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Heterogenität in der Berufsausbildung

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    #16
    Heterogenität in der Berufsausbildung

    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    Unser Pinnwandthema „Heterogenität in der Berufsbildung“ hat großes Interesse gefunden.
    Lassen Sie mich daher über folgendes informieren:
    1. Der Modellversuchsschwerpunkt "Neue Wege / Heterogenität" wird im Rahmen der 13. Christiani-Ausbilderinnen- und Ausbildertagetage am 20. und 21.September in Konstanz eine Fachtagung „Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung“ gestalten. Wir würden uns sehr freuen, Sie dort begrüßen zu können.
    2. Eng verbunden mit der Thematik der Heterogenität ist die Kompetenzentwicklung in Aus- und Weiterbildungsprozessen, zu der hierzu eben ein neues Buch erschienen ist: Westhoff, Gisela; Jenewein, Klaus; Ernst, Helmut (Hrsg.): Kompetenzentwicklung in der flexiblen und gestaltungsoffenen Aus- und Weiterbildung, W. Bertelsmann Verlag, Bielefeld, 2012. Eine Besonderheit besteht darin, dass sich die 38 Autorinnen und Autoren auf empirische Ergebnisse aus insgesamt 28 Modellversuchen zur Flexibilität und Gestaltungsoffenheit beziehen. Diese Modellversuche waren in einem Programm zusammengefasst, das dem aktuellen Förderschwerpunkt "Neue Wege / Heterogenität" vorausgegangen ist.
    3. Auf eine weitere Publikation aus Österreich (Universität Linz) zum Thema Kompetenz möchte ich ebenfalls hinweisen: Gerhard Niedermair (Hrsg.): „Kompetenzen entwickeln, messen und bewerten“ Trauner Verlag Linz 2012. Hier wird eine andere Perspektive für die Berufsbildung eingenommen und "eine Art Kompass durch das Labyrinth der vielschichtigen Kompetenzthematik" angeboten. Als Förderschwerpunkt "Neue Wege / Heterogenität" haben wir uns dort auch eingebracht.

    Ich freue mich auf die weitere Diskussion mit Ihnen.

    Gisela Westhoff
    BIBB
    Leiterin des Modellversuchsprogramms "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräfteentwicklung"
    Zuletzt geändert von martin.pfaff; 20.07.2012, 10:39. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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      #17
      Heterogenität in der Berufsausbildung

      Heterogenität in der Ausbildung nutzen, das geht auch über die gesetzlich geregelte Form der Teilzeitausbildung (TZA). Sie ist ein wichtiges Angebot, um die Heterogenität der Jugendlichen, aber auch die der Ausbildungsbetriebe - vor allem der kleinen - positiv zu berücksichtigen. Gerade die Stärken der jungen Menschen, die aus persönlichen Gründen nur einen Teil ihrer täglich zur Verfügung stehenden Zeit für Ausbildung aufwenden können: z.B. weil sie Pflegeverpflichtungen haben. Vor allem junge Mütter sind derzeit Pionierinnen der TZA. Sie nutzen sie als Chance, um in ihrer Situation mit der hohen Verantwortung für ein kleines Kind sich zugleich eine beruflich Zukunft für sich und die eigene Familie zu schaffen. Damit das gelingt, finden sie auch externe Unterstützung z.B. von der Jugendberufshilfe, bei der Suche nach einem passenden Ausbildungsplatz und im Verlauf der gesamten TZA.
      Die Rückmeldung der Unternehmen, die sich z. B. im Rahmen des Modellversuchs "Qualifizierungsprojekt zur Entwicklung regionaler Akquise- und Betriebsbegleitungsstrategien für spezielle Ausbildungsbedürfnisse am Beispiel der Teilzeitausbildung für junge Mütter und Väter" auf das „Experiment" TZA eingelassen haben, ist sehr positiv. Sie sehen wie gut das in der Praxis läuft und können damit etwas zur Sicherung ihres künftigen Fachkräftebedarfs tun. Der zu Beginn etwas höhere logistische Aufwand wird durch die Beratung sowie die Begleitung der besonders motivierten TZAzubis mehr als kompensiert.

