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Berufsschulpflicht ja oder nein?

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    Berufsschulpflicht ja oder nein?

    Hallo,

    ich bin 22 Jahre alt, habe einen Realschulabschluss und habe bisher eine einjährige Ausbildung zur Kosmetikerin auf einer Privatschule gemacht. Seit 2 Jahren arbeite ich bei einem Hautarzt.

    Jetzt möchte ich mich weiterbilden und eine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement machen.

    Ich habe einen Ausbildungsplatz in einer IT-Dienstleistungsfirma mit ca. 100 Mitarbeitern angeboten bekommen. Die Firma macht einen sehr guten Eindruck, ist bei der IHK ein anerkannter Ausbildungsbetrieb und bildet jedes Jahr 3 Bürokauffrauen aus.

    Was mich jetzt verwundert ist, dass der Berufsschullehrer in den Betrieb kommt und dort seinen Unterricht abhält! Also die Auszubildenen nicht in die Berufsschule geschickt werden. Allerdings nur diejenigen die Volljährig sind und gute Leistungen erbringen.

    Geht das überhaupt? Ich dachte immer ich wäre während einer Ausbildung berufsschulpflichtig? Oder endet die Berufsschulpflicht mit 21 Jahren?

    Ich freue mich auf eure Antworten!

    #2
    Hallo "mein" Goldstück :-P,

    also das ganze ist eine sehr interessante Frage. Da deine Annahme richtig ist, dass nach §14 Absatz 1 Satz 4 Auszubildende zum Besuch der Berufsschule anzuhalten, zumindest andeutet, dass eine allgemeine Berufsschulpflicht besteht.
    Im Normalfall wird dieses auch so praktiziert. Die Darstellung der Form der Berufsschule ist aber nicht klassifiziert geregelt, dass dieser in einem "Schulgebäude" stattfinden muss, durch den Besuch des Berufschullehrers im Betrieb wird somit "Werksunterricht" durchgeführt was vollkommen legal ist.

    Normalerweise ist dies eher der Fall, wenn ein Betrieb eine eigene Schule unterhält oder die Kapazitäten der Schule ausgeschöpft sind um weitere Klassen aufzunehmen.

    Es kann sein, dass der Arbeitgeber jedoch verpflichtet ist, die jugendlichen Auszubildenden zur Berufsschule zu schicken, wenn die Regelschulzeit nicht beendet ist bzw. die TN noch unter 18 sind.

    Da dass Unternehmen dass dir diese Möglichkeit bietet, ein anerkannter Ausbildungsbetrieb ist (andernfalls wäre die Ausbildung untersagt) müsstest du dir weniger sorgen machen, dass da irgendwas dran falsch ist. Wenn es dir dennoch Unbehagen bereitet, dann würde ich dir empfehlen beim Ausbildungsberater deiner IHK anzurufen, der könnte dir den Sachverhalt genauer schildern bzw. intervenieren wenn dieses Vorgehen falsch ist.

    Schreib gern mal was du in Erfahrung bringst.

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      #3
      Hallo,

      die Berufsschulpflicht endet mit vollendetem 18. Lebensjahr. Je nach Bundesland können sich die Regelungen etwas unterscheiden, auf Wikipedia gibt es dazu unter dem Suchbegriff "Schulpflicht" eine detaillierte Auflistung. Insofern alles gut ... Sollte viele Vorteile haben, nicht in die Berufsschule zu müssen.

      Viele Grüße und viel Erfolg bei der Ausbildung!
      Ausbilder75

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        #4
        Hallo Ausbilder75,

        der Vorteil nicht eine Berufsschule zu besuchen ist ein zweiseitiges Schwert. Denn wo der Vorteil überwiegt, in der individuellen Förderung durch den Berufsschullehrer der die Kollegin in diesem Fall besucht, kann es andersrum auch bedeuten, sich das Wissen vollkommen eigenständig zu erarbeiten. In beiden Fällen bleibt der soziale Austausch auf der Strecke, der auch Einsichten in andere Unternehmen ermöglicht.

        Im Übrigen kann ich dem restlichen Beitrag zustimmen. Nach Recherchen zu meinem Bundesland gilt in NRW die Berufsschulpflicht folgender Maßen:


        Beginnt eine Schülerin oder ein Schüler vor Vollendung des einundzwanzigsten
        Lebensjahres ein Berufsausbildungsverhältnis, so ist sie/er bis zum Ende der
        Ausbildung schulpflichtig.

        Beginnt jemand nach Vollendung des einundzwanzigsten Lebensjahres ein
        Berufsausbildungsverhältnis, ist dieser berechtigt, die Berufsschule zu besuchen,
        solange das Berufsausbildungsverhältnis besteht.


        Quelle hier klicken

        Rheinland-Pfalz

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          #5
          Hallo AusbildungReborn,

          das ist natürlich korrekt, dass die Berufsschule im Normalfall absolut Sinn macht.

          Meine Antwort bezog sich speziell auf das Beispiel der Fragestellerin, die schrieb, dass der Berufsschullehrer in die Firma kommt. Insofern wird es da eine Art komprimierten, extra auf diese Auszubildenden zugeschnittenen Unterricht geben. Das erachte ich als sehr zeitsparendes und in gewisser Weise auch privilegiertes Vorgehen. Ich denke, die Firma wird Gründe für dieses Vorgehen haben. Erlebe es leider immer häufiger, dass Unternehmen auf private Bildungsunternehmen zur Vermittlung des Unterrichtsstoffs zurückgreifen. Manchmal aus dem Grund, dass die Berufsschule zu weit weg ist, oft aber auch aus Unzufriedenheit mit dem dortigen Unterricht.

          Viele Grüße!

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