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Matheprobleme

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  • Matheprobleme

    Hallo liebe Forumsmitglieder,

    ich wende mich an euch, da ich erst seit kurzem Ausbilderin sein darf und dies (nach Aussage meiner Vorgesetzten) gut mache.
    Nun haben wir aber ein Problem bei unserer Azubine festgestellt. Sie hatte keine angenehme Kindheit (Missbrauch ausgeschlossen) und ist bei ihrer großen Schwester aufgewachsen.
    Sie meint, das ihre Mathenoten deshalb schlecht wären, weil sie Diskalkylie hat.

    Ist ja auch nicht weiter schlimm und wir unterstützen sie, wo es nur geht. Sie bekommt kleinere "Boni", die jedoch mit Aufgaben unterschiedlichster Art verbunden sind.
    Als Beispiel: Sie durfte auf eine größere Messe, musste aber zu einem Vortrag (betraf Ausbildung in unserer Branche) und darüber auch einen kleinen Aufsatz schreiben.

    So weit so gut. Sie war auf der Messe, hat den Vortrag besucht und mir dann einen Aufsatz gegeben. Vorgabe war 1 Seite mit einer kurzen Zusammenfassung des Vortrages sowie einer kurzen Zusammenfassung über ihren Eindruck der Messe. Für die Hinfahrt (4h Bahn) hatte sie Matheaufgaben (einfache Aufgabenstellungen */+-).

    Die Aufgaben haben nicht mehr als 35% "Korrekt" ergeben. Ist ja auch nicht schlimm, weil man dann weiß, wo man ansetzen kann.
    Der Aufsatz war Copy/Paste. Das hat sie dann später geleugnet, aber es war mehr als ersichtlich, weil die zweite Seite (von ihr geschrieben) mehr als nur einen kleinen Rechtschreibfehler hatte.

    Vor ein paar Tagen habe ich ihr dann Matheaufgaben gegeben, die eifacher nicht hätten sein können. Dreisatz. Ich habe mit ihr 2x durchgerechnet, sie hat es verstanden und *zack* Alles richtig.
    Einen Tag später dann (die gleichen Aufgaben) ohne mein Beisein hat sie die Aufgaben am Rechner gemacht und es kam nicht mehr als 40% raus. Wenn es weiter so geht, sehe ich das Ausbildungsziel wirklich gefährdet.
    Sie hat im Frühjahr Zwischenprüfung, aber derzeit sind meine Vorgesetzten der Meinung, dass es besser wäre die Ausbildung zu verlängern.

    Halte ich jedoch für zu voreilig, weil sie vielleicht nur etwas länger braucht, bis der Knoten platzt.

    Nun war es zwischenzeitlich auch so, dass es ihr einen Tag nicht gut ging. Begründet hat sie das so, dass sie von einer Biene gestochen wurde. Ich habe sie zum Arzt geschickt und sie kam mit Fenistil wieder?
    Der "Bienenstich" war eher ein alter Pickel. Weder rot, noch geschwollen oder Anderes...

    Wir haben jetzt hier die Befürchtung, dass sie sich zum Einen auf einer Diskalkylie ausruht (obwohl sie mir bewiesen hat, dass sie es kann) und zum Anderen Krankheiten vortäuscht, um "lästigen" Aufgaben zu umgehen.

    Habt ihr eine Idee, wie wir auf sie zugehen können? Oder wie wir die Diskalkylie angehen können, ohne sie zu verschrecken und sie zum "Kranksein" zwingen?
    Wir wollen nicht, dass sie abrutscht oder die Ausbildung nicht schafft.
    Zuletzt geändert von Ausbilderin87; 01.07.2019, 07:26. Grund: Mathe; Sorgen; Probleme; Krank; Krankheit; Hilfe

  • #2
    Hallo Ausbilderin87,

    wie war denn die Mathenote auf ihrem Abschlusszeugnis? Ggf. könnte dort auch eine Lernschwäche, bzw. deren Berücksichtigung vermerkt sein. Welchen Abschluss hat sie und in welchem Bereich bildet ihr aus?
    Könnte sie überfordert sein?
    In welchem Lehrjahr ist sie? Verhält sie sich schon von Anfang an so? Oder fing es erst später an? Konkreter Zeitpunkt oder Anlass feststellbar?
    Könnt ihr die Boni an wirklich (gut) erledigte Aufgaben knüpfen und nicht erst den Bonus ausgeben, dann die Aufgabe einfordern? Bei einer Messe dann z.B. schon einen Aufsatz, als Vorrecheche.

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    • #3
      Hallo Roofer,

      wir bilden sie zur Kauffrau für Spedition und Logistikdienstleistung aus.
      Sie hatte schon immer eine Lernschwäche in Mathe. Laut Zeugnis hat sie eine 4.

