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AEVO - Freie Berufe

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    AEVO - Freie Berufe

    Hallo liebe Kolleginnen und Kollegen,

    der § 1 der AEVO (Geltungsbereich) regelt, dass die freien Berufe keine berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse anhand dieser Verordnung nachweisen müssen.

    Warum werden die freien Berufe von der AEVO nicht erfasst?

    Vielen Dank vorab schon für Ihre Antworten.

    Viele Grüße

    Alexander Bäumler

    #2
    AEVO - Freie Berufe

    Hallo Herr Bäumler,
    die Antwort auf Ihre Frage heißt aus meiner Sicht: Lobbyarbeit noch und noch!
    Wir wollen aber doch klarstellen, dass das BBiG die freien Berufe nicht ausschließt, sondern expressis verbis für seinen Geltungsbereich erwähnt. Damit gilt § 30 mit der Feststellung der Ausbildereignung natürlich auch für freie Berufe. Der Unterschied zu allen anderen besteht nur darin, dass die Freiberufler diese Qualifikation nicht formal nachweisen müssen. Ganz schön spitzfindig, nicht wahr. Aber gemach, schließlich war der Nachweis für alle Anderen ja auch jahrelang ausgesetzt - also schließt der Laie, geht es auch ohne.
    Die Nichtrelevanz der AEVO für die freien Berufe schließt aber nicht aus, dass die jeweiligen zuständigen Stellen (Kammern) die Eignung überprüfen müssen. Das mussten die zuständigen Stellen der gewerblichen Wirtschaft während der AEVO-freien Jahre auch tun. Wenn Sie sich erinnern, wie das gelaufen ist, werden Sie wissen, wie es bei den freien Berufen läuft.

    Mit freundlichen Grüßen
    Adalbert Ruschel
    Adalbert Ruschel
    Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
    Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

    Kommentar


      #3
      AEVO - Freie Berufe

      Guten Tag, Herr Ruschel,

      was hat es dann mit der Vorschrift § 30 Abs. 4 BBiG auf sich?
      Gibt es hierzu verabschiedete Rechtsverordnungen? Wenn ja, für welche Berufe?
      Was regeln diese konkret?

      Wie ist diese Vorschrift konkret zu verstehen?

      Danke
      Herzliche Grüße
      Sandra Stein

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        #4
        AEVO - Freie Berufe

        Hallo Frau Stein,
        die Eignung der Ausbilderinnen und Ausbilder umfasst
        - die persönliche Eignung,
        - die berufliche Eignung und
        - die berufs- und arbeitspädagogische Eignung.
        in § 30 Abs. 4 regelt das BBiG den Nachweis der "beruflichen" Eignung. Darbei erwähnt es auch die freien Berufe. "3. für die Ausübung eines freien Berufes zugelassen oder in ein öffentliches Amt bestellt ist."
        Herr Bäumler fragte aber nach der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung.
        "(5) Das Bundesministerium für Bildung und Forschung kann nach Anhörung des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, bestimmen, dass der Erwerb berufs- und arbeitspädagogischer Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten gesondert nachzuweisen ist. Dabei können Inhalt, Umfang und Abschluss der Maßnahmen für den Nachweis geregelt werden."
        Dem hat das Bundesministerium 2009 mit dem Erlass der AEVO entsprochen. Dort wird im "§ 1 Geltungsbereich" festgehalten:
        "Ausbilder und Ausbilderinnen haben für die Ausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen nach dem Berufsbildungsgesetz den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten nach dieser Verordnung nachzuweisen. Dies gilt nicht für die Ausbildung im Bereich der Angehörigen der freien Berufe."

        Die Eignungsvorgaben des § 30 BBiG gelten auch für die freien Berufe. Nur der formale Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Kenntnisse nach AEVO gilt nicht für sie.

        Mit freundlichen Grüßen
        Adalbert Ruschel
        Adalbert Ruschel
        Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
        Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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