      Was meinen Sie? Wäre das nicht auch eine Ausbildungsform für Ihren Betrieb? Vielleicht lassen sich von der LAG Mädchenpolitik und ihrem Netzwerk (Ulrike Sammet, Sybille Hahn) einmal „beraten“. Weitere Informationen finden unter www.qualifizierungsprojekt@lag-maedchenpolitik-bw.de

      Gabriele Marchl, wissenschaftliche Begleitung im Modellversuchsprogramm "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräfteentwicklung"
      Zuletzt geändert von martin.pfaff; 02.08.2012, 14:32. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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        #18
        Heterogenität in der Berufsausbildung

        Liebe Kolleginnen und Kollegen,

        immer stärker wird Fachkräftesicherung zu einem vordringlichen Thema in der Berufsbildung. Dieser Aufgabe stellt sich auch der Modellversuchsschwerpunkt „Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung“
        Ich möchte jetzt auf einen Aspekt aufmerksam machen, der dabei von besonderer Bedeutung ist.
        Es geht um die Netzwerkarbeit. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kommt es darauf an, vielfältige Beziehungen zu knüpfen, in Ausbildungsverbünden zusammen zu arbeiten, Partner für ein externes Ausbildungsmanagement zu finden, sich in regionale Netze einzubringen. Alle Modellversuche unseres Förderschwerpunktes setzen dazu entsprechende Vorhaben um
        Ich würde mich freuen, wenn Ihr auch hier auf der Pinnwand Eure Erfahrungen dazu einbringen würdet.
        Welche Bedeutung messt Ihr der Netzwerkarbeit zu?
        Welche konkreten Erfahrungen im Bereich Netzwerkarbeit habt Ihr bislang gesammelt?
        Wie gelingt es, regionale Netze erfolgreich aufzubauen und zu verankern?
        Wie können Netze lebendig gehalten und gestaltet werden?

        Danke schon jetzt für Eure Rückmeldungen!
        Viele Grüße
        Wiebke Schmidt, Wissenschaftliche Begleitung im Modellversuchsprogramm "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräfteentwicklung"
        Zuletzt geändert von martin.pfaff; 25.09.2012, 14:23. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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          #19
          Heterogenität in der Berufsausbildung

          Vernetzung und Zusammenarbeit ist insbesondere dann wichtig, wenn es sich um kleine und mittlere Unternehmen handelt - um Jugendliche überhaupt auf sich aufmerksam zu machen und die Jugendlichen mit sehr unterschiedlichen Kompetenzprofilen für die Ausbildung zu gewinnen. Je kleiner das Unternehmen, desto wichtiger werden Partner.

          An dieser Stelle setzen wir im Elektro Technologie Zentrum in unserem Modellversuch S'Cool Wiki an. Es geht uns um die Schaffung eines integrierten Systems einer durchgängigen Übergangsbegleitung Schule-Beruf unter Einbeziehung von Betrieben, Schulen (Haupt-, Real- und Werkrealschule) und überbetrieblichen Ausbildungsstätten. S'Cool Wiki bietet einen Baukasten von einzelnen berufsorientierenden Maßnahmen und Angeboten an, die - je nach schulischer bzw. betrieblicher Situation - miteinander kombiniert werden können. Eine Kollaborationsplattform unter Einsatz von Werkzeugen des Web 2.0 unterstützt die Kooperation und Kollaboration der Beteiligten: Betriebe direkt in Kontakt mit Schulen zu bringen, Schüler/innen den Zugriff auf "suchende" Betriebe zu gewähren... Sie ist damit ein zentrales Instrument für das Netzwerk Schule - Betrieb - Überbetriebliche Ausbildungsstätte, das die Verbindung zwischen Schüler/innen, Lehrer/innen und Ausbilder/innen über den gesamten Prozess der Übergangsbegleitung aufrechterhält.
          Zuletzt geändert von martin.pfaff; 05.10.2012, 14:48. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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            #20
            Heterogenität in der Berufsausbildung

