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Anzahl Azubis pro Ausbilder

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    Anzahl Azubis pro Ausbilder

    Hallo zusammen,

    aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Situation unseres Unternehmens wird gerade geprüft, wie viele Ausbilder (also nicht die Ausbildungsbeauftragten) wir denn für unsere Azubis benötigen. Ich meine, einmal eine Empfehlung von 16 Azubis pro Ausbilder gelesen zu haben. Hat jemand eine genaue Angabe und wenn möglich auch noch eine Quellenangabe, die er mir zukommen lassen könnte?

    Vielen Dank im Voraus und viele Grüße
    Melanie Weinerth

    #2
    RE: Anzahl Azubis pro Ausbilder

    Hallo Frau Weinerth,
    § 27 BBiG regelt die
    "Eignung der Ausbildungsstätte"
    dort heißt es u.a.:
    "(1) Auszubildende dürfen nur eingestellt und ausgebildet
    werden, wenn
    1. die Ausbildungsstätte nach Art und Einrichtung für die
    Berufsausbildung geeignet ist und
    2. die Zahl der Auszubildenden in einem angemessenen
    Verhältnis zur Zahl der Ausbildungsplätze oder zur
    Zahl der beschäftigten Fachkräfte steht, es sei denn,
    dass anderenfalls die Berufsausbildung nicht gefährdet
    wird."
    Sie sehen daraus, dass nicht die Zahl der Ausbilder sondern die der Fachkräfte vorgegeben ist.
    Die Rechtsprechung orientiert sich auch heute noch an einer Empfehlung, die der ehemalige Bundesausschuss für Berufsbildung (1976 aufgegangen im bibb) bereits am 29. März 1972 beschlossen hat. Danach gelten als Fachkräfte
    * der Ausbildende,
    * der (die) Ausbilder und
    * wer eine Ausbildung in einer dem Ausbildungsberuf entsprechenden Fachrichtung abgeschlossen hat oder mindestens das Zweifache der Ausbildungszeit in dem Beruf tätig gewesen ist, in dem ausgebildet werden soll.
    Für das Verhältnis Fachkräfte - Auszubildende empfahl der Ausschuss:
    ein bis zwei Fachkräfte -> ein Auszubildender
    drei bis fünf Fachkräfte -> zwei Auszubildenden
    sechs bis acht Fachkräfte -> drei Auszubildende
    je weitere drei Fachkräfte -> ein weiterer Auszubildender
    Ausbilder mit ausschließlich Ausbildungsaufgaben sollen nicht mehr als 16 Auszubildende selbst ausbilden.
    Es gibt Ausnahmeregelungen, auf die ich hier nicht näher eingehen kann.
    Bitte werfen Sie einen Blick in meine private website (www.adalbert-ruschel.de). Dort finden Sie unter "Bücher für Ausbilder" einige Werke zum Ausbildungsrecht erwähnt.
    Mit internetten Grüßen
    Ihr Adalbert Ruschel
    Adalbert Ruschel
    Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
    Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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      #3
      RE: Anzahl Azubis pro Ausbilder

      Hallo Frau Weinerth,
      irgend etwas hat bei der Übertragung nicht geklappt, deshalb noch eine Ergänzung:
      Im BBiG sind expressis verbis keine Höchstzahlen für das Verhältnis Fachkräfte zu Auszubildenden festgelegt, auch in der neuen Fassung nicht. Für das Zahlenverhältnis kommt es weitgehend auf die Art des Betriebes und die zu vermittelnden Qualifikationen an. Ausschlaggebend ist die geordnete Ausbildung. Die zuständige Stelle (Kammer) trifft die Entscheidung.
      Im Zeichen der mangelnden Ausbildungsplätze machen diese immer häufiger von der Ausnahmeregel Gebrauch.
      Ihr Adalbert Ruschel
      Adalbert Ruschel
      Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
      Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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        #4
        hallo zusammen, hier mal was konkreteres

