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anfängliche Probleme und interner Unterricht als Lösung!?

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  • anfängliche Probleme und interner Unterricht als Lösung!?

    Hallo Community!

    Ich freu mich, dass ich dieses Forum entdeckt habe!! Ist es doch genau das, was ich brauche, um mich sicherer zu fühlen! :-) Ich habe den ADA-Schein schon recht lange, konnte ihn bisher aber nicht nutzen.
    Seit August 2016 haben wir endlich einen Azubi! Ich hab ihn ausgesucht und mich auch für ihn stark gemacht. Er ist sehr aufmerksam, zuvorkommend, nett und höflich. Die ersten Rückmeldungen der Abteilungsleiter waren allerdings ernüchternd. Es kommen oftmals "Klöpper" von ihm, womit ich noch umzugehen versuche. Er kann die einfachsten Sachen nicht - musste doch tatsächlich 3x fragen, wo Briefmarken auf einen Briefumschlag geklebt werden. So etwas gehört doch schon zur Allgemeinbildung ab 10 - 12 Jahren!?!? Wenn man ihm Aufgaben gibt, erledigt er sie nicht oder nur teilweise. Letztens sollte er dringend an dem Tag noch einen Karton an unseren Kunden verschicken. Das heißt: Schreiben rein, zukleben, abwiegen, Aufkleber drauf und raus damit! So haben wir es ihm auch gesagt. Er hat alles gemacht, bis auf "Aufkleber drauf und raus damit"! Ist dann einfach gegangen, ohne jemandem Bescheid zu geben, dass die letzten 2 Schritte noch ausstehen...!
    Ich hab ihn dann darauf angesprochen, aber er hat es nicht als seine Aufgabe gesehen.
    Er ist äußerst langsam, wenn er Aufgaben bekommt, die ihm nicht zusagen. Er schreibt selten Sachen mit - selbst nach Aufforderung! Seit 3 Wochen ist er jetzt schon mit einer Aufgabe in der Wareneingangsprüfung beschäftigt und schafft routinierte Abläufe noch immer nicht allein...! Er fragt wenig und wenn man ihm einzelne Schritte erklärt, fängt er an zu lachen, als würde er sich über einen lustig machen.
    Zudem schafft er es nicht, mir die Berichtshefte zu geben. Wir haben klar festgelegt, dass er spätestens 1x im Monat 4 Berichte abgibt. Bisher liegt noch kein einziger unterschrieben in seinem Ordner! Die ersten, die er mir gegeben hat, waren so schlecht, dass wir alles nochmal neu machen mussten. Dann kam er ein zweites Mal mit welchen, die ähnlich schlecht waren, dann haben wir zusammen die Nachweise geschrieben. An sich müssten sie jetzt ja fertig sein, liegen mir aber noch immer nicht vor! Ich hab ihm jetzt eine Frist bis heute gegeben - bin mal gespannt...!!!

    Jetzt möchte ich mit internem Unterricht starten, um ihn ein wenig "an die Hand" zu nehmen! Ich habe nämlich den Eindruck, dass ihm die Sicht für das große Ganze fehlt! Die ersten Male ging es nur im das Thema "Ausbildungsnachweis" - wir sind die einzelnen durchgegangen und ich merke auch eine deutliche Besserung.
    Jetzt möchte ich erreichen, dass er versteht, dass unsere einzelnen Abteilungen wie einzelne Zahnräder ineinander übergreifen: wenn eine Abteilung funktionieren soll, müssen die anderen ebenfalls gewisse Aufgaben erledigen.
    Ich befürchte, dass unser Team vielleicht zu viel von ihm verlangt?? Oder dass wir das Wissen nicht richtig weiterleiten?? Vielleicht braucht er auch noch ein wenig Eingewöhnung?? Oder bin ich das Problem? Bin ich zu lasch und sollte ihn härter rannehmen?

    Hat jemand Ideen, wie ich den internen Unterricht gestalten kann? Welche Themen sollte ich mit ihm durchgehen? Wie kann ich Inhalte für den Unterricht finden? Welche Lehrmethode(n) wäre(n) sinnvoll?
    Ich hoffe, ich habe das Problem richtig schildern können!?!? Meine Gedanken überschlagen sich gerade - ich hoffe, das "Problem" kommt trotzdem richtig durch!?!?