            Wir arbeiten in vielen Arbeitsfeldern stark vernetzt. Wir können diese Strukturen für unsere Arbeit gewinnbringend nutzen. Vom Modellversträger in Zusammenarbeit mit zwei Bildungsträgern im SGB II/III-Bereich wurde das „Netzwerk Jugend und Ausbildung im Arbeitsagenturbezirk Ansbach“ initiiert. Hintergrund waren die häufig schwierige und unkoordinierte Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure beruflicher Bildung im Bereich Benachteiligtenförderung und der Wunsch den regionalen Ausbildungsmarkt ressourcenschonend und nachhaltig mit zu gestalten. Aktuell sind am Netzwerk Jugend und Ausbildung 18 Institutionen beteiligt. Aufgrund der guten Zusammenarbeit der verschiedenen Netzwerkpartner und weiterer Mitveranstalter konnte im März 2012 ein groß angelegtes Ausbilderforum unter dem Motto „Lehrlinge finden – Fachkräfte binden“ stattfinden. Folgende Ziele wurden mit der Veranstaltung verfolgt: • Bekanntheit vorhandener Unterstützungsinstrumente zum Umgang mit Heterogenität bei ausbildenden KMU steigern • Raum für Vernetzung und Austausch der Ausbilder/-innen • Förderung des regionalen Ausbildungsmarktes unter dem Fokus „Lehrlinge finden – Fachkräfte binden“ Die Struktur der Veranstaltung setzte sich aus einer Workshop- und einer Marktplatz-Phase zusammen. Workshops wurden u.a. zu folgenden Themen angeboten: • Motivation bei Azubis wecken/ nutzen – Lob und Anerkennung: Was motiviert mich selbst? Welche Schlussfolgerungen können für Ausbildung gezogen werden? • Soziale Kompetenzen stärker nutzen: Wie arbeiten KMU bereits mit softskills? Wie kann das ausgebaut werden? Welche Instrumente gibt es? • Neue Zielgruppen für Ausbildung erschließen (Lernbehinderung, Teilzeitausbildung, …): Neue Zielgruppen und Formen von Ausbildung vorstellen und diskutieren Auf dem „Marktplatz“ stellten die Veranstalter dar, welche Ressourcen KMU für die Gestaltung der betrieblichen Ausbildung nutzen können, vor allem bot diese offene Situation aber die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen über aktuelle Themen der Ausbilder/-innen und Bedarfe in der Region.
            Zuletzt geändert von martin.pfaff; 10.10.2012, 12:45. Grund: Titel des Beitrags nachgetragen

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              #21
              Heterogenität im Jugendwohnen

              Der Modellversuch „Ausbildung in Vielfalt“ arbeitet deutschlandweit an der Vernetzung der Jugendwohnheime innerhalb ihrer Regionen, um das Angebot Jugendwohnen stärker in das Bewusstsein der Unternehmen zu bringen. Ausgehend von den bereits bestehenden Netzwerken vieler Jugendwohnheime haben wir an einzelnen Standorten gezielter Unterstützung zum Ausbau des regionalen Netzwerks geleistet und für alle Jugendwohnheime Deutschlands einen Leitfaden zur Netzwerkarbeit erstellt.

              Von der Arbeit der anderen Modellversuchen angeregt, haben wir aktuell damit begonnen, an einzelnen Standorten Unternehmerstammtische zu initiieren. Wir versprechen uns davon kleine und mittlere Betriebe bzw. deren Ausbildungspersonal, Maßnahmenträger, Kammern, Berufsschulen und Jugendwohnheime an einen Tisch zu bekommen und dann ausbildungsrelevante Themen miteinander zu diskutieren und gemeinsame Ideen zum Ausbildungsmarketing bestimmter Branchen, Betriebe oder der Region zu entwickeln.
              Als Nebeneffekt wollen wir den Unterstützungsbedarf der Betriebe und Berufsschulen mit den Möglichkeiten und Angeboten im Jugendwohnen abgleichen, um möglichst effektive Angebote für Betriebe, Schulen und vor allem junge Menschen zu entwickeln.