        E n t w u r f
        Verordnung des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit über die Vereinheitlichung
        der Verhältniszahlen für die nach dem Berufsausbildungsgesetz eingerichteten Lehrberufe
        (Verhältniszahlen-Verordnung)
        Auf Grund des § 8 des Berufsausbildungsgesetzes, BGBl. Nr. 142/1969, zuletzt geändert durch das
        Bundesgesetz BGBl. I Nr. 79/2003, wird verordnet:
        Verhältniszahlen für Lehrberufe
        § 1. (1) Zur Sicherung einer sachgemäßen Ausbildung sind in den gemäß § 7 des Berufsausbildungsgesetzes
        eingerichteten Lehrberufen folgende Verhältniszahlen betreffend das Verhältnis der Anzahl der
        Lehrlinge zur Anzahl der im Betrieb beschäftigten, fachlich einschlägig ausgebildeten Personen einzuhalten:
        1. eine fachlich einschlägig ausgebildete Person........................................zwei Lehrlinge,
        2. für jede weitere fachlich einschlägig ausgebildete Person......................je ein weiterer Lehrling.
        (2) Auf die Verhältniszahlen der in Abs. 1 genannten zweijährigen und dreijährigen Lehrberufe sind
        Lehrlinge in den letzten vier Monaten ihrer Lehrzeit nicht anzurechnen. Bei den in Abs. 1 genannten
        Lehrberufen mit einer Lehrzeitdauer von zweieinhalb und dreieinhalb Jahren sind Lehrlinge in den letzten
        sieben Monaten ihrer Lehrzeit nicht auf die Verhältniszahlen anzurechnen. Bei vierjährigen Lehrberufen
        sind Lehrlinge im letzten Jahr ihrer Lehrzeit nicht auf die Verhältniszahlen anzurechnen.
        (3) Lehrlinge, denen mindestens zwei Lehrjahre ersetzt wurden, sowie fachlich einschlägig ausgebildete
        Personen die nur vorübergehend oder aushilfsweise im Betrieb beschäftigt werden, sind nicht auf die
        Verhältniszahlen anzurechnen.
        (4) Werden in einem Betrieb in mehr als einem Lehrberuf Lehrlinge ausgebildet, dann sind Personen,
        die für mehr als einen dieser Lehrberufe fachlich einschlägig ausgebildet sind, nur auf die Verhältniszahl
        eines dieser Lehrberufe anzurechnen.
        (5) Ein Ausbilder ist bei der Ermittlung der Verhältniszahl gemäß Abs. 1 als eine fachlich einschlägig
        ausgebildete Person zu zählen. Wenn er jedoch mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf
        betraut ist, ist er als eine fachlich einschlägig ausgebildete Person bei den Verhältniszahlen aller Lehrberufe
        zu zählen, in denen er Lehrlinge ausbildet.
        (6) Zur Sicherung einer sachgemäßen Ausbildung sind in den in Abs. 1 genannten Lehrberufen folgende
        Verhältniszahlen betreffend das Verhältnis der Anzahl der Lehrlinge zur Anzahl der im Betrieb
        beschäftigten Ausbilder einzuhalten:
        1. auf je fünf Lehrlinge zumindest ein Ausbilder, der nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben
        betraut ist,
        2. auf je 15 Lehrlinge zumindest ein Ausbilder, der ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut
        ist.
        Die Verhältniszahl gemäß Abs. 5 darf jedoch nicht überschritten werden.
        (7) Ein Ausbilder, der mit Ausbildungsaufgaben in mehr als einem Lehrberuf betraut ist, darf – unter
        Beachtung der Verhältniszahlen gemäß Abs. 1 – insgesamt höchstens so viele Lehrlinge ausbilden, wie es
        den Verhältniszahlen gemäß Abs. 6 der in Betracht kommenden Lehrberufe entspricht.
        Ausnahmeregelungen für die Verhältniszahlen bestimmter Lehrberufe
        § 2. (1) Abweichend von § 1 bleiben für die Lehrberufe
        1. Dachdecker,
        2. Einzelhandel,
        3. Friseur und Perückenmacher (Stylist),
        4. Fußpfleger,
        5. Kosmetiker,
        6. Masseur,
        7. Veranstaltungstechnik sowie
        8. Zahntechniker
        die in den Dachdecker-Ausbildungsvorschriften, BGBl. Nr. 276/1973, in der Fassung der Verordnung
        BGBl. Nr. 15/1980, der Einzelhandel-Ausbildungsordnung, BGBl. II Nr. 429/2001, der Friseur und Perückenmacher
        (Stylist)-Ausbildungsordnung, BGBl. II Nr. 453/2004, der Fußpfleger-Ausbildungsordnung,
        BGBl. II Nr. 637/1996, der Kosmetiker-Ausbildungsordnung BGBl. II Nr. 638/1996, der Masseur-
        Ausbildungsordnung, BGBl. Nr. 200/1987, der Veranstaltungstechnik-Ausbildungsordnung, BGBl. II
        Nr. 196/2000, und der Zahntechniker-Ausbildungsordnung, BGBl. II Nr. 296/1998, enthaltenen Regelungen
        über die Verhältniszahlen aufrecht.
        (2) Abweichend von § 1 bleiben für den Lehrberuf Maler und Anstreicher die in den Ausbildungsvorschriften,
        BGBl. Nr. 190/1971, in der Fassung der Verordnung, BGBl. Nr. 291/1979, enthaltenen Regelungen
        über die Verhältnisszahlen aufrecht mit der Maßgabe, dass die das Verhältnis der Anzahl der
        Ausbilder, die nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut sind, zur Anzahl der Lehrlinge regelnde
        Bestimmung wie folgt lautet:
        „Sofern Ausbilder bestellt wurden, die nicht ausschließlich mit Ausbildungsaufgaben betraut sind,
        auf drei Lehrlinge zumindest ein Ausbilder.“
        Schluss- und Übergangsbestimmungen
        § 3. (1) Diese Verordnung tritt mit 1. April 2005 in Kraft.

