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verantwortlicher Ausbilder -> fachliche und / oder disziplinarische Führung

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    verantwortlicher Ausbilder -> fachliche und / oder disziplinarische Führung

    Hallo Zusammen,

    ich werde ab 01.08.2017 für einen Azubi in meinem Betrieb der verantwortliche Ausbilder sein (AdA-Schein vorhanden).
    Ich kann aber nirgendwo im Internet oder in anderen Quellen einen Hinweis darauf finden, ob ich dann der fachliche, der disziplinarische Leiter oder beides für den Azubi sein werde.
    Wie ist hier die rechtliche Lage?

    Viele Grüße
    Carsten

    #2
    Hallo Carsten,

    ich bin kein Experte in rechtlichen Fragen, aber ich habe gerade mal im BBiG nachgesehen. Dort heißt es unter § 13 Abs. 3: "Auszubildende [...] sind insbesondere verpflichtet, den Weisungen zu folgen, die ihnen im Rahmen der Berufsausbildung von Ausbildenden, von Ausbildern und Ausbilderinnen oder von anderen weisungsberechtigten Personen erteilt werden."

    Wenn es dabei zu Problemen kommen sollte, müsste man im Einzelfall sehen, wie man das angeht, evtl. dann auch über die Geschäftsführung.

    Viele Grüße & viel Erfolg als Ausbilder!
    adama67


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      #3
      Hallo adama67,

      vielen Dank für deinen Hinweis. Diesen Auszug hatte ich auch bereits gefunden, nur leider ist dieser, wie immer in Gesetzestexten, recht flexibel auslegbar.
      Aber zumindest der Ausbildende, also der Betrieb an sich ist ja disziplinarisch führend.
      Der Gesetzestext umfasst ja auch die Ausbildungsbeauftragten. Diese haben aber, meiner Meinung nach, nur fachliche Führung. Als Ausbilder hänge ich mit diesem Text aber irgendwie in der Luft.
      Ich werde mal unseren Hausanwalt hierzu befragen, was er mir dazu sagt... Wenn ich ihn denn mal zu fassen bekomme...

      Viele Grüße
      Carsten

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        #4
        Hallo carsten79,
        die fachliche oder disziplinarische Führung entnimmt sich der Stellendefinition deiner Position als Ausbilder.
        In der Regel werden Ausbilder als die disziplinarische Führung eingesetzt. Es kann aber sein, dass man einen Ausbildungsmeister oder eine Ausbildungsleitung hat die aktiv am Ausbildungsprozess mitwirkt. Dann könnte die alleinige fachliche Führung weitergeleitet werden.
        Das Gesetz §13 ist gültig für die fachliche und disziplinarische Führung, denn auch der fachlichen Führungskraft muss gefolgt werden, ihr stehen nur keine disziplinarischen Mittel zur Verfügung.

        Solltest du in deinem Unternehmen der einzige Ausbilder sein, so würde dies deine disziplinarische Führung eindeutig aufzeigen. Du kannst diese Information aber auf jedenfall in der Personalabteilung deines Unternehmens nachfragen, da diese dass in der Stellenbeschreibung umfasst. Solltet ihr keine Personalabteilung haben, kannst du dies bei der Unternehmensleitung nachfragen.

        In der Regel, wenn nichts vordefiniert ist, wird die disziplinarische Führung bei den Ausbildern liegen, da dies vorteilhaft für die Ausbildung ist. Solltet ihr einen Betriebsrat im Unternehmen haben kannst du ebenfalls nachfragen, wie die Aufstellung bei einem Disziplinargespräch ist, bist du dabei und niemand der dir überstellt ist bist du ebenfalls disziplinarisch führend .

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          #5
          Hallo AusbildungReborn,

          vielen Dank für deine Ausführung.
          Betriebsrat haben wir, ich bin selber im Gremium.
          Wir haben eine Ausbildungleitung im Unternehmen, die für alle Azubis zuständig ist. Allerdings ist mein Azubi der erste Fachinformatiker, den wir ausbilden. Die Ausbildungsleitung hat bisher nur Kaufmännische Azubis betreut. Da dort aber keine Expertise bezüglich Informatik vorliegt, wurde ich gebeten, mich als verantwortlicher Ausbilder bei der IHK für die Fachinformatiker eintragen zu lassen. Daher ist mein Status ein wenig zwitterhaft. Unsere Ausbildungsleitung kümmert sich um das Allgemeinwohl meines Azubis, alles Andere liegt aber bei mir.
          Meine Frage rührt vor Allem daher, dass unsere Personalabteilung hier keinerlei Führung anerkennen will, nicht für mich aber auch nicht für die Ausbildungsleitung. Laut unserem Personalchef sind Azubis keine Angestellten, wobei er das BetrVG, §5, Abs. 1 einfach ignoriert, wo auch Auszubildende explizit der Arbeitnehmerstatus zugesprochen wird.
          Aber ich werde hierzu auch noch einmal unseren BR-Anwalt befragen.

          Viele Grüße
          Carsten

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            #6
            Hallo Carsten,

            dann muss wahrscheinlich der Personalchef sein Wissen auffrischen :P Denn ein Azubi ist nach BetrVG, §5 Abs.1 wie du sagtest als Arbeitnehmer anzusehen.
            Weitereingeschränkt wird dies nur durch §102 des BBiG Absatz 1 Satz 3, welches sich auf §14 Absatz 3 bezieht. In diesem wird geregelt, dass der Auszubildende nur mit Tätigkeiten die dem Ausbildungsziel angemessen sind betraut werden darf.
            Dies übersetzt bedeutet: Der Auszubildende ist per Gesetz zwar als Arbeitnehmer durch die Unternehmung zusehen, eingeschränkt durch das Berufsbildungsgesetz aber als Lernender zu werten. Ein Auszubildender wird somit für ein Ausbildungsziel und nicht für ein unternehmerisches Leistungsziel eingestellt und unterliegt somit nicht den selben Verpflichtungen derer ein Arbeitnehmer zuzuteilen ist. Die Pflichten des Auszubildenden werden über §13 BBiG geregelt.

            Und wenn wir uns nun auf §13 Satz 3 berufen, so hat der Auszubildende den Weisungen zu folgen, die ihnen im Rahmen der Berufsausbildung von Ausbildenden, von Ausbildern oder Ausbilderinnen oder von anderen weisungsberechtigten Personen erteilt werden,

            Der Ausbilder wird hier als Weisungsbemächtigte Person direkt aufgeführt, was somit wieder die fachliche Führung widerspiegelt, leider aber nicht genau definiert, das eine Führungsverantwortung beim Ausbilder vorliegt.
            Diese kann aber wieder gemessen an §14 des BBiG eingefordert werden, da ansonsten §14 Absatz 1 Satz 5 nicht zwingend gewährleistet werden kann.

            Liebe Grüße

            A.R.


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