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                #22
                Teilzeitausbildung als Chance

                Das Netzwerk Teilzeitausbildung Baden-Württemberg wurde von der Landesarbeitsgemeinschaft Mädchenpolitik im Rahmen des Modellversuchs im Programm "Innovative Wege in Duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung" des BIBB initiiert. Das Netzwerk will landesweit über die Möglichkeit zur Teilzeitausbildung informieren und über ein breites Bündnis von PartnerInnen aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit die Umsetzung der Teilzeitausbildung fördern und verbreitern. Es setzt sich für eine selbstbestmimte Berufswahlplanung und eine gesicherte Zukunft junger Mütter und Väter sowie von Personen mit Pflegeaufgaben ein. Berufliche Ausbildung bildet eine zentrale Voraussetzung für die Existenzsicherung und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Das Netzwerk arbeitet darauf hin, vielfältige Zielgruppen zu erreichen und damit weitere Potentiale für die Umsetzung der Teilzeitausbildung zu erschließen. Hierbei sollen sowohl zukünftige Fachkräfte und ihre potenziellen Ausbildungsbetriebe angesprochen als auch weitere Berufsfelder für die Ausbildung in Teilzeit geöffnet werden.
                Mehr Informationen: www.netzwerk-teilzeitausbildung-bw.de

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                  #23
                  AW: Heterogenität in der Berufsausbildung

                  Liebe Kolleginnen und Kollegen,
                  die Modellversuchsarbeit ist auf einem guten Weg. Das brachte auch ein Arbeitsforum am 3. und 4. Dezember in Annaberg Buchholz zum Ausdruck. Der Erzgebirgskreis mit seiner weltberühmten Schnitzkunst und den wunderschönen Weihnachtmärkten ist nicht nur das Weihnachtsland, sondern auch eine moderne Industrieregion mit leistungsfähigen innovativen mittelständischen Unternehmen. Diese stellen zunehmend attraktive Ausbildungsplätze zur Verfügung, um ihren zukünftigen Fachkräftebedarf zu sichern. Zu diesen Firmen gehören auch häufig die mit Skepsis betrachteten Zeitarbeitsunternehmen. Drei von ihnen, tarifgebunden, berichteten auf diesem Forum von ihren Anstrengungen, jungen Menschen, sogenannten Altbewerbern, durch Nachqualifizierung eine berufliche Zukunft zu sichern. Unterstützt werden Sie dabei vom Modellversuch BRIDA, über den Herr Reißmann hier auf der Pinnwand bereits berichtete.
                  Der Bundestagsabgeordnete Herr Heinz-Peter Haustein brachte auf dem Forum zum Ausdruck, wie wichtig es für das Erzgebirge ist, allen Jugendlichen in ihrer Vielfalt eine Chance auf einen betrieblichen Ausbildungsplatz zu eröffnen. Er ermutigte die anwesenden Modellversuche, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen, übertragbare Konzepte, Instrumente und Methoden zu entwickeln und umzusetzen, um das Potenzial an Auszubildenden zu erweitern und den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu sichern
                  Dabei muss die zunehmende Heterogenität der Jugendlichen, wie z.B. Migrationshintergrund, Alter, persönliche Problemlagen, mehr oder weniger günstige Vorbildung und schulische Ausbildungsvoraussetzungen sowie bereits durchlaufene Fördermaßnahmen, als Herausforderung und Chance begriffen werden.
                  Alle 17 Modellversuche stellten auf dem Arbeitsforum neue Methoden und Instrumente vor, die diesem Ziel dienen. Sie finden diese Materialien demnächst unter www.bibb.de/heterogenitaet . Wir freuen uns über Ihr Interesse und möchten weiter mit Ihnen im Gespräch bleiben.