        Ich hab diesen Text als PDF, wenn jemand interesse hat

        gruß

        christian

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          #5
          Verhältniszahlen-Verordnung

          Hallo Herr Dirszus,
          wo ist die Quelle für diesen Entwurf. Im BMWA weiß man angeblich nichts davon, ist ja auch schon zwei Jahre alt und liegt wahrscheinlich längst im Papierkorb.

          Mit internetten Grüßen
          Ihr Adalbert Ruschel
          Adalbert Ruschel
          Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
          Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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            #6
            Verhältnis Auszubildende zu Fachkräften

            Hallo Herr Dirszus,
            beim zweiten Durchlesen des Entwurfes ist mir aufgefallen, dass dieser sich noch auf das alte BBiG bezieht. Der Inhalt des erwähnten § 8 ist im neuen BBiG unter § 27 zu finden.
            Die Reform des BBiG ist am 23. März 2005 rechtskräftig geworden (Bundesgesetzblatt Jahrgang 2005 Teil I Nr. 20, ausgegeben zu Bonn am 31. März 2005).
            Es wäre ja durchaus denkbar, dass der von Ihnen zitierte Entwurf inhaltlich unverändert wieder hervor geholt wird, aber bisher ist davon nichts bekannt.

            Mit internetten Grüßen
            Ihr Adalbert Ruschel
            Adalbert Ruschel
            Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
            Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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              #7
              Verhältniszahl-Verordnung

              Ich glaube, hier wird etwas verwechselt.
              Es handelt sich um eine Verordnung des österreichischen Arbeits- und Wirtschaftsministeriums.

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                #8
                Tu felix Austria ...

                Hallo Herr Fischer,
                danke, Sie bringen meine Selbsteinschätzung wieder auf die Reihe!

