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Team-organisiert lernen und lehren in Ausbildung und Schule (toll)

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    Team-organisiert lernen und lehren in Ausbildung und Schule (toll)

    Die Ist-Situation
    PISA-Studien, Ausbildungsträger und Bildungspolitiker signalisieren uns ständig die Mängel in der Bildung unserer Zukunftsträger und gleichzeitig damit die Hilflosigkeit in der Abwendung der drohenden Bildungskatastrophe.

    Schule und berufliche Bildungssysteme versuchen sich krampfhaft an die neuen Anforderungen des realen beruflichen Lebens anzupassen. Sie haben aber ein grundsätzliches Problem: Die Veränderungen der beruflichen Situation für die Menschen in unserer Gesellschaft laufen wesentlich schneller, als die Veränderungen, sprich Anpassungen an den Qualifizierungsbedarf in den Bildungseinrichtungen.

    Neue Bildungsziele
    Sicher liegt es nicht an den Lehrenden, den Lernenden und den Eltern, sondern vielfach an der Lehr- und Lernsituation (marode Bildungseinrichtungen, fehlende Medien, zu große Klassen mit heterogenen Lerngruppen und bürokratischen Kostenbremsen), dass die Bildungsziele nicht erreicht werden. Daraus ergibt sich das Festhalten an alten Lehrmethoden, um minimale Bildungsziele zu erreichen.

    Die ursprüngliche Bildungsanstalt Schule war durch die fachliche Kompetenz des Lehrers geprägt. Dies machte sich auch in seiner Stellung in der Gesellschaft und durch das Podest im Klassenzimmer kenntlich. Seit den Studentenunruhen in den 60zigern erfolgte eine kontinuierliche Veränderung der sozialen Stellung des Lehrenden in der Gesellschaft. Auch die Erwartung der Lernenden an die Lehrenden hat sich ebenfalls grundsätzlich geändert.

    Der Lernende „himmelt“ heute den Lehrenden nicht mehr als den „Allwissenden“ an. Der Lernende, besonders der in der beruflichen Aus- und Weiterbildung, erwartet von dem Lehrenden das Know-how „wie lernt man richtig?“. Der Lernende erwartet die zielorientierte Unterstützung in seinem Lernprozess – hier stimmt jetzt auch der Satz: „Nicht für den Lehrer/AusbilderIn, sondern für das Leben lernen wir!“.

    Warum ist das so?
    Wenn man heute die Berufswelt betrachtet, erkennt man die starken Veränderungen in den Anforderungen an den tätigen Menschen. Aus der großen Anzahl von angelernten Arbeitern in der industriellen Fertigung Anfang des 19. Jahrhunderts ist heute der Bedarf an qualifiziertem Personal bei viel weniger „Einfacharbeitsplätzen“ entstanden. Hier hat sich aber auch der Begriff „qualifiziert“ von der rein fachlichen zur persönlichen Qualifikation verändert. Dies wurde durch die „Einführung“ der sogenannten Schlüsselqualifikationen in der schulischen und beruflichen Bildung sichtbar. Die didaktischen Ansätze in vielen dafür durchgeführten Projekten halfen den Lehrenden den neuen Weg zu finden. Inzwischen wurden nahezu alle Ansätze vom neuen Universalbegriff „Handlungskompetenz“ eingeholt. Auch hier wieder viele neue Empfehlungen, besonders in der beruflichen Bildung.

    Begründet ist dies besonders in der Veränderung der arbeitsorganisatorischen Situation in der industriellen Fertigung. Hier werden die spezialisierten Mitarbeiter vermehrt in die Entscheidungsprozesse eingebunden und damit verantwortlich für ihre Arbeit. Dies entspricht auch dem Grundbedürfnis des aktiven Menschen und nur so ist die angestrebte Produktivitätssteigerung und Wissensweitergabe zu erreichen. Die Sicherheit der Arbeitsplätze in Deutschland hängt vor allem davon ab, dass der aus den Bildungseinrichtungen kommende Nachwuchs nicht nur fachlich auf gutem Niveau angesiedelt ist, sondern auch Sozialkompetenz, Lernkompetenz und Problemlösekompetenz mitbringt. Nur auf diesem Fundament ist der Schritt in eine erfolgreiche Berufslaufbahn möglich.

    Ist das Ziel erreicht?
    Bis heute (2011) wird in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt, dass das Ergebnis der Bemühungen seitens der Lehrenden nur marginal ist. Mit Vorschule im Kindergarten, Ganztagsschule, Begabtenschule und Nachhilfe im großen Stil hofft man aus dem Dilemma herauszukommen.

    Die jungen Menschen haben heute ein unglaublich größeres Informationsangebot als die Generation vor 20 Jahren. Die wichtigste Aufgabe heutiger Schulen ist, die Lernenden in der Selektierung von Informationen und in dem kritischen Umgang mit diesen zu schulen. Auf einer stabilen Wissensbasis ist das Wissen um die Er- und Verarbeitung sowie den kritischen und verantwortlichen Umgang mit Informationen ein grundsätzlicher Baustein für den Lebens- und Berufserfolg.

    Was kann daraus gefolgert werden?
    Lehrende, besonders im sekundären und tertiären Bildungsbereich und in der beruflichen Aus- und Weiterbildung müssen sich als Partner oder modern ausgedrückt, als Coach ihrer Lernenden sehen. Sie müssen didaktisch und methodisch so vorgehen, dass sie die Kompetenzen ihres Lernenden stärken.