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                    #24
                    AW: Heterogenität in der Berufsausbildung

                    Berufsorientierung und Berufe im Wandel: Das Beispiel Hamburger Hafen

                    Dass sich Berufe ändern und nicht statisch sind, zeigt sich deutlich am Beispiel des Hamburger Hafens. Im November 2012 besuchten Ausbildungsakteure im Rahmen des „Runden Tisches“, der im Rahmen des Modellversuchs „Heterogenität und Berufsorientierung“ gestaltet wird, den Hamburger Hafen, um aktuelle Chancen für Ausbildung vor Ort zu erkunden.
                    Mit dem Bereich Logistik ist der Hafen der größte Arbeitgeber in der Metropolregion Hamburg und beschäftigt über 230.000 Menschen. Doch die Berufe Ewerführer oder Schiffer sind nicht die einzigen in der Branche. Der Hamburger Hafen ist im Zeitalter der Technologie im Wandel und bietet durch den Bereich „Hafen und hafennahe Logistik“ neue Arbeits- und Einstiegsbereiche, auch für ungelernte Jugendliche. So bekommen Jugendliche und junge Erwachsene die Gelegenheit, durch die praxisnahe Arbeit einen Einblick in die Hafenarbeit zu gewinnen und sich für die Ausbildung zum Hafenlogistiker zu begeistern. Durch die ersten Arbeitserfahrungen können Staplerscheine erworben werden, die sich dann positiv auf die Ausbildung auswirken. Mit dem Motto „aus der Praxis, für die Praxis“ bietet der Hafen auch gute Aufstiegsmöglichkeiten, besonders im gewerblich-technischen Bereich. Damit der Hafen seinen Standort als zweitgrößter Hafen in Europa halten kann, werden auch in Zukunft händeringend Nachwuchskräfte gesucht, die sich für eine Arbeit zwischen der Elbe und den Containern begeistern.

                    Arzu Pehlivan, Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. (ASM), MV Heterogenität in Berufsorientierung und Ausbildung

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                      #25
                      AW: Heterogenität in der Berufsausbildung

                      Metropolregion Hamburg – Europas wichtigste Verkehrsachse und ein wichtiger regionaler Ausbilder

                      Die Metropolregion Hamburg, die sich aus der Hansestadt Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und seit kurzem auch aus Mecklenburg-Vorpommern zusammensetzt, ist ein wichtiger regionaler Arbeitgeber und Ausbilder. Mit seinen 14 Kreisen und über 800 Orten ist die Metropolregion eine starke Wirtschaftsmetropole und gehört zu den wettbewerbsfähigsten Regionen Deutschlands. Hierzu tragen eine gute Infrastruktur, innovative Unternehmen sowie qualifizierte Fachkräfte bei. Dazu zählt auch der Rangierbahnhof in Maschen, der mit seinem ausgeweiteten Schienennetz zu den größten der Welt gehört und somit eine führende Logistikregion in Nordeuropa ist. Der größte Arbeitgeber der Metropolregion Hamburg ist der Hamburger Hafen mit seinem Bereich Logistik, wo über 230.000 Beschäftige in den wichtigsten Wirtschaftsräumen Deutschlands arbeiten. So besuchten die Akteure des „Runden Tisches“ im Rahmen des Modellversuchs „Heterogenität in Berufsorientierung und Ausbildung“ bei ASM e.V. im November 2012 den Hamburger Hafen. Das Ziel des Besuches war, die Hafenberufe im Wandel des Technologiezeitalters kennenzulernen. Der Bereich Hafen und hafennahe Logistik bietet, neben den klassischen Ausbildungsberufen, seit dem Wandel neue Einstiegs- und Berufsmöglichkeiten für Jugendliche.
                      Die Chance für einen Ausbildungsplatz hängt stark vom regionalen Ausbildungsmarkt ab. Die Metropolregion Hamburg bietet Jugendlichen vielfältige Ausbildungsberufe. Zu den zwanzig beliebtesten Ausbildungsberufen gehört u.a. der Kaufmann/die Kauffrau im Einzelhandel oder der Kaufmann/die Kauffrau im Groß- und Außenhandel. Somit stehen die kaufmännischen Berufe, an der Spitze der gewählten Ausbildungsberufe in der Dienstleistungsmetropole.
                      Jedoch treten auch innerhalb der Metropolregion regionale Unterschiede in der Ausbildungsplatzbesetzung auf. Hamburg kann im Bundesdurchschnitt auf eine Top- Vermittlungsquote verweisen; lediglich0, 7 % Stellen blieben unbesetzt. Allerdings kamen 10,7% der Auszubildenden in Hamburg im Jahr 2011 aus Niedersachsen.
                      Dass 43% der Ausbildungsstellen in Hamburg von Schülern aus anderen Bundesländern besetzt werden, zeigt die Attraktivität des Standortes. Aber auch, dass die Hamburger Schüler mit Schülern aus anderen Bundesländern der Metropolregion um einen Ausbildungsplatz hart konkurrieren müssen. Eine stärkere regionale Zusammenarbeit bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen würde den regionalen jungen Talenten in der Metropolregion Hamburg noch bessere Startbedingungen für den beruflichen Einstieg schaffen
                      (Daten: Hamburger Ausbildungsreport 2012)