    Vielen Dank schonmal von einer unsicheren Ausbilderin

    CK1 :-)

  • #2
    Hallo CK1,

    Herzlich Willkomen hier und schön, dass Du so engagiert und freudig die Ausbildungaufgabe aufnimmst!

    Zu Deinem Problem: zunächst möchte ich erst einmal Deine Wahrnehmung bestätigen. Es ist natürlich nicht "normal", dass man nicht weiß, wo die Briefmarke hingeklebt wird oder dass Routineaufgaben nach drei Wochen noch nicht eigenständig klappen. Das festzstellen ist Schritt Nummer 1. Das hast Du bereits getan und hast diesbezüglich auch entsprechende Rückmeldungen von den Abteilungsleitern bekommen.

    Wichtig finde ich nun, in Schritt Nummer 2 zu schauen, woran das liegt. Da kommen meines Erachtens verschiedene Möglichkeiten in Frage. Leider gibt es tatsächlich junge Menschen, die so "verpeilt" durchs Leben gehen. Nach Deinen Schilderungen könnte es aber auch sein, dass der Azubi einfach keine Lust hast oder ihn die Ausbildung nicht im geringsten interessiert. Sollte das der Fall sein, könntest Du ihn jeden Tag stundenlang unterrichten, ohne dass sich eine Besserung einstellen würde. Ich hatte aber auch schon einmal einen Azubi der im familiären Umfeld so große Probleme hatte, der konnte sich auf überhaupt nichts konzentrieren. Da sollte man auch sensibel sein, dann bringt Druck nämlich überhaupt nichts.

    Schritt Nummer 3 wäre dann, das eigene Verhalten / die Ausbildung anzupassen. Wichtiger als ihm die Sicht auf das große Ganze zu vermitteln, finde ich es zunächst, Regeln und Vereinbarungen mit ihm zu treffen und die Einhaltung zu überwachen. Das kann und muss am Anfang sicher sehr kleinteilig erfolgen, maximal von einem Tag auf den anderen, eher kurzfristiger. Offensichtlich kann er sich auch überhaupt nicht organisieren. Bloß nicht zu viel reden, den Fehler kann man glaube ich schon machen.

    Ich hatte auch schon schwierige Azubis, da habe ich pro Gespräch immer nur einen Sachverhalt vermittelt, andernfalls hätte gar nichts geklappt. Also: Aufgabe stellen, falls nötig: Zeitpunkt bis zur Erledigung festlegen und kurz und knapp die nötigen Arbeitsschritte darlegen. Dann Aufgabe kontrollieren, Überarbeitung besprechen usw. Alles was Du jetzt zu Beginn der Ausbildung investierst, lohnt sich. Ihm bloß nicht das Gefühl geben, dass er damit durchkommt. Trotzdem natürlich immer menschlich und souverän bleiben.

    Ich bin der Meinung, dass das Problem bei Euch eher im Bereich der Sozialkompetenz / dem Verhalten des Azubis liegt. Das mit dem Unterricht ist da sicher toll gedacht von Dir, ich bezweifel allerdings, dass das etwas bringt. Mit verschiedenen Lehrmethoden wäre ich auch erst einmal zurückhaltend, für den Anfang reicht sicher das gute alte Lehrgespräch aus. Und gib ihm ruhig öfters auch mal Feedback, was kann er gut, was könnte er verbessern etc. Zumindest verbal schient er ja gut drauf zu sein.

    Viele Grüße und berichte mal, wie es weitergeht ...
    Holzwurm

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    • #3
      Hallo Holzwurm!!

      Vielen Dank für Deine schnelle und ausführliche Antwort!!
      Zu Deinem Schritt Nr. 2: ihn selbst habe ich schon 2-3 Mal in unseren Feedback-Gesprächen gefragt, ob er sich denn auch wohl fühlt, ob dieser Beruf auch etwas für ihn ist, ob bei ihm zu Hause alles klar ist und, und, und! Er hat bilderbuch-mäßig genau das geantwortet, was man erwarten würde! Alles super, er fühlt sich total wohl, zu Hause ist alles bestens,...! Bei mir ist er im Übrigen auch immer ganz brav und aufmerksam. Bei den Abteilungsleitern kommt er eher ruppig und schroff rüber! (Das ist mir jetzt aktuell mitgeteilt worden!!) Beim Ausbildersprechtag an der Schule war ich! Alle Lehrer sind ganz positiv angetan von ihm! Alles super - auch die Noten!! Würdest Du seine Eltern anrufen??