                Mit internetten Grüßen
                Ihr Adalbert Ruschel
                Adalbert Ruschel
                Professor i.R. Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
                Autor und Ko-Autor von Büchern und Buchbeiträgen zur beruflichen Bildung

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                  #9
                  Hallo, das mit 16 Auszubildenden stimmt zum Teil. Diese dürfen nur von einem Hauptberuflichen Ausbilder betreut werden. Ein Ausbilder, der neben der Betreuung von Lehrlingen auch seiner normalen Tätigkeit nachgeht darf nur drei Azubis ausbilden. Dies und weiteres habe ich in meinem Artikel "Ausbildungsbetrieb werden" zusammengefasst. Auch wenn das Forum hier schon relativ alt ist interessiert es vielleicht noch jemanden
                  https://crewmeister.com/de/magazin/a...etrieb-werden/

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                    #10
                    Hallo Zusammen,

                    diese Zahlen stammen aus einer Empfehlung des BIBB aus dem Jahr 2015: https://www.bibb.de/dokumente/pdf/HA162.pdf

                    Es handelt sich dabei also um eine Kann- aber keine Muss-Vorschrift.

                    Aus meiner Sicht geht diese Empfehlung etwas an der Realität der Betriebe vorbei, wobei das auch sehr schwer allgemein festzulegen ist. Der Umfang der Tätigkeiten, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten der Ausbilder wie auch der ausbildenden Fachkräfte sind in den Betrieben sehr unterschiedlich geregelt.

                    Viele Grüße
                    Sabine Bleumortier
                    Zuletzt geändert von Sabine Bleumortier; 22.01.2017, 10:52.
                    Sabine Bleumortier
                    ERFOLGREICH AUSBILDEN
                    Beratung - Trainings - Vorträge
                    www.bleumortier.de

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                      #11
                      Hallo,

                      die Empfehlungen helfen mir schon weiter,
                      wenn man einfach mal ein paar Richtwerte hat ist das schon mal hilfreich,
                      den Chefs/Personalverantwortliche wollen da gern Begründungen/Zahlen wenn man z.B. um Unterstützung bittet.

                      Frau Bleumortier, sie schreiben das sie finden das die Empfehlung an der Realität vorbei geht, was wäre Ihre Empfehlung?
                      Ich bin für jede Meinung oder Anregung dankbar.

                      Gruß,
                      Tine88.

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                        #12
                        Hallo Tine88,

                        ja, die Chefs hätten das immer gerne.

                        Die Schwierigkeit (und daher formuliert das BIBB das sicher auch als Kann-Vorschrift) dabei ist aber, dass der Umfang der Tätigkeiten z.B. des hauptamtlichen Ausbilder in den Betrieben sehr unterschiedlich geregelt bzw. organisiert ist. Ist der Ausbilder zu 100% mit Ausbildung beschäftigt oder nicht? Gibt es z.B. eine Lehrwerkstatt, in der die Azubis vom Ausbilder ausgebildet werden, macht dieser die Prüfungsvorbereitung selbst oder werden den Azubis hier Kurse bei externen Anbietern angeboten? Ist ein kaufmännischer Ausbilder für die komplette Auswahl der Auszubildenden evt. noch die Abrechnung zuständig oder nicht? Organisiert er Kurse/Workshops für die Azubis, etc.
                        Was übernehmen die hauptamtlichen Ausbilder, was die nebenamtlichen Azubibetreuer in den Fachbereichen?
                        Abgesehen davon, dass die einzelnen Auszubildenden auch völlig unterschiedlichen Betreuungsaufwand haben können.

                        Daher ist es sehr schwierig, hier eine allgemeine Empfehlung abzugeben.

                        Viele Grüße
                        Sabine Bleumortier
                        Sabine Bleumortier
                        ERFOLGREICH AUSBILDEN
                        Beratung - Trainings - Vorträge
                        www.bleumortier.de

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