                      Arzu Pehlivan, Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e.V. (ASM), MV Heterogenität in Berufsorientierung und Ausbildung

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                        #26
                        AW: Ausbildungsorientierte Alphabetisierung

                        Hierzu passt die folgende Information sehr gut. Das Thema "gestufte Lernhilfen" ist auch gut zu google`n.

                        von Gudrun Franke-Braun, Florian Schmidt-Weigand, Lutz Stäudel &
                        Rita Wodzinski

                        Aufgaben mit gestuften Lernhilfen - ein besonderes Aufgabenformat zur kognitiven Aktivierung der Schülerinnen und Schüler und zur Intensivierung der sachbezogenen Kommunikation Zusammenfassung Aufgaben mit gestuften Lernhilfen verfolgen das Ziel, möglichst viele Lernende kognitiv anzuregen. Sie bieten darüber hinaus die Möglichkeit, Lernende mit komplexeren Problemstellungen als sonst üblich zu konfrontieren.
                        Wesentliches Element dieses Aufgabenformates sind Lernhilfen, die den Lösungsprozess unterstützen, indem sie die Lernenden zu Überlegungen oder Handlungen auffordern, die zur Bewältigung der Aufgabenstellung
                        benötigt werden. In diesem Beitrag werden Beispiele komplexer Aufgaben vorgestellt und an einem ausführlichen Beispiel erläutert. Ferner gehen wir der Frage nach, inwieweit Aufgaben mit gestuften Lernhilfen geeignet sind,
                        im naturwissenschaftlichen Unterricht selbständigkeitsorientiertes, kooperatives Lernen zu fördern und die fachliche Problemlösekompetenz sowie das fachbezogene Selbstkonzept zu stärken. Im Rahmen eines von der DFG
                        geförderten Projektes der Kasseler Forschergruppe zur empirischen Bildungsforschung haben wir eine videobasierte Studie mit 62 Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 von Haupt- und Realschulen zur Wirksamkeit
                        von Aufgaben mit gestuften Lernhilfen durchgeführt. Die Studie ergab Effekte der gestuften Lernhilfen hinsichtlich einer verbesserten Lernleistung, einem positiven Lernerleben und einer höheren Kommunikationsqualität
                        in den Lerndyaden.

