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Erstuntersuchung bei Azubis

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    Erstuntersuchung bei Azubis

    Hallo zusammen,

    zum 01.08.15 stellen wir neue Auszubildende ein. Eine Azubine wird erst im März 2015 Volljährig. Laut §32 des JArbSchG müssen Minderjährige eine Erstuntersuchung vorlegen.
    Trifft dies in diesem Fall auch ein und muss sie bei Vertragsabgabe eine entsprechende Untersuchung vorlegen?

    Über eine kurze Antwort würde ich mich freuen.

    Viele Grüße

    #2
    AW: Erstuntersuchung bei Azubis

    Hallo Enna,

    es geht hier darum, ob die Auszubildende bei Ausbildungsbeginn (also am 1.8.15) schon volljährig bzw. minderjährig ist. In Deinem Fall ist sie dann ja schon volljährig.

    Die Kammern weisen oft auch in ihren Informationen zum Ausbildungsvertrag darauf hin, wie z.B. die IHK Stuttgart:
    "Bei minderjährigen Auszubildenden (die zu Beginn der Ausbildung das 18. Lebensjahr nicht vollendet haben) ist eine ärztliche Bescheinigung über die Erstuntersuchung
    beizufügen." Quelle: stuttgart.ihk24.de/linkab...rtrag-data.pdf (Link entfernt, da nicht erreicht)

    Viele Grüße
    Sabine Bleumortier
    Zuletzt geändert von Administrator; 22.02.2019, 09:57.
    Sabine Bleumortier
    ERFOLGREICH AUSBILDEN
    Beratung - Trainings - Vorträge
    www.bleumortier.de

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      #3
      AW: Erstuntersuchung bei Azubis

      Guten morgen,

      vielleicht noch eine Anregung, warum Sie unabhängig vom Alter in JEDEM Fall eine ärztliche Untersuchung des Auszubildenden vornehmen sollten: Der angehende Azubi könnte farbenblind sein, eine nicht entdeckte Allergie oder eine Vorschädigung der Wirbelsäule etc haben. Genau aus diesem Grund kann ich Ihnen nur empfehlen, des Azubi vor Ausbildungsbeginn ärztlich untersuchen zu lassen.-) Da haben schon einige Betriebe ein Böses Erwachen erlebt,-)

      Winterliche Grüße

      Marc-Michael Gallus
      (Wirtschaftsjunioren-Ressortleiter "Schule/Arbeitswelt" in Kassel)
      Ausbildung neu denken 4.0 -
      Nordhessens einziger Seminaranbieter im Bereich der Ausbildereignungsprüfung (IHK Kassel-Marburg) mit 99 % Erfolgsquote seit 2010: "Wir holen jeden Lernenden dort ab, wo er steht"
      https://www.azubi-manager.de/berufli...der-ausbilder/

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        #4
        AW: Erstuntersuchung bei Azubis

        Hallo Herr Gallus,

        da wäre ich jetzt aber sehr vorsichtig. Auf welcher rechtlichen Grundlage kann man denn von einem volljährigen Azubi eine ärztliche Untersuchung verlangen? Ohne da eine Quelle zu kennen, vermute ich ja eher, dass das sogar gegen irgend ein Gesetz verstoßen könnte. Kann da jemand was genaueres zu sagen?

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          #5
          AW: Erstuntersuchung bei Azubis

          Hallo zusammen,
          ich wäre da auch vorsichtig, sogar sehr vorsichtig.
          Nur für ganz wenige Berufsgruppen, z.B. Berufskraftfahrer, sind medizinische Untersuchungen im Arbeitsleben Pflicht. Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung ist eine Gesundheitsuntersuchung nicht einmal für diejenigen verpflichtend, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben. Seit 2001 ist für diese Gruppe allerdings eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz vorgeschrieben.
          Näher bei der Regelung des JArbSchG ist eine Unfallverhütungsvorschrift „Arbeitsmedizinische Vorsorge“ (BGV A4). Diese gilt für Arbeitsplätze, an denen Arbeitnehmer Gefahrstoffen (etwa: Benzol) oder sonstigen Gefährdungen (etwa: extremer oder dauernder Hitze) ausgesetzt sind. An solchen Orten dürfen sie nur dann beschäftigt werden, wenn „fristgerecht eine Vorsorgeuntersuchung durch den ermächtigten Arzt“ durchgeführt worden ist.
          Selbst Drogentests dürfen nach einem Urteil des Bundesarbeitsgerichts nicht auf Verdacht durchgeführt werden. Erlaubt sind sie nur, „wenn bei vernünftiger, lebensnaher Einschätzung eine ernsthafte Besorgnis begründet ist, dass eine Abhängigkeit des Arbeitnehmers“ vorliegt (Az. 2 AZR 55/99 ).
          Wie bei Einstellungen haben Betriebsräte ein Mitbestimmungsrecht auch bei medizinischen Untersuchungen und Drogentests. Gegen das Veto des Betriebsrats darf der Arbeitgeber durch den werksärztlichen Dienst keine Blut- und/oder Urinuntersuchung vornehmen lassen, urteilte das Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg im Dezember 2002 (Az.: 16 TaBV 4/02).
          Für die meisten Berufe gilt jedoch: Einstellungsuntersuchungen sind zulässig, aber freiwillig. Der Betrieb muss dabei aber enge Grenzen einhalten. Es dürfen nur Sachverhalten eine Rolle spielen, die für den ausgeschriebenen Arbeitsplatz von Bedeutung sind. Weil Einstellungsuntersuchungen bis auf die genannten Ausnahmen freiwillig sind, können Arbeitnehmer die Teilnahme verweigern. Die angestrebte Stelle dürfte dann allerdings zu vergessen sein.
          Dass bei diesen hochsensiblen Verfahren immer der Datenschutz und die ärztliche Schweigepflicht gelten, sei hier nur der Vollständigkeit halber noch angeführt.

          Mit freundlichen Grüßen
          Adalbert Ruschel
          Adalbert Ruschel
          Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
          Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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