      Wir sprechen ihr schon viel Boni zu, auch ohne dass diese an Aufgaben gebunden sind. Nur die wirklich guten Boni sind daran geknüpft.
      Sie ist jetzt ins 2. () Lehrjahr gekommen. Aber so, wie ihr Übungsaufgaben verlaufen sind, sehe ich sie die Zwischenprüfung leider nicht bestehen...

      Wir haben Gespräche geführt und sind langsam mit ihr in die Materie Mathe rein, ich habe sogar Matheflyer entworfen, die sie als Unterstützung nutzen kann...
      Aber in Gesprächen kommt sie immer wieder mit "Ich hab halt Diskalkylie", "Ich hab doch die Lernschwäche"...

      Aber wie darauf reagieren, ohne sie der Lüge zu bezichtigen? Mal kann sie Mathe und wenn sie keine Lust hat, dann nicht...
      Zuletzt geändert von Ausbilderin87; 03.07.2019, 14:53.

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      • #4
        Hallo Ausbilderin87,

        erst einmal meine Hochachtung, dass Euer Betrieb dem Mädel eine Chance gegeben habt. (Oder war sie die einzige, die sich beworben hat?)
        Ich bin kein Fachmann für "Inklusion", kann also die unterschiedlichen Ausprägungen von Diskalkulie weder erkennen noch einschätzen. Hier müsste ein Fachmann / eine Fachfrau ran.

        Eindeutig ist aber, dass ihr das Problem nicht innerbetrieblich lösen könnt. Schon bei der (lobenswerten) Einstellung der Azubine hätte ein Maßnahmeplan aufgestellt werden müssen.
        Das bedeutet, dass jetzt unverzüglich AbH beantragt werden muss. (AbH = ausbildungsbegleitende Hilfen; gibt es in jedem Bundesland; Auskunft gibt die zuständige Stelle (Kammer) oder die BA (Bundesagentur für Arbeit)).
        Du wirst dann immer noch genügend Assistenz innerbetrieblich geben müssen. Und ich gehe davon aus, dass Du das bei Deiner Motivation als Ausbilderin auch durchhalten wirst.

        PS. Moralisieren hilft nimmer! Sachlich bleiben.

        Beste Grüße und viel Erfolg bei Beantragung der AbH

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        • #5
          Ich denke AbH sind hier auf jeden Fall notwendig. Inkl. einer engen Zusammenarbeit zwischen Ausbildern und Lehrern / Sozialpädagogen der Maßnahme. Bitte besteht dort unbedingt auf einen kontinuierlichen Austausch und Informationsfluss. Ein aktueller Fall hat uns gezeigt, dass so ein Maßnahmeträger auch gerne mal bis zu einem Jahr keinerlei Informationen von sich aus schickt

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          • #6
            Hallo ihr lieben Mitausbilder,

            Danke für die ganzen Hilfestellungen und Antworten!!!

            Hier ein kleines Update: letzte Woche war sie 3 Tage mit "Migräne" krank und diese Woche befindet sie sich um Urlaub.

            Wir haben uns Folgendes überlegt:
            Wir haben uns dazu entschlossen "praktischer" mit ihr zu lernen.
            Es gibt einen Lehrplan mit jedem Mitarbeiter, sodass das GESAMTE Team integriert ist und sich nicht nur eine Person verpflichtet fühlen muss.
            So fordere ich wöchentlich schriftlich Aufgaben von den Kollegen an die Azubine, die sie dann (auch zusammen mit den Kollegen) be- und erarbeiten soll.
            Anfang der darauffolgenden Woche erläutert sie uns dann ihre Ergebnisse und bekommt im gleichen Atemzug die nächste Wochenaufgabe.
            Es ist immer nur eine Aufgabe bzw. ein Aufgabenfeld, was in sich geschlossen ist.
            Z.B.: Sie hat eine Versandanfrage und soll aufschlüsseln, wie die Ware auf dem LKW geladen werden muss (Lademeter und so) und welche Papiere sie national/international benötigt. Quasi einen Versand von a-z.

            So frischt sie altes Wissen auf, jeder kann mit ihr arbeiten und sein Fachgebiet vermitteln und sie wird "bei Laune" gehalten...

            Ich denke, dass wir das mit einer AbH versuchen und wenn das nicht fruchtet, werden wir das Ausbildungsverhältnis wahrscheinlich ruhen lassen.
            Ich habe bereits (nur informativ) mit der IHK telefoniert, sodass wir genügend Informationen haben.
            Es wird dazu ein Gespräch mit ihr geben, in dem sie entscheidet, was das Beste für sie selber ist.

            Sie ist in Behandlung und wir wollen ihr die Zeit, die sie zur Genesung benötigt, auch wahrnimmt und bekommt.
            Wir legen auch Wert darauf, dass es unseren Mitarbeitern und Azubis gut geht und haben uns deshalb für diesen Weg entschieden.
            Selbstverständlich wird sie die Ausbildung bei uns zu Ende machen können und die Zeit, die sie benötigt, bekommt sie auch als Anhang gutgeschrieben. Sie holt dann quasi die versäumte Zeit nachträglich nach.