                        Ich selbst habe schon vor Jahren sehr gute Erfahrungen (Industrieelektroniker in der Benachteiligtenförderung in Hamburg) mit gestuften Lernhilfen sammeln dürfen.
                        Ralf Pieper
                        Jugend- und Erwachsenenbildung, Training, Coaching, Recruitment

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                          #27
                          AW: Heterogenität in der Berufsausbildung

                          Hallo,
                          wir sind Studentinnen der OVGU Magdeburg und haben uns im Rahmen eines Seminars mit den 17 Modellen des Förderschwerpunktes "Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung" beschäftigt, ein Referat dazu gehalten und eine anschließende Diskussion mit unseren Kommilitonen geführt.
                          Die Ansätze, Ideen und Aktionen die bisher stattfanden, sehen wir als sehr interessant und vielversprechend an. Das Auseinandersetzen mit deneinzelnen Modellversuche war informativ und lehrreich. Jedoch sind bei der Ausarbeitung und der Diskussionsrunde einige Fragen aufgekommen, von denen wir Ihnen einige näherbringen wollen, um eventuell neue Anregungen zu schaffen:
                          In den Publikationen des BIBB (z.B. die Infoblätter 2011 und 2012) sind lediglich Erfolge vermerkt. Da es das Ziel des Förderschwerpunktes ist, übertragbare Konzepte, Instrumente und Methoden zu entwickeln und umzusetzen, um das Potenzial an Auszubildenden zu erweitern und den Fachkräftebedarf der Unternehmen zu sichern, sehen wir es als fraglich an, dass aufgetretene Probleme nicht veröffentlicht und ausgewertet wurden, um ein gegenseitiges Lernen zu garantieren, bzw. dass daraus Schlüsse und Erfahrungen für die anderen teilnehmenden Projekte gezogen werden konnten. Zudem wurde die eventuelle Ausbeutung der Jugendlichen als billige Arbeitskräfte kritisiert, bezogen auf die unbezahlten Praktika und Vorausbildungen. Weiterhin wurde die letztendliche Transformation der Ergebnisse und die damit zusammenhängende politische Arbeit in Frage gestellt.
                          Über Rückmeldungen würden wir uns sehr freuen,
                          S. Lange und P. Faustmann

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                            #28
                            AW: Heterogenität in der Berufsausbildung

                            Sehr geehrte Frau Lange,
                            Sehr geehrte Frau Faustmann,

                            auch wenn bei Ihnen der Eindruck entstanden ist, dass wir platt ausgedrückt "nur die Erfolge" veröffentlichen, so kann ich Ihnen versichern, dass wir Modellversuchsakteure uns auch intensiv mit den Misserfolgen und Hindernissen auf dem Weg zu übertragbaren Konzepten, Instrumenten und Methoden beschäftigen. Dies geschieht in Arbeitsforen und Fokusgruppen, aber auch im direkten Austausch mit anderen Modellversuchen. Leider bieten die Infoblätter nicht den Rahmen, der es uns ermöglicht die Prozesse, die zu den Erfolgsgeschichten geführt haben, auch aussführlich darzustellen. Für den Modellversuch "Ausbildung in Vielfalt" lässt sich zum Beispiel sagen, dass der Kontakt zu den kleinen Betrieben schwierig ist (je größer der Betrieb, desto weniger Probleme gibt es in der Regel). Über unsere Kontakte zu den Verbänden und Kammern gab es leider nur wenige kleine Betriebe, denen wir Jugendwohnen, als Instrument zur Erweiterung des BewerberInnenspektrums der Betriebe, näher bringen konnten. Aber wir haben die Aktivitäten der anderen Modellversuche genauer betrachtet und uns entschlossen auch regelmäßige Unternehmer-Stammtische zu verschiedenen Themen im Bereich Ausbildung an unseren Standorten zu initiieren. Dieser Ansatz zeigt auch erste Erfolge.
                            Die geschieht - wie schon erklärt - aber "hinter den Kulissen" und ich kann Ihnen da nur raten und biete dies für unseren Modellversuch auch gerne an, direkt mit den Modellversuchen Kontakt aufzunehmen, um mehr zu erfahren.
                            Zuletzt geändert von Osinski; 13.02.2013, 15:17. Grund: Rechtschreibfehler

