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    Hallo,

    ich möchte gern die Meinung anderer Ausbilder in Erfahrung bringen.
    Der Azubi ist nun seit 3 Monaten im 1. Ausbildungsjahr als Industriekaufmann in unserem Unternehmen tätig. Zuvor musste er eine Ausbildung als Industriemechaniker in einem größeren Unternehmen in der Produktion abbrechen, da er lt. seiner eigenen Aussagen die für die Produktion benötigten Klebestoffe nicht vertragen hat.
    In diesen 3 Monaten war er bereits 2 Mal erkrankt (1x 3,5 Tage und 1x 6 Tage). Die Gründe gehen mich als Ausbilder erstmal nichts an, jedoch hatte sein Fehlen stets mit psychischen Problemen zu tun, nie mit Erkältungen etc. Der Azubi wirkt nach Außen hin als smarter junger und selbstbewusster Mann, nach innen jedoch weich und mehr wie ein Muttersöhnchen. Im ersten Krankheitsfall saß er weinend 3 Stunden vor mir (gewöhnlicher Arbeitsplatz des Azubis ist bei 2 anderen Kollegen im anderen Büro) bis ich ihn gegen Mittagszeit nach Hause gehen lassen habe. In diesen 3 Stunden habe ich gehofft, dass er sich wegen privater für mich aber unbekannte Probleme wieder fängt und anschließend weiterarbeiten kann. Jedoch fehlte ihm dazu der Antrieb und mir vielleicht auch das Verständnis??!
    Am Dienstag ist der Azubi voraussichtlich wieder im Haus und ich plane ein Feedbackgespräch mit ihm unter 4 Augen, da ich ihm auch gern seine Zukunftsperspektiven aufweisen möchte. In unserem Unternehmen wird stets ausgebildet, um eigenen Nachwuchs heranzuziehen und diesen nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung fest als Arbeitsfachkraft zu übernehmen. Meine Zweifel liegen nun darin, dass er weiterhin so oft krank ist. Seine Probezeit beträgt 4 Monate, d.h. in 2 Wochen ist die Probezeit abgelaufen.

    Wie kann ich an ihn am besten herantreten im Feedback- Gespräch? Wir haben ein recht lockeres freundschaftliches Verhältnis, er darf mich bereits seit seinem ersten Arbeitstag duzen. Auch seine Unkonzentriertheit bereitet ihm immer und immer wieder selbst Probleme beim Erfüllen von Aufgaben.


    Viele Grüße

  • #2
    Hallo Druckservice,

    ich habe etwas gezögert, Dir zu antworten, da das was Du schreibst, alles recht hoffnungslos klingt. Wir haben hier auch eine Kollegin, die vor vielen Jahren längere Zeit wegen psychischer Probleme krank geschrieben war. Zumindest in diesem Fall, kann ich auch nach vielen Jahren der Therapie keine Besserung erkennen. Die Zusammenarbeit ist bis heute sehr schwierig, die Kollegin überhaupt nicht belastbar, Aufgaben werden lustlos und oberflächlich erledigt, also alles sehr schwierig.

    Andererseits will ich Dir auch Mut machen, Dein Azubi ist ein junger Mensch, der sich auch ändern kann, wenn er seine Probleme in den Griff bekommt. Um eine offene Ansprache wird man da sicher nicht drum herum kommen. Gleichzeitig sollte man ihm klar machen, dass es auch seiner Mitarbeit bedarf, einerseits im Betrieb und andererseits bei der Bewältigung seiner privaten Probleme. Versuch ihm einfach eine Hand zu reichen! Falls er wirklich gravierende psychische Probleme hat, werden ihn die Zukunftsperspektiven erst einmal weniger interessieren.

    Viel Erfolg!

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    • #3
      Hallo Druckerservice,

      ganz schwieriges Thema, ja.

      Ich hatte auch einen Azubi mit psychischen Problemen.
      Ich erzähle ihnen einfach mal meine Geschichte, vllt. hilft Ihnen da etwas dabei.

      Bei meinem Azubi traten nach ca. 6-10 Monaten durch plötzliche private Probleme psychische Probleme auf.
      Der Azubi war aber zum Glück immer bemüht, man merkte meistens das er arbeiten wollte, doch konnte er sich nicht oder nur schwer konzentrieren, krank zu Hause bleiben wollte er zwecks den privaten Problemen daheim jedoch nicht.
      Da bei uns im Betrieb das Klima auch sehr offen und freundlich ist konnten wir ihm zugestehen, dass er ca 6-12 Monate „mit Samthandschuhen“ angefasst wurde (am Anfang gingen wir von vllt 3 Monaten aus). In dieser Zeit habe ich teilweise wöchentlich, teilweise 14-tägig Gespräche mit ihm geführt (ca. 1 Std meistens). Ich hab ihm einfach angeboten zu reden wenn er möchte, er hat das Angebot gerne angenommen und auch sehr viel privat erzählt. Er hat mir auch von Arztbesuchen erzählt und das er auch in Ärztlicher Behandlung war. Mich beruhigte zu wissen das er in Ärztlicher Behandlung war, ihm glaub ich half es einfach zu reden.
      Es zog sich bis zum Ende der Ausbildung hin das er immer wieder „hochs“ und „tiefs“ hatte. Mittlerweile hat er ausgelernt und wir konnten ihn zumindest erstmal befristet übernehmen. Er hat weniger verantwortungsvolle Aufgaben bekommen, die Kollegen sind mit seiner Arbeit zufrieden. Und was mir auch wichtig war, auch der Azubi ist zufrieden so wie er eingesetzt ist.

      In den Gesprächen habe ich wenn es ihm etwas besser ging auch immer versucht ihm klar zu machen wo die Grenzen sind, bis wohin wir ihn unterstützen können und wo er selbst was tun muss.
      Es gab auch Probleme das er mit den Arbeitszeiten nicht klar kam (er machte unabgeklärte Minusstunden) daraufhin hab ich ihn immer zeitnah zu mir geholt und ihm erklärt das es so nicht geht, ich kann ihm entgegen kommen, aber nur wenn er dazu tut. Und einfach Minusstunden machen ohne mir mind. Bescheid zu geben das er Probleme hat geht nicht.
      Ich hatte Glück, war zwar immer wieder anstrengend wenn wieder etwas vorfiel, aber nach offenen Gesprächen zeigte er immer Einsicht und es war zumindest der Versuch erkennbar das er sich anstrengte.

      Ich hoffe ich konnte ihnen vllt. ein bisschen Mut machen es zu versuchen.

      Ein Tipp noch fürs Gespräch (falls sie es nicht eh schon geführt haben)
      Ich würde dem Azubi vllt. die Situation sachlich schildern, evtl. auch aus ihrer Sicht und vllt. nach seiner Sicht der Dinge fragen.

      Viel Erfolg!

      Grüße,
      Tine88

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      • #4
        Mich würde hier wirklich interessieren wie es weitergegangen ist. Gibt es die Möglichkeit da noch mal mehr zu erfahren?

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