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Ausbildungszeugnis nach § 16 BBiG

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  • adalbert.ruschel
    antwortet
    Ausbildungszeugnis nach § 16 BBiG

    Hallo Alexander!
    Zur Beantwortung Ihrer Frage muss ich etwas ausholen:
    Die Berufsausbildung in der BRD benutzt ein Drei-Zertifikate-System als Abschluss der beruflichen Erstausbildung:
    1. das Prüfungszeugnis als lernortübergreifendes „Einheitszertifikat“ der zuständigen Stelle nach § 37 Abs. 2 BBiG,
    2. das lernortabhängige Ausbildungszeugnis des Ausbildungsbetriebes nach § 16 BBiG,
    3. das ebenfalls lernortabhängige Berufsschulabgangszeugnis nach dem Schulrecht des jeweiligen Bundeslandes als weiteres lernortspezifisches Zertifikat.
    Die drei Zeugnisse stehen miteinander in einem Zusammenhang und bilden ein Zertifizierungssystem, dessen Teile unabhängig voneinander entstanden und nicht aufeinander abgestimmt sind. Sie ergänzen sich aber, insbesondere, was den zeitlichen Aspekt der Beurteilung betrifft. Das Abschlusszeugnis der zuständigen Stelle beruht auf einer punktuellen Abschlussprüfung, die Zeugnisse der Berufsschule und des Ausbildungsbetriebes dagegen deutlicher auf Langzeitbeobachtungen. Überfunktionale und Schlüsselqualifikationen, z.B. Teamfähigkeit, lassen sich in punktuellen Prüfungen kaum erfassen, aber sehr gut in Langzeitbeobachtungen.
    Das einfache Zeugnis muss Angaben über Art, Dauer und Ziel der Berufsausbildung sowie über die vom Auszubildenden erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten enthalten (§ 16 Abs. 2 Satz 1BBiG).
    Auf Verlangen des Auszubildenden ist ein qualifiziertes Zeugnis auszustellen. In dieses sind auch Angaben über Verhalten und Leistung aufzunehmen (§ 16 Abs. 2 Satz 2 BBiG).
    Formal sollte ein Ausbildungsabschlusszeugnis folgende Merkmale erfüllen:
    • Das Zeugnis muss schriftlich und in angemessener äußerer Form erteilt werden.
    • Das erstellende Unternehmen soll klar erkennbar sein (Name und Anschrift).
    • Das Wort „Ausbildungszeugnis“ als Überschrift.
    • Angaben zur Person des Auszubildenden (Vorname, Name, Geburtsdatum und -ort).
    • Die Formulierungen sollen unmissverständlich sein. Geheimzeichen sind nicht erlaubt.
    • Ein Schlussabsatz, in dem Dank, Bedauern und Zukunftswünsche zum Ausdruck kommen.
    • Ausstellungsdatum.
    • Unterschrift(en).
    Grund und Art der Beendigung der Ausbildung sind anzugeben.
    Weil es das erwähnte Drei-Zertifikate-System gibt, sollten die Ersteller der einzelnen Zeugnisse sich auf den Teil beschränken, zu dem sie jeweils eine Aussage machen müssen. Das Ergebnis der Berufsausbildungs-Abschlussprüfung gehört in das Zeugnis der prüfenden Kammer (zuständigen Stelle).

    Ich hoffe sehr, zur Klärung beigetragen zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Adalbert Ruschel

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  • Alexander1975
    hat ein Thema erstellt Ausbildungszeugnis nach § 16 BBiG

    Ausbildungszeugnis nach § 16 BBiG

    Hallo liebe Kollegen und Kolleginnen,

    muss ein Ausbildungszeugnis darüber Auskunft geben ob und mit welcher Note der Auszubildende seine Abschlußprüfung bestanden hat?

    Vielen Dank vorab

    Alexander Bäumler
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