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                              #29
                              AW: Heterogenität in der Berufsausbildung

                              Liebe Kollegen, liebe Kolleginnen,

                              nun ist fast ein Jahr vergangen, seit wir unser Thema „Heterogenität in der Berufsausbildung“ auf der Pinnwand eingetragen haben. Diese findet weiterhin ein ungebrochenes Interesse. Vielen Dank dafür!
                              Inzwischen ist aus der vielfältigen Arbeit eine Reihe neuer Instrumente entstanden, die wir demnächst auch auf foraus.de im Forum vorstellen werden.
                              Die 17 Modellversuche unseres Förderschwerpunktes „Neue Wege in die duale Ausbildung - Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung“ arbeiten zunehmend als Programmnetzwerk zusammen. Dieses trägt dazu bei, die Ergebnisse zu verbreiten (Transfer) und zu verstetigen, die in den verschiedenen Regionen erarbeitet worden sind.
                              Besuchen Sie uns doch auch mal auf unserer Seite:
                              www.bibb.de/heterogenitaet
                              Dort haben wir u.a. die Informationsblätter der Modellversuche vorgestellt, unsere Tagungen dokumentiert und auf die aktuellen Publikationen verwiesen.
                              Ich freue mich über Ihr Interesse und ein mögliches Feedback.

                              Gisela Westhoff
                              Programmleitung BIBB

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                                #30
                                AW: Heterogenität in der Berufsausbildung

                                Interkulturelle Kompetenz und Heterogenität in der AEVO-Ausbildung

                                ASM e.V. bietet seit 2010 regelmäßig AEVO-Lehrgänge, die auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereiten, an. Die Ausbilderanwärter sollen berufs- und arbeitspädagogische Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten durch diese Prüfung nachweisen. Seit 2012 wird im Rahmen des Modellversuchsprogramms „Neue Wege in die duale Ausbildung – Heterogenität als Chance für die Fachkräftesicherung“ in dem AEVO-Lehrgang das Modul „Heterogenität in der dualen Ausbildung“ erprobt.

                                Neben der Stärkung der berufspädagogischen Vorortkompetenz steht die Sensibilisierung der Teilnehmer im Hinblick auf die Heterogenität in der dualen Ausbildung im Vordergrund. Dabei richtet sich die inhaltliche und curriculare Planung des Moduls nach den Anforderungen des Rahmenlehrplans der Ausbilderinnen und Ausbilder. Die Seminarinhalte werden mittels Rollenspiele, Inputs, Vorträge und Brainstorming vermittelt.

                                Inhaltliche Schwerpunkte des Moduls sind:

                                • Auseinandersetzung mit Diversität, Ausbildung und Gesellschaft
                                • Vermittlung von Lerninhalten in kulturell diversen Lerngruppen
                                • Selbstregulation und individuelle Förderung
                                • Förderung sozialer Beziehung zwischen Lernenden mit diversem kulturellen Hintergrund
                                • Konfliktlösung in kulturell diversen Gruppen
                                • Sprachförderung in der deutschen (Berufs-) Bildungssprache
                                • Teamentwicklung

                                Die Erprobung des Moduls ist auf ein großes Interesse der Teilnehmer und Teilnehmerinnen gestoßen. Sie konnten ihre eigenen Arbeits- und Alltagserfahrungen reflektierend einbringen. Zurzeit läuft der dritte AEVO-Lehrgang erfolgreich an.
                                Ziel ist es, ein mehrfach erprobtes Heterogenitäts-Modul konzeptionell so zu beschreiben, dass es von weiteren Bildungsträgern und Kammern genutzt werden kann.

                                Arzu Pehlivan, Mirja Pape, Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migaranten e.V. (ASM), MV Heterogenität in Berufsorientierung und Ausbildung
                                Zuletzt geändert von ASM e.V.; 03.05.2013, 10:29.

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