    Der Lehrende steht nicht mehr als die Amtsautorität vor seinen Lernenden, sondern als Berater mit anerkannter Fach- und Personalautorität inmitten der Lernenden.
    Der Lehrende wird den Lehrstoff praxisorientiert mit dem Erfahrungshintergrund (Wissen + Anwendungserfahrung) seiner Lernenden verknüpfen und im kontinuierlichen Lernprozess mit den Lernenden gemeinsam unter Nutzung vorhandener Informationsquellen erarbeiten, bzw. verarbeiten.

    Methodenwechsel im Bildungsprozess zu toll - oder das Fußballteam
    In einer Fußballmannschaft hat man die Spieler, den Libero und den Trainer. Sie bilden ein Team.

    Unser „altes“ Bildungssystem entspricht der Struktur, dass der Lehrende, wie der Trainer beim Fußball, seine Mannschaft von herausgehobener Position trainiert. Dies entspricht dem Lehrvorgang des Lehrenden, der dann beim saisonentscheidenden Spiel am Spiel-feldrand steht und sich dann unter Umständen fragt, wo der Lernfortschritt seiner Mann-schaft geblieben ist.

    Der Paradigmenwechsel des Lehrenden erfolgt jetzt in seinen verschiedenen Rollen im Bildungsprozess des Lernenden. Der Lehrende ist auch in diesem Spiel immer noch der Trainer, aber alle Spieler übernehmen einen Teil seiner Funktion indem sie ihre selbst erarbeiteten Kompetenzen einbringen – und damit für sich selbst und das gesamte Team Verantwortung übernehmen. .

    Das heißt für alle Lehrenden: Verlassen Sie den Spielfeldrand, unterstützen Sie als Coach und Spezialist Ihre Lernenden aktiv beim Ver- und Erarbeiten von Wissen.

    Sicher haben sich alle Lehrenden methodisch vom Frontalunterricht zum Gruppenunter-richt und zum Projektunterricht bewegt. Aber den Schritt vom Lernprozesskontrolleur zum Bestandteil des Lernprozesses im Lernteam Lehrer/Schüler ergibt für beide Seiten eine ganz neue Lehr- und Lernqualität: „team-organisiert lernen und lehren“.

    Wo bleibt die Motivation?
    An dieser Stelle ist die Frage nach der Motivation der Lehrenden und der Lernenden zu stellen.
    Ein Lernender wird nur dann dauerhaft lernmotiviert sein, wenn er den Eigennutzen des Gelernten erkennen kann. Der Nutzen liegt beim Lernenden in der Erkenntnis, dass das Erlernte in der für ihn realen Welt anwendbar ist. Besonders verstärkt wird seine Lernmotivation, wenn er Handlungsformen aus der realen Welt einsetzen kann.

    Der Lehrende erhält durch seine Tätigkeit im Lernteam sofort das für sein Selbstwertgefühl notwendige Feedback seitens des Lernenden. Die positive Beeinflussung des Lernprozesses offline und online verspricht eine höhere Erfolgsquote als der, nach einer Lehrphase nach dem Lernprozess, offline gestellte Wissenstest.

    Team-organisiert lernen und lehren heißt auch, dass sich die Notwendigkeit einer fort-schreibenden Dokumentation ergibt, welche in einem nicht öffentlichen Internet- Modell auch von einer notwendigen Ernsthaftigkeit begleitet wird. Die von den Lernenden erstellten Projektergebnisse in Form von Arbeitsblättern, PowerPoint-Folien, Tafelschrieb u.a. sollen nicht im Heft des Lernenden verschwinden, sondern für andere Lerngruppen und Lehrende weltweit zur Verfügung stehen. Die Lernenden erstellen aufgrund ihrer Arbeitsergebnisse Lernfragen, wobei eine Vertiefung des Wissens durch das nochmalige Durcharbeiten, aus Sicht des Lehrenden, erfolgt. Der motivierende Anreiz für den Lernenden dies zu tun, liegt einerseits in der Tatsache, dass die Lernerfolgskontrolle aus dem entstandenen Fragenpool durch den Lehrenden zusammengestellt wird und andererseits in der Veröffentlichung der Arbeitsergebnisse im Intranet auf einem Projektportal.


    Der Entwickler dieses in 6 Jahren mit vielen pädagogischen Spezialisten aufgebauten Bildungsnetzwerkes neue pädagogischen Ansatzes, der Studiendirektor und Sachbuchautor Peter Wilckens, spricht hier davon, dass Schüler aus der passiven Lernkonsumentenrolle in die aktive Lernautorenrolle gebracht werden. Fachwissenschaftlich belegt Herr Prof. Dr. Volker Bank (TU Chemnitz) diesen Rollentausch vom Rezipienten (Konsument) zum Autor (Produzent) mit der hybriden Wortbildung Autozipient. (Verweis: schulklick.net) (Link entfernt, da nicht mehr erreichbar)

    Wenn Sie als AusbilderIn an diesem Thema interessiert sind, dann nehmen Sie zu mir Kontakt auf. Ich würde Sie bei der Umsetzung des handlungsorientierten Lernens und Lehrens methodisch und medientechnisch kostenfrei unterstützen.

    Kontakt: mikelsoft-cbt(at)gmx.de
    Zuletzt geändert von Administrator; 11.02.2019, 10:46.
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