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Führung des Berichtsheftes bei Sprachproblemen der Azubine

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    Führung des Berichtsheftes bei Sprachproblemen der Azubine

    Hallo,

    seit einigen Monaten bin ich zuständige Ausbilderin für die Azubinen in einer Arztpraxis.
    Meine Aufgabe ist es u.a., die Berichtshefte der jungen Kolleginnen durchzusehen und ggf. Hilfen zur Korrektur zu geben.
    Ich arbeite alle Berichte durch, zeichne ab, was o.k. ist und erstelle ein Korrekturblatt mit Tipps, Ergänzungen, Links im Internet und bitte ggf. um Überarbeitung und Rückgabe nach einer vereinbarten Zeit.

    Nun habe ich eine Auszubildende türkischer Abstammung. Sie spricht akzentfrei deutsch und hat mit der Kommunikation am Arbeitsplatz keinerlei Probleme. In ihren Berichtsheften zeigt sich allerdings ein deutliches Sprachproblem.
    Sie liegt nicht nur inhaltlich oft sehr daneben, d.h. Thema und Inhalt des Berichtes passen nicht zusammen. Sprachlich sind die Berichte ein richtiges Kauderwelsch. Es gibt kaum vollständige Sätze. Oft ist eine Seite zwar gefüllt, aber eigentlich inhaltsleer.

    Die bisher erstellten Korrekturblätter helfen ihr nicht weiter, sie ist nicht in der Lage, die Hilfen umzusetzen. Eigentlich müsste ich die Berichte Satz für Satz mit ihr schreiben. Allerdings ist das ja nicht meine Aufgabe. Ich bin mir unsicher, was ich auf Grund ihres familiären Hintergrundes akzeptieren kann. Natürlich muss ich ihre Voraussetzungen berücksichtigen. Anderseits will sie ja in ihrem Beruf hier in Deutschland arbeiten.

    Für Erfahrungsberichte und Tipps wäre ich sehr dankbar.

    Frauke

    #2
    AW: Führung des Berichtsheftes bei Sprachproblemen der Azubine

    Hallo Frauke,
    Sie beschreiben hier ein Problem, mit dem sich Ausbilderinnen und Ausbilder immer häufiger auseinander setzen müssen: jugendliche Schulabgänger beherrschen die Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen nicht ausreichend. Und dann stehen Leute wie Sie vor dem Dilemma, über die eigentliche Ausbilderaufgabe hinaus helfen zu sollen oder nicht. Die Entscheidung kann Ihnen niemand abnehmen, sollten Sie aber helfen wollen, kann ich Ihnen mein soeben erschienenes Buch empfehlen, das genau auf diesem Hintergrund entstanden ist:

    Adalbert Ruschel: Lesekompetenz in der Berufsausbildung. Leitfaden für Ausbilder und Berufsschullehrer. Kiehl Verlag Herne 2013
    Sie finden dort im Literaturverzeichnis auch noch andere Bücher und Links zum Thema.
    Näheres auf meiner homepage: www.adalbert-ruschel.de unter "Veröffentlichungen zur Berufs- und Arbeitspädagogik".

    Eigentlich müsste auch für die Ärztekammer gelten, was für andere zuständige Stellen längst selbstverständlich ist: Das BBiG verlangt für die Zulassung zur Abschlussprüfung, dass ein Ausbildungsnachweis geführt werden muss. Das kann stichwortartig sein und erfordert nicht unbedinmgt ein Berichtsheft. Manche Kammern verlangen auch schon gar nicht mehr die Vorlage des Nachweises, sondern überlassen die Kontrolle den Ausbildungsbetrieben. Machen Sie sich doch einfach mal bei der zuständigen Kammer kundig, was dort verlangt wird, vielleicht gibt es auch ein Infoblatt dazu.

    Mit freundlichen Grüßen
    Adalbert Ruschel
    Adalbert Ruschel
    Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
    Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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      #3
      AW: Führung des Berichtsheftes bei Sprachproblemen der Azubine

      Lieber Herr Ruschel,

      vielen Dank für Ihre ausführliche Rückmeldung und den Literaturhinweis.
      Ich habe mich schon mehrfach auf Ihre Homepage umgesehen und bin dankbar für die vielen wertvollen Tipps und Hilfen.

      Sicher werde ich einen guten Weg für die Azubine und den Ausbildungsbetrieb finden.

      Mit freundlichen Grüßen

      Frauke

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