      Zu Deinem Schritt Nr. 3: da hast Du in der Tat recht! Jetzt hab ich zumindest alle Ausbildungsnachweise! Ich denke auch, dass er Probleme hat, sich zu organisieren!! Ok!! Dann ist es ja dennoch recht gut, dass wir uns zusammensetzen - muss ja nicht unbedingt jeden Mittwoch (wie bisher) sein, sondern vielleicht alle 2 Wochen einmal!!

      Ja - ich werde meine Vorgehensweise nochmal überdenken! :-) Danke!
      Ich werde berichten!!

      CK1

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      • #4
        Eltern würde ich NICHT anrufen, jedenfalls nicht in dieser Phase. Schön, dass er in der Berufsschule so gut ist.

        Ich finde, Du machst das schon alles sehr gut. Gibt eben leider meistens nicht die eine "Patentlösung" ...

        Viele Grüße
        Holzwurm

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        • #5
          Hallo,

          noch eine Idee: Könnte der Azubi bei Euch unterfordert sein? Die guten Noten würden dafür sprechen ...

          Beste Grüße!

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          • #6
            Hallo und guten Morgen!

            Kurzer "Zwischenbericht": wir haben die Eltern nicht angerufen. Sondern eingehend mit ihm gesprochen. Dabei meinte er, dass auch er merkt, dass ihn irgendetwas blockiert! Wahrscheinlich setzt er sich zu sehr unter Druck. Ich hab ihm den Druck genommen, hab gesagt, dass er zum Lernen hier ist und Fehler machen darf, Fragen stellen kann und sich definitiv nicht unter Druck setzen soll.
            Zwischenzeitlich war er bei mir in der Abteilung. Er versteht schnell, stellt gute Fragen, denkt auch 1-2 Schritte weiter, was mir äußerst gut gefällt! Aber irgendwann merke ich, dass er abdriftet! Er ist nicht mehr bei der Sache - kann sich nicht konzentrieren. Klickt wahllos mit der Maus herum, macht die idiotischsten Fehler, ist kurz gesagt einfach nicht konzentriert!
            Dann sag ich ihm schon: wollen wir vielleicht mal kurz einen Kaffee trinken??? Das könnte vielleicht auch ein Hinweis auf sein Problem sein!?!?

            Gestern war der zweite Ausbildersprechtag! Da bin ich ja schon ein wenig baff gewesen...! Er sagte mir, dass er in allen Fächern gut bis befriedigend steht. Gehen wir zum Klassenlehrer, fragt er, was denn mit ihm los sei!? Erste Arbeit 3-, zweite Arbeit 4! Mein Azubi so: hmm, jaaa, ich weiß auch nicht! Der Lehrer meint: ich versteh Dich nicht! Mündlich wäre er wohl gut (bis befriedigend), aber schriftlich...!? Als würde er "blockiert" sein (Originalton Lehrer!!) Ich fühlte mich total bestätigt! Genau das gleiche erleben wir bei der Arbeit auch!?! Der Lehrer und ich haben die Vermutung, dass unser Azubi sich nicht lang konzentrieren kann und zwischendurch Pausen machen sollte...!
            Dann waren wir beim STK-Lehrer! Da hat unser Azubi sogar eine 5 geschrieben! Ich wusste davon nichts!
            Müssen Eure Azubis bei Euch die Klausuren abgeben/vorzeigen?

            Was haltet Ihr von all dem?
            Schöne Grüße

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            • #7
              Hallo,

              ich bin kein Experte, aber vielleicht hat er ja wirklich ein Problem mit der Konzentration? ADS oder ADHS? Vielleicht sollte man in die Richtung mal schauen. Wie war er denn, als er noch in die Schule ging? Dort sind Probleme mit der Konzentration ja auch problematisch. Im übrigen haben Menschen mit gravierenden privaten Problemen auch oft Konzentrationsstörungen.

              Auf jeden Fall finde ich es toll, wie Du dich engagierst und den Azubi nicht einfach als unfähig abschreibst.

              Viele Grüße

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              • #8
                Hallo Zusammen,

                den Anstoss von Ausbilder75 kann ich unterstützen. Mir geht es mit einem Azubi sehr ähnlich und anfangs stand ich auch vor einem Rätsel, bis sich der Azubi offenbart hat und seit Jahren ADS hat. Nun stecke ich gerade in einer Weiterbildung zu diesem und anderen Themen und konnte mich schon mit diversen Experten unterhalten, um Einblicke zu bekommen. Mein Rat ist auch, verfolge diesen Ansatz

                Gruß

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                • #9
                  Hallo,
                  vielleicht kann dem Azubi und auch dir ein Lerncoach weiterhelfen. Im Internet findet man Adressen von Lerncoaches in ganz Deutschland. Einige von ihnen haben sich auf die Fragen von Lernern mit AD(H)S spezialisiert.

                  Viele Grüße

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                  • #10
                    Hallo CK1,
                    oh je. Der erste Azubi, und dann sowas. Ich befürchte, das du ihn erst mal SEHR gut und direkt betreuen musst, um herauszufinden, wo das Problem liegt.

                    Lass ihn, wenn es geht, erst mal immer mit dir mitlaufen. Erkläre ihm alles, warum du was tust!
                    Sollte er das lachhaft finden, kannst du ihm ruhig mal klar machen, dass er aktuell überhaupt nicht in der passenden Position ist, irgend etwas lachhaft zu finden.
                    Vielleicht findest du so, im direkten, täglichen Umgang mit ihm raus, wann und warum er (konzentrationsmäßig?) aussteigt.
                    Es gibt so viele Ursachen für sein Verhalten - Schlafmangel, PC-/Internetsucht, Drogen, Liebeskummer, Probleme mit Eltern/Freunden, Perspektivlosigkeit, Depressionen, Über-/Unterforderung, Berufswahl als Notlösung, usw...
                    Im direkten Umgang mit ihm hast du zumindest die Chance, es vielleicht herauszufinden.

                    Ebenfalls sollte er ALLES neu erlernte auch in den Tages-/Wochenberichten nochmal zusammenfassen. Dies muss in manchen Fällen auch sehr zeitnah (am gleichen Tag) erfolgen, sonst ist es wieder weg. Und das Erlernte muss ebenso zeitnah wieder abgefragt werden, sonst ist es evtl. auch wieder weg...

                    Killerargument ADHS hin oder her - alternativ muss mal leider auch mal das Thema Probezeit ins Spiel bringen. Die gibt es schließlich nicht umsonst.

                    Nicht jeder ist für jeden Ausbildungsberuf/Ausbildungsbetrieb geschaffen. Diese Erfahrung musste ich mit meinem zweiten Azubi leider auch machen. Wir haben monatelang gekämpft, und so einiges versucht. Er konnte einfach kein Verständnis für die Inhalte des Ausbildungsberufs aufbringen, obwohl er (eigenen Angaben zufolge) sehr interessiert war.
                    Nach dem gemeinsamen Beschluss, das Ausbildungsverhältnis zum Ende der Probezeit aufzulösen, hatte ich zwar fast ein Jahr keinen Azubi mehr, doch wie ich erfahren habe, hat er sein Glück in einer völlig anderen beruflichen Sparte gefunden. (Jetzt ist er selbständig mit einem nicht schlecht laufenden Online-Shop!)
                    - Nur eine Anregung! ich will um Himmels Willen nicht, dass du ihn rauswirfst, du hast dich schließlich auf einen Bildungsauftrag eingelassen.
                    Aber wozu jemanden, bei dem es irgendwann abzusehen ist, dass es nach einem jahrelangen Kampf nicht zum erfolgreichen Abschluss einer Ausbildung reicht, mit allen Mitteln durch die Ausbildung schieben? Das kostet u.U. euch beiden viel mehr Energie, als am Schluss dabei rauskommt.

                    UND NOCH WAS: bitte beziehe seine Eltern sehr wohl in die Problematik mit ein, wenn er noch nicht volljährig ist! Du bist sogar rechtlich dazu verpflichtet (könntest u.U. sogar von ihnen verklagt werden wenn es schief geht und du sie nicht informiert hast!)
                    Kann aber z.B. auch sein, sie wissen gar nichts davon, wie es gerade bei ihm läuft, und sagen dir dann so etwas wie "schade, wir dachten trotz ADHS schafft er das von allein" ...


                    Viel Erfolg euch beiden!
                    Halt uns bitte auf dem Laufenden!


                    Grüße

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                    • #11
                      Und alles gut gelaufen ?
                      Bei google kann man sich auch Infos suchen
                      Zuletzt geändert von Administrator; 07.01.2019, 09:30.

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