetriebliches Bildungspersonal darin, Schriftsprach- bzw. Grundbildungsdefizite bei Jugendlichen zu erkennen. Durch geeignete Förderinstrumente können diese Jugendlichen in ihren noch nicht ausgeprägten Grundbildungskenntnissen unterstützt und an Ausbildung herangeführt werden. Wichtig dabei ist uns, dass diese Jugendlichen im Sinne des Inklusionsgedankens integrativ in der Gruppe gefördert werden. Das f-bb entwickelt und erprobt hierzu gemeinsam mit Betrieben, Bildungseinrichtungen und Wissenschaftsexperten entsprechende Ansätze und bietet Workshops an. An einem Austausch zu diesem Thema sind wir jederzeit interessiert.
    Zuletzt geändert von Kathleen Rothe; 03.07.2012, 10:21.

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  • reissmann.j@gesa-ag.de
    Benutzer

  • reissmann.j@gesa-ag.de
    antwortet
    Nachqualifizierung unter Nutzung von Zeitarbeit

    Abschlussorientierte modulare Nachqualifizierung ist ein Weg zum Berufsabschluss, der auch vom BMBF-Programm "Perspektive Berufsabschluss" gefördert wird. Die Teilnehmer erwerben praktische Kenntnisse in Unternehmen und/oder bei Bildungsdienstleistern.
    In unserem Modellversuch "Brücke in die duale Ausbildung (BridA)" untersuchen wir im Teilprojekt Zeitarbeit, ob der Erwerb von Praxiskenntnissen auch im Rahmen einer Beschäftigung in Zeitarbeit erfolgen kann. Zielgeruppe sind Ausbildungs- und Studienabbrecher, junge Leute, die ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können oder wollen und schulmüde Jugendliche, die zwar arbeiten und Geld verdienen wollen, aber nicht mehr für Schule motiviert sind.
    Ein erstes Pilotprojekt ist erfolgreich angelaufen.
    An der weiteren Erprobung interessierte Zeitarbeitsfirmen, können noch am Projekt mitarbeiten. Auf diesem Weg können zusätzliches Fachkräfte gewonnen werden. Darüber hinaus zeigen die beteiligten Zeitarbeitsunternehmen Interesse an der Entwicklung Ihrer externen Mitarbeiter und heben sich von Mitbewerbern, die nur von Personaldisposition leben, ab.

    Jürgen Reißmann, Modellversuch BridA
    reissmann.j@gesa-ag.de
    Benutzer
    Zuletzt geändert von reissmann.j@gesa-ag.de; 20.06.2012, 13:02.

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  • ralf.marohn
    antwortet
    Ausbildungsmarketing

    Ausbildung ist und wird auf Grund der demografischen Entwicklung und der zunehmenden Heterogenität der Auszubildenden nicht leichter, sie ist aber zur Sicherung des zukünftigen Fachkräftebedarfs in den kleinen und mittleren Unternehmen alternativ los. Bereits vor Beginn der Ausbildung müssen die Unternehmen immer größere Anstrengungen unternehmen, um ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Dieser Prozess umfasst die Gewinnung von Jugendlichen für eine duale Ausbildung, der Auswahl von geeigneten Jugendlichen und vor allem die Bindung der Jugendlichen an das Unternehmen bis zum Ausbildungsstart.
    Zurzeit ist das Verhältnis von Schulabgängern zu Ausbildungsplätzen in der Region Westmecklenburg 1:2. Das bedeutet, dass die Jugendlichen sich bei entsprechenden Leistungen ihren zukünftigen Ausbildungsplatz aussuchen können. Dieses führt dazu, dass frühzeitig geschlossene Ausbildungsverträge wieder gelöst werden oder Schulabgänger mehrere Ausbildungsverträge abschließen und sich dann sehr kurzfristig für einen Ausbildungsbetrieb entscheiden. Hieraus ergibt sich eine neue Herausforderung für die Unternehmen – die enge Bindung der Jugendlichen an das Unternehmen. Erste Erfahrungen im Modellversuch zeigen, dass über die Mitgestaltung des Berufsorientierungsprozess an Schulen ein langfristiger Bindungsprozess erfolgen kann. Handlungsorientierte Angebote für Jugendliche am Lernort Betrieb führen häufig zu einem ersten Kontakten und Kennenlernen. Ein solches Angebot wäre zum Beispiel eine Betriebserkundung. Interessierten Jugendlichen könnte dann ein Betriebspraktikum angeboten werden, welches dann bereits zu einem intensiveren kennenlernen führt. Wenn ein beiderseitiges Interesse besteht, muss dieser Prozess seitens des Unternehmens weiter gestaltet werden.
    In diesem Zusammenhang ist die Willkommenskultur in den Betrieben von außerordentlicher Bedeutung. Jugendliche spüren sehr genau ob es dem Unternehmen mit ihnen ernst ist und schlussfolgern daraus auf die Ausbildungskultur. Auszubildende betonten in Gesprächen, dass die familiäre Atmosphäre vor allem in kleinen Unternehmen ein Grund war, sich für ein solches Unternehmen zu entscheiden.

    Ralf Marohn
    Modellversuch "Vielfalt und Innovation"

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  • eduvisor
    antwortet
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Ausbildung in Teilzeit und Ausbildungsmarketing
    Was hindert Betriebe daran, trotz drohenden Fachkräftemangels noch mehr auszubilden. Bleiben die Ausbildungsplätze leer, weil es keine geeigneten Bewerber gibt? Suchen Jugendlicher eher eine schulische Ausbildung, bevor sie sich um eine Lehrstelle im dualen System bemühen. In vielen Betrieben und Projekten, so auch im Modellversuchsschwerpunkt "Neue Wege in die
    duale Ausbildung – Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung" werden neue Wege beschritten. Neulich hatten wir Gelegenheit, an einem Workshop der Kontaktstelle Frau und Beruf an der IHK Ulm teilzunehmen, da ging es um die Teilzeitausbildung für Alleinerziehende Väter und Mütter. Das Interesse der anwesenden zahlreichen Betriebe an diese Ausbildungsform war sehr groß und sie wünschten sich noch mehr Unterstützung und Beratung. Bildungsdienstleistern eröffnet sich hier ein neues Handlungsfeld. Besonders überzeugend waren die Erfahrungsberichte eines Unternehmers und einer Auszubildenden mit dieser Ausbildungsform. Gibt es auch bei Euch Erfahrungen?
    Ausbildungsmarketing ist ein weiteres Thema. Es geht nicht nur um Flyer, Annoncen und Bildungsmessen. Auch hier sind wir gespannt auf Eure Erfahrungen. Wie können Auszubildende in ihrer Vielfalt und Heterogenität mit den Unternehmen zusammen gebracht werden? Viele Betriebe wissen genau: Es geht nicht um die vermeintlich Besten, also die mit den besten Schulzeugnissen, sondern um die Jugendlichen, die für den Beruf geeignet sind und die sich mit ihrem neuen Ausbildungsbetrieb identifizieren können. Wir sollten weiter darüber diskutieren. Ich freue mich jedenfalls darüber, dass unser Pinnwandthema so ein großes Interesse gefunden hat.

    Beste Grüße
    Helmut Ernst
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 31.05.2012, 08:17. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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