            Was haltet ihr davon? Fordern wir damit zu viel?

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            • #7
              Hallo Ausbilderin87,
              zunächst:
              mich irriertiert der Passus "Sie ist in Behandlung und wir wollen ihr die Zeit, die sie zur Genesung benötigt, auch wahrnimmt und bekommt.", weil "letzte Woche war sie 3 Tage mit 'Migräne' krank und diese Woche befindet sie sich um Urlaub."
              Was ist denn nun der Status: Urlaub oder "in Behandlung"?
              weiterhin:
              Drei Tage 'Migräne": mit gelben Schein oder ohne?
              Ich verweise auf die Möglichkeit, eine ärztliche Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag einzufordern.
              zum Konzept:
              Die Stärke des Lernorts Betrieb ist die 'praktische Ausbildung'. Sonst könnten wir die kaufmännische Ausbildung - wie in anderen Ländern - ganz einer Schule überlassen.
              Es ist nun die Frage, ob die beteiligten Kollegen (alle) geeignet sind, "wöchentlich schriftlich Aufgaben ... an die Azubine [zu formulieren], die sie [Azubine] dann (auch zusammen mit den Kollegen) be- und erarbeiten soll. Anfang der darauffolgenden Woche erläutert sie [Azubine] uns dann ihre Ergebnisse und bekommt im gleichen Atemzug die nächste Wochenaufgabe."
              Ansonsten halte ich diese Projektmethode für höchst geeignet, um die gewünschte 'Facharbeiterqualifikation' zu erhalten.
              Ich gehe aber daher davon aus, dass Du die Aufgabenvorschläge deiner Kolleg*innen mit ihnen besprechen werden musst, weil diese z. B. die Ausbildungsordnung nicht kennen. Der Betrieb ist ja an einer erfolgreichen - und nicht einer sich z. B. ständig wiederholenden - Ausbildung interessiert.
              Zum 'Ruhen des Ausbildungsverhältnisses' möchte ich mich vorsichtig äußern: Verschiebt es nicht nur das Problem? Schafft es nicht neue Problemlagen?

              Beste Grüße

              PS. Bei AbH nicht locker lassen!

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              • #8
                @Helmut:
                Sie hat psychische Probleme und das ist mit Behandlung gemeint.
                Wir orientieren uns an ihrem Lehrplan und dem Rahmenlehrplan, sodass wir immer "aktuell" lernen...

                Sie legt uns einen Krankenschein vor, aber was sie bei dem Arzt angegeben hat, wissen wir selbstverständlich nicht und ich werde einen Teufel tun, dieses Wissen einzufordern.
                Was die gelben Scheine an sich angeht, ist sie da sehr zuverlässig.

                Status bis letzten Freitag war "3 Tage krank - 5 Tage Urlaub".
                Der Urlaub steht ihr zu und den haben wir ihr auch ohne Umschweife gegeben!

                Die beteiligten Kollegen geben mir die Aufgaben und ich überarbeite sie ggf., wenn etwas zu "viel/wenig" bzw. zu umfangreich in Sachen Themengebiete ist.

                Sie hat ja verschiedene Themen, die sie in der Schule hat und wir sind in der glücklichen(!?) Lage, dass wir wenige Leute sind und dementsprechend auch kurze Dienstwege haben. Durch das soziale Arbeitsumfeld kann sie mit den jeweiligen Fachabteilungen eng zusammen arbeiten und die Aufgaben (nicht an einem Tag, sondern wirklich mit allem eine Woche) bearbeiten und sich damit beschäftigen.

                Bezüglich des Ruhens des Ausbildungsverhältnisses haben wir uns überlegt, dass wenn wir die Ausbildung ruhen lassen, sie auf Mindestlohn vorab einstellen, sodass sie nicht vollkommen mittellos da steht und wenn sie sich bereit fühlt, sie dann auch wieder die Ausbildung fortsetzen kann...
                In wie weit das möglich ist, prüfen wir derzeit noch eng zusammen mit der IHK.

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                • #9
                  Kleines Update:
                  Unsere Azubine hat heute hingeschmissen...Sie hat schon woanders unterschrieben und hat uns die letzten Wochen an der Nase herum geführt.
                  Momentan sind wir alle einfach nur sauer, weil nicht mit offenen Karten gespielt wurde...

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                  • #10
                    Guten Abend Ausbilderin87,

                    die Enttäuschung kann ich gut verstehen.

                    Ich hoffe, der Betrieb schließt nicht daraus, die Ausbildung einzustellen.

                    Kopf hoch!

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                    • #11
                      Hallo Herr Passe-Tietjen,

                      nein, aktuell suchen wir Azubis/Umschüler für den Beruf Fachkraft für Spedition und Logistikdienstleistung.
                      Also nein, wir stecken den Sand nicht in den Kopf!

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