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Zum ersten mal Ausbilder

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    Zum ersten mal Ausbilder

    Hallo zusammen,

    ich habe mal ein paar Fragen und hoffe hier Antworten zu finden.

    Zu mir und meiner Person:
    Ich bin 32 Jahre alt und arbeite 30 Stunden / Woche in einem Kleinstunternehmen (Zeitarbeit f. Pflegepersonal). Ich leite dort das Büro und bilde nebenbei aus, meine Chefin ist selber in der Pflege tätig und so gut wie nie dort. Seit dem 01.08. habe ich eine Auszubildende zur Kauffrau für Büromanagement. Ich arbeite nur 30 Stunden in der Woche, weil ich zwei kleine Kinder habe (3 und 5 Jahre alt)

    Meine Fragen betreffen zu einen den betrieblichen Ausbildungsplan und zum anderen die Zeiten wann sich ein Ausbilder vorbereiten muss.

    Da ich wie gesagt in so einem kleinen Unternehmen tätig bin, bin ich für alles zuständig. Der Betrieb muss laufen, ich muss die Ausbildung vorbereiten und das Wissen vermitteln, sowie die Ausbildungsnachweise kontrollieren usw.

    Meine Chefin ist der Meinung, dass ich die Ausbildung privat vorbereiten muss, wenn ich im Unternehmen keine Zeit dazu finde - natürlich unentgeltlich. Das sehe ich so aber nicht ein, weil sie sich an der Ausbildung in keiner Weise beteiligt. Es gibt kein Konzept an das ich mich halten kann - ich muss mir alles alleine erarbeiten und stehe zur Zeit ziemlich auf dem Schlauch, weil mir das Ganze so langsam aber sicher über den Kopf zu wachsen droht.

    Wie vermittelt ihr das Wissen? Arbeitet ihr den betrieblichen Ausbildungsplan Schritt für Schritt durch oder gebt ihr euren Azubis Aufgaben und schaut hinterher welche Teile des betr. Ausbildungsplanes mit der Aufgabe abgedeckt wurden?

    Ich hoffe ihr könnt mir ein paar Tipps geben und mir sagen, ob meine Chefin das Recht hat die Ausbildungsvorbereitung privat "aufzubrummen"... Meine Motivation geht so langsam aber sicher flöten und das obwohl ich mich auf die Ausbilderrolle gefreut habe!

    #2
    AW: Zum ersten mal Ausbilder

    Hallo,

    erst einmal Respekt für Dein Engagement. Die Ausbildungsvorbereitung ist natürlich in der Arbeitszeit zu erledigen und ganz sicher nicht privat. Hast Du denn einen guten Kontakt zu Deinem Ausbildungsberater von der Kammer? Vielleicht könnte der ja mal mit Deiner Chefin reden.

    Ansonsten finde ich es schon sehr optimistisch, in einem so kleinen Unternehmen eine Auszubildende einzustellen. Bist wirklich nur Du in diesem Büro tätig? Was ist, wenn Du Urlaub hast oder mal krank bist? Ist die Auszubildende dann alleine? Was verspricht sich Deine Chefin von der Auszubildenden? Eine billige Arbeitskraft?

    Bezüglich des betrieblichen Ausbildungsplanes ist es natürlich schon so, dass erst einmal die anfallenden Arbeiten im Vordergrund stehen. Wie Du schon sagst, die Arbeit muss ja erledigt werden. Normalerweise sieht man ja schon bei der Erstellung des betrieblichen Ausbildungsplanes welche Ausbildungsinhalte durch welche typischen Aufgaben/Tätigkeiten abgedeckt werden können und wo es mglw. Schwierigkeiten mit der Abdeckung der im Betrieb zu vermittelnden Kenntnisse gibt.

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      #3
      AW: Zum ersten mal Ausbilder

      Hallo Mareike,
      zunächst die Antworten auf Deine Fragen.

      1) Wenn es am Arbeitsplatz zu hektisch zugeht, man also nicht in Ruhe nachdenken und planen kann, ist es sicherlich eine Maßnahme, dieses Nachdenken und Planen an den heimischen Schreibtisch zu verlagern. Diese Tätigkeit am heimischen Schreibtisch ist dann aber "Arbeitszeit", die zu vergüten ist. Ich gehe davon aus, dass Du Stundenzettel schreibst. Die Stunden, die Du zuhause mit Ausbildungsplanung verbringst, werden aufgeschrieben.

      2) Ein Ausbildungsplan ist zunächst dafür da, dass sowohl Azubi als auch Ausbilderin wissen, was die nächsten Wochen Gegenstand der Ausbildung ist. Wie stark ein betrieblicher Ausbildungsplan tatsächlich handlungsanleitend ist, hängt von seiner Qualität ab: Wer hat den Plan erstellt? Ist er auf konkrete betriebliche "Vorfälle" bezogen? Sind diese "Vorfälle" stellvertretend für das Berufsbild? Ich hoffe, dass der betriebliche Ausbildungsplan keine Kopie des Ausbildungsrahmenplans ist.
      Wenn man einen guten Ausbildungsplan hat, ist es auch kein Problem auf "plötzlich hereinbrechende" Ereignisse einzugehen, dabei lernt die Auszubildende nicht nur mehr Flexibilität.

      3) Du musst darauf achten, dass Deine Chefin sich an der Ausbildung beteiligt. Sie hat doch auch sicherlich die Auszubildende ausgesucht und eingestellt. Wenn ich es richtig verstanden habe seit ihr zu dritt im Büro: Chefin, Du und die Auszubildende. Als Satellit gibt es dann sicherlich noch eine/n Steuerberater/in.
      In dieser Konstellation muss sich die Chefin mindestens einmal pro Woche einen halben Tag Zeit für die Azubi nehmen: wie - das muss von Euch geplant werden. Sie kann Aufgaben delegieren, Protokoll schreiben lassen oder sogar ihre persönliche Ablage machen lassen.

      4) Nur so wird verhindert, dass neben Deiner Motivation auch der ganze Azubi "flöten geht".

      Frohe Weihnachten!

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        #4
        AW: Zum ersten mal Ausbilder

        Hallo,

        Vielen Dank für eine gute und hilfreiche Beitrage. Ich denke, ihre Worte sind sehr bedeutet und sinnvoll. Sehr super toll.
        Zuletzt geändert von Administrator; 28.01.2016, 10:32.

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          #5
          AW: Zum ersten mal Ausbilder

          1) Wenn es am Arbeitsplatz zu hektisch zugeht, man also nicht in Ruhe nachdenken und planen kann, ist es sicherlich eine Maßnahme, dieses Nachdenken und Planen an den heimischen Schreibtisch zu verlagern. Diese Tätigkeit am heimischen Schreibtisch ist dann aber "Arbeitszeit", die zu vergüten ist. Ich gehe davon aus, dass Du Stundenzettel schreibst. Die Stunden, die Du zuhause mit Ausbildungsplanung verbringst, werden aufgeschrieben.
          Das Stimmt, manche Chefs muss man zwar erst davon überzeugen, aber ich denke das dürfte die beste